100 Gruselgestalten auf der Glückauf-Trasse

100 Gruselgestalten auf der Glückauf-Trasse

Die 14. Horror-Fahrradtour war ein kleiner Vorgeschmack auf Halloween am Dienstag.

Sprockhövel. Rund 100 gruselige Gestalten tummeln sich mit ihren Fahrrädern am Freitagabend auf dem Platz am evangelischen Friedhof an der Friedhofsstraße. Ihre Räder schmücken Totenköpfe, Skelette oder Kürbislichterketten. Sie warten, bis es dunkel wird und die Horror-Fahrradtour über die Glückauf-Trasse endlich beginnen kann. „Wir sind total überwältigt, dass so viele gekommen sind“, sagt Lutz Heuser vom Stadtmarketing, das gemeinsam mit dem Jugendzentrum Niedersprockhövel und dem Motorsportclub (MSC) Sprockhövel Veranstalter ist.

Zum 14. Mal findet die Horror-Radtour statt, und die Anzahl der Teilnehmer sei seit dem letzten Jahr gestiegen, so Lutz Heuser. Ingo Schulte und Heike Keller-Zenker machen schon seit 2005 bei „Sprockis Horror-Radtour“ mit. Aufgeregt sind sie nicht: „Im Laufe der Jahre hat man eine gewisse Routine“, sagt Schulte. Die 14. Tour ist es schon für die beiden. „Wir machen jedes mal mit, weil es einfach Spaß macht. Die Leute geben sich so viel Mühe, das muss man honorieren“, meint Keller-Zenker. Auch wenn die beiden den Ablauf schon kennen, erschrecken sie sich trotzdem, wenn plötzlich Gespenster aus dem Busch springen. Das ist Programm bei der Horror-Tour.

Wilfried Graf vom MSC Sprockhövel verkündet die erste Aufgabe: Den Teilnehmern wird ein Glas mit täuschend echtaussehenden Spinnen und Fliegen vorgehalten. Sie müssen schätzen, wie viele es sind und die Zahl in ihrer Bordkarte eintragen. In der Bordkarte befindet sich ein Zettel mit Fotos von Schildern, die sich auf der rund zehn Kilometer langen Strecke vom Friedhof in Haßlinghausen bis zum Jugendzentrum in Niedersprockhövel befinden.

Die Spieler müssen sie in der richtigen Reihenfolge auf der Karte eintragen. Zudem gibt es unterwegs ein paar Sonderaufgaben mit Fühlkisten und ein Feuerwerk. Helen Wieners und ihre Tochter Matilda haben sich viel Mühe gegeben, um richtig gruselig auszusehen: Sie haben ihre Gesichter schwarz-weiß geschminkt und ihre Fahrräder mit Kürbis-Lichterketten geschmückt. An ihren Gepäckträgern haben sie Luftballons mit Blutspritzern befestigt.

Für Matilda ist es das erste Mal, dass sie mit ihrem eigenen Fahrrad mitfährt. „Wir lassen uns heute mal überraschen“, sagt Helen Wieners. Eine besondere Teilnehmerin gibt es in diesem Jahr: Hündin Pluma fährt bei Anke Himmelmann im Körbchen am Lenker mit. „Sie fährt öfter mit mir Fahrrad, aber bei der Horror-Radtour nehme ich sie heute zum ersten Mal mit“, sagt die Hundebesitzerin. Mit Kürbiskostüm ist Pluma bestens vorbereitet. „Das ist eigentlich ein Kinderkostüm“, sagt Anke Himmelmann und lacht. Passend dazu trägt auch Himmelmann ein schauriges Kürbis-Make-Up.

Am Ende der Horror-Radtour treffen sich die Teilnehmer traditionell im Jugendzentrum Niedersprockhövel, um zu feiern. „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Die Jungs, die die Gespenster gespielt haben, waren toll“, sagt Lutz Heuser begeistert. „Ich habe mich sogar selbst erschreckt“, sagt er lachend, obwohl er in die Organisation involviert war. Am schwierigsten waren für die Teilnehmer die Tast-Prüfungen an den Fühlkisten, berichtet Heuser. Bei der Siegerehrung gab es sogar einen Sonderpreis für Ingo Schulte, Heike Keller-Zenker und ihren Sohn für ihre treue Teilnahme in jedem Jahr. „Wir haben schon fest entschieden, dass es nächstes Jahr wieder eine Horror-Radtour geben wird“, sagt Heuser.

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