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Impfzentrum im Ennepe-Ruhr-Kreis ist pünklich gestartet

Pandemie : Impfzentrum startet pünktlich

Trotz widriger Bedingungen konnten am Montag die ersten Impfdosen verabreicht werden. Für die Zeit bis Ende Mai wurden mehr als 15 000 Termine vergeben.

Die Eröffnung der Impfzentren in Nordrhein-Westfalen stand bislang unter keinem guten Stern. Zunächst gab es Probleme bei der Versorgung mit dem Impfstoff, dann Ärger mit der Terminvergabe via Telefon oder Internet. Und kurz bevor dann der landesweite Startschuss fiel, brach auch noch der Winter  über NRW herein. Dennoch hielt am Montag auch der Ennepe-Ruhr-Kreis an den Planungen fest und gab um 14 Uhr den Startschuss für das von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe und dem Kreis gemeinsam getragene Impfzentrum. In einem ehemaligen Aldi-Markt in Ennepetal können sich nun Menschen im Alter von 80 Jahren und älter ihre Impfung gegen Corona verabreichen lassen.

Trotz widriger Wetterbedingungen war der Impfstoff der Firma Biontec/Pfizer am Vormittag in Ennepetal eingetroffen. Damit konnte die Verimpfung wie geplant starten, von 72 in den ersten zwei Stunden verabredeten Terminen seien nur zwei abgesagt worden, erklärte Kreissprecher Ingo Niemann. Man sei mit dem Start der Impfungen zufrieden.

Bis Ende Mai wurden bereits 15 500 Impftermine vergeben

„Für heute sowie für die nächsten Tage haben jeweils 168 Bürgerinnen und Bürger ab 80 Jahren einen Termin bekommen. Bis 20 Uhr werden wir in drei Impfstraßen Stunde für Stunde 36 von ihnen impfen“, sagte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Christian Füllers. Zu der Gruppe der Über-80-Jährigen, die laut der Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts zur Prioritätsgruppe 1 der Corona-Schutzimpfung gehören, zählen im Ennepe-Ruhr-Kreis rund 24 000 Menschen.

„Natürlich sind mit Schnee und Eis neue Unbekannte aufgetaucht. Wie immer seit Beginn der Zusammenarbeit für das Impfzentrum Ende November werden sich alle Verantwortlichen aber auch dieser Herausforderung stellen und das Beste daraus machen“, betonte Astrid Hinterthür, Leiterin des Krisenstabs im Schwelmer Kreishaus. Die Impfung werde „so pragmatisch wie möglich“ umgesetzt. In den letzten knapp zwei Wochen wurden für die Zeit bis Ende Mai rund 15 500 Termine für das Impfzentrum vergeben. Weitere Termine werden in den kommenden Tagen folgen.

Diejenigen Senioren, die aufgrund der Witterung ihren Termin am Montag nicht wahrnehmen konnten, haben die Möglichkeit, die Impfung am Dienstag nachzuholen. „Die Betroffenen sollen dann einfach zur vereinbarten Uhrzeit, aber eben einen Tag später, das Impfzentrum aufsuchen. Hierfür sind weder Umbuchen noch Neuanmelden erforderlich“, erklärte Impfzentrumsleiter Füllers. Wegen der winterlichen Wetterlage geht er davon aus, dass dieses Angebot auch für den Rest der Woche gilt. Dies könnte zwar ab morgen zu einer höheren Anzahl von Impflingen führen, müsse angesichts der Wetterlage aber akzeptiert werden, räumte der Mediziner ein.

Um den Wartebereich falls notwendig zu vergrößern, gibt es bereits Pläne dafür, wie dies innerhalb des Gebäudes umgesetzt werden könnte. Zusätzlich hat die Abteilung Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung zwei beheizbare Zelte bereitgelegt, die gegebenenfalls aufgebaut werden können.

Insgesamt stehen in dem Impfzentrum des Kreises fünf Impfstraßen zur Verfügung. Wegen der Liefereinschränkungen des Vakzins werden zunächst nur drei Impfstraßen in Betrieb genommen, zudem sind die Öffnungszeiten auf den Nachmittag und den Abend beschränkt. Anfang März wird sich die Zahl der Besucher wegen der dann zu verabreichenden Zweitimpfungen verdoppeln. Um das bewältigen zu können, wird der Betrieb ab diesem Zeitpunkt auf täglich zwölf Stunden (8 bis 20 Uhr) ausgeweitet.