Schlager: Schlagernacht: 1200 Gäste sangen mit

Schlager : Schlagernacht: 1200 Gäste sangen mit

Zur letzten Veranstaltung kamen Stars wie Olaf Henning und Nino de Angelo.

1200 Besucher pilgerten am Samstag in die Glückaufhalle und verwandelten die Sporthalle zum wiederholten Male in einen Schlagertempel. Denn dort fand die 30. und letzte Schlagernacht in Sprockhövel statt. Damit trotzte Veranstalter Klaus Densow – der das zur Tradition gewordene Event letztmalig in der Form organisierte – großen Schlagerformate, die zur gleichen Zeit in Dortmund, Oberhausen und anderen Städten der Region stattfanden.

Dabei bewiesen Densow und die ausgewählten Künstler, dass – auch wenn ihre größten Erfolge schon lange zurück liegen – sie ihr Handwerk verstehen und für tolle Stimmung sorgen können.

Das wissen die Fans zu schätzen. „Natürlich ist einiges an Konkurrenzveranstaltung in der Region. Aber aus alter Verbundenheit sind wir mit der ganzen Familie hierhin gekommen“, sagte Markus Amdick. Der Schlagerliebhaber – der mit seinem Schwager Michael Hamann in seiner Freizeit für das Webradio „Novas Musiclounge“ moderiert – betont, dass solche Abende zeigen würden, dass der Schlager noch lange nicht tot sei, wie es von einigen Radiosendern suggeriert werde.

Gäste und Künstler hoffen,
dass es doch noch weitergeht

In der Tat brauchte die Band „Fresh and Fun“ nicht viel, um die Gäste gleich von den Sitzen auf die Tanzfläche zu ziehen.

Mit seinen Evergreens wie „Die Manege ist leer“ und „Cowboy und Indianer“ sorgte Olaf Henning dann dafür, dass die Stimmung in der Halle hoch gehalten wurde.

Mit Markus Mörl, der zu Zeiten der „Neuen deutschen Welle“ mit „Ich will Spaß“ zum Star aufstieg, lotste Densow einen weiteren Prominenten der Branche in die Glückauf-Halle. Den Hit „Kleine Taschenlampe brenn“ sang der vor einigen Wochen 60 gewordene Künstler nicht wie in den 80ern mit Nena, sondern mit seiner Partnerin Yvonne König, mit der er 2017 an der Show „Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promipaare“ teilnahm. Beide kennen Sprockhövel. König erinnerte sich daran, früher beim Herzkamper Schützenfest aufgetreten zu sein. Markus erinnerte sich auch, in den 80ern in Sprockhövel gastiert zu haben.

Als einzige weibliche Künstlerin sorgte Rosanna Rocci für Stimmung. Die Ex-Frau von Michael Morgan überzeugte mit ihrer sympathischen Art und mit einem guten Mix von Liedern zum Mitsingen und italienischen Hits.

Als Nino de Angelo die Bühne betrat, schien er das Publikum der ganzen Halle wie ein Magnet in den vorderen Bereich der Halle zu ziehen.

Im Gegensatz zu allen anderen Künstlern sang der 55-Jährige seinen größten Hit – „Jenseits von Eden“ – nicht am Ende, sondern in der Mitte seines Programms.

„Ich habe einige aktuelle Sachen, die sind genauso gut“, sagte der Sänger, der sich – wie übrigens alle anderen Künstler auch – reichlich Zeit für Fotos und Selfis mit den Fans nahm.

„Ich mag gar nicht glauben, dass dieses Event nicht mehr stattfinden soll“, sagte er den Fans und im Gespräch mit der WZ. „Das fände ich sehr schade. Klaus ist ein verlässlicher Partner. Vielleicht macht er ja doch weiter“, hoffte der Sänger italienischer Abstammung, der verriet, aktuell an seiner Biografie und einem Album rockiger Art zu arbeiten.

Als Bernhard Brink auf der Bühne mit seinen bekannten Liedern die Fans noch einmal mitriss, wussten einige dann doch, dass es langsam zu Ende ging.

Nino de Angelo arbeitet
an seiner Biografie

„Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge hier. Ich komme seit 30 Jahren hierhin und fände es sehr traurig, wenn es wirklich nicht mehr stattfinden würde“, sagte Andrea Schöler, eine der treusten Fans der Veranstaltung.

Den Preis der besten Kostümierung hätten bei einer Prämierung „Crazy-Party-Luders“ gewonnen. Die vier Damen aus Witten, die neben der Bühne viele Blicke auf sich zogen, sorgten neben guter Stimmung auch für reichlich Eigenwerbung für ihr Album, das aktuell produziert werden soll. Gerne würden sie wie auch die Band „Vamos Brüder“, der singende Moderator Heiko Harig und auch Klaus Densow selbst auf der Bühne stehen. Am liebsten natürlich in Sprockhövel.

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