Gewerbe: Gebackene Bekenntnisse zur Heimatstadt

Gewerbe : Gebackene Bekenntnisse zur Heimatstadt

Bei „Confiserie Speizialitäten Kramer“ gibt es mehr als 80 Pralinensorten – und Sprockhöveler Herzen und Taler.

Oft schaut man bei „Made in …“ Serien immer nach den großen industriellen Produkten und Firmen. Aber die Wirtschaft und das Bild kleiner wie großer Städte sind auch und gerade von den kleinen Betrieben geprägt. Wie von der „Confiserie Spezialitäten Kramer“.

Das seit 15 Jahren von Dirk Hammacher und seiner Lebensgefährtin Susanne Vollmann betriebene Ladenlokal an der Hauptstraße 23 ist ein Paradies für Süßes. „Ich glaube nicht, dass es in der Region sehr viele Confiserien gibt, die so viel selbsthergestellte Auswahl haben wie wir. Zumindest kenne ich keinen“, sagt Chef Dirk Hammacher voller Selbstbewusst. Mit 80 Sorten Pralinen, darunter sieben verschiedene Marzipansorten, reicht das Angebot von der Welt der Genussgetränke bis hin zu alkoholfreien Nougatsorten.

Je nach Thema und Jahreszeit produziert Hammacher aber auch verschiedenste Schokoladenfiguren. „Je nachdem was gerade anliegt, machen wir Autos oder auch Bären und andere Tiere“, berichtet der 45-jährige von den fast grenzenlosen Ideen. Zudem wird täglich frisch verschiedenes Spritzgebäck hergestellt.

Seine Begeisterung für die Herstellung von süßen Lebensmitteln bekam Dirk Hammacher während seiner Ausbildung als Bäckerlehrling. „Da habe ich gemerkt, dass mich das wesentlich mehr interessiert“, sagt der Konditormeister, der seiner Berufung folgte und eine zweite Lehre durchlief.

In das Unternehmen kam Hammacher über Umwege

In sein jetziges Unternehmen kam der Ur-Sprockhöveler durch seinen ehemaligen Chef, der den in Rente gehenden Firmengründer Walter Kramer ablöste. „Als mein Chef, der eine Bäckerei in Witten hatte, Kramer zu sich holte durfte ich mit Herrn Kramer einige Rezepte durchgehen. Schon damals habe ich gesagt: Hätte ich davon eher was gewusst, hätte ich den Laden selbst übernommen“, so Hammacher über die – für ihn – ganz besondere Begegnung mit seinem Vorvorgänger.

Doch die Chance, die der damals 26-Jährige Konditor zunächst verpasste, wurde ihm fünf Jahre später noch einmal angeboten. „Weil die Confiserie und die Bäckerei in Witten sich immer wieder überschnitten, bot mein Chef mir an, den Laden zu übernehmen“, erinnert sich der Unternehmer an die erneute Chance, die er nach Rücksprache mit seiner Partnerin nutzte. Während er sich um die tägliche Herstellung der Produkte kümmert, steht Susanne Vollmann, die ihren Bürojob aufgab und ihren Partner unterstützt, hinter der Theke.

Kramer trägt auch
zum Stadtmarketing bei

Auch zum Stadtmarketing trägt das Einzelunternehmen seinen Beitrag bei. Mit den Pralinen „Sprockhöveler Herzen“ und dem „Sprockhöveler Schokotaler“, auf dem das Zwiebelturm der Stadt abgebildet ist, bekennt sich das Paar zu seiner Heimatstadt. „Das ist ein nettes Mitbringsel aus unserer Stadt, zu der wir stehen“, sagt Hammacher.

Ob die Internetbestellungen der letzten Jahre unbedingt damit zusammenhängen, vermag Hammacher nicht sagen. „Das mag sein. Natürlich freuen wir uns, dass wir auch dadurch außerhalb der Stadt und sogar in ganz andere Regionen unsere Spezialitäten senden dürfen. Bewusst bewerben machen wir das allerdings nicht“, sagt der Konditormeister.

Besondere Herausforderungen sind für den leidenschaftlichen Konditor die Wünsche bei Torten zur Hochzeit, Geburtstag und anderen Anlässen.

Seine Torte im Auftrag des Sternerestaurants „Goldschmieding“ in Castrop-Rauxel, für die er eine Nachbildung der französischen Festung „Le Bastille“ kreierte, bezeichnet Hammacher als das positiv verrückteste Werk.

Die Hauptkunden der Walter Kramer Confiserie kämen aber doch aus der Region. Seiner Heimat.

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