1. NRW
  2. Sprockhövel

Haßlinghauser Einzelhandel kämpft gegen Leerstand an der Mittelstraße

Zukunftspläne : Haßlinghauser Einzelhandel wirbt für sich

Die Aktion „Heimatshoppen“ soll gegen Leerstände an der Mittelstraße helfen.

Die „Heimatshoppen“-Aktionstage des Hasslinghauser Werberings finden auch nach dem erfolgreichen „Nach(t)schlag“ kein Ende. Im Gegenteil: „Die Leute haben uns positives Feedback gegeben. Nun müssen wir ihnen klar machen, dass solche Veranstaltungen nur von den lokalen Händlern und Vereinen auf die Beine gestellt werden. So etwas organisiert kein Amazon oder Ebay“, sagt Wolfgang Weiss von der gleichnamigen Parfümerie.

Mit der Aktion „Heimatshoppen“ wollen die Mitglieder des Haßlinghauser Werberings darauf hinweisen, welche Bedeutung der Handel vor Ort hat. „Es ist ja nicht nur so, dass man woanders einkauft. Die Initiatoren des Projektes haben es sehr gut verdeutlicht, welche Bedeutung der lokale Handel hat“, erklärt Weiss. Auch die neuen Flyer würden diese Botschaft klasse vermitteln. „Denn durch den Einkauf vor Ort werden auch die Kommunen unterstützt. Das kommt letzten Endes wiederum den Bürgern zugute“, spricht Weiss über einen gesunden Kreislauf. Zumal bekomme man in Haßlinghausen doch alles, was man brauche. Mit der kostenlosen Parkmöglichkeit von bis zu zwei Stunden, habe man beim Einkaufen auch gegenüber großen Städten einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Da die Kunden dennoch auf Preise achten würden, hätten sich einige Händler zum „Heimatshoppen“ besondere Angebote überlegt. So gewährt Weiss in seiner Parfümerie seit dem „Nach(t)schlag“ und noch bis zum Hasslinghauser Trödelmarkt 20 Prozent Rabatt auf seine Produkte.

Einen Schlag in das Kontor sind laut Weiss dagegen die zwei Leerstände gegenüber seines Geschäftes an der Mittelstraße. Während die Kunden nach der Schließung von „Siggis Shop“ ihre Schreibwaren jetzt auch in Heiko Küppers Drogeriemarkt „DroNova“ kaufen können, gibt es für die Räume der ehemaligen Bäckerei „Hohmann“ noch keinen direkten Ersatz. Nach der Übernahme durch David Reichsberg, der selbst zuvor bei der namensgebenen Familie angestellt war, gerieten die fünf Filialen offensichtlich so in Schieflage, dass alle Standorte geschlossen, oder übernommen wurden.

Dabei scheinen die Immobilienbesitzer offen für neue Ideen und nicht nur an Gewinnmaximierung interessiert zu sein. „Mir ist es lieber, wenn ich einen vernünftigen Mieter habe, als zunächst viel Geld“, sagt Dieter Stech in Bezug auf die Neuvermietung seiner rund 70 Quadratmeter großen Räume. Gastronomie soll nach Möglichkeit nicht in das ehemalige Schreibwarengeschäft einziehen. „Einzelhandel wäre prima“, sagt Stech, der seine Bemühungen zur Vermietung in den kommenden Wochen intensivieren will. Das wäre auch im Interesse von Wolfgang Weiss. Waren die beiden Geschäfte doch auch immer gut frequentiert.