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Neuss: Tresor-Diebe schocken Hausbesitzer

100.000 Euro Schaden in Neuss : Einbrecher verwüsten Wohnhaus

In Selikum haben sich Diebe auch von einem vorbeifahrenden Polizeiwagen nicht abschrecken lassen. Das Opfer schätzt den Schaden auf rund 100 000 Euro. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Es sind Aufzeichnungen, die die besondere Dreistigkeit der Täter offenbaren. Nun hat sich das Opfer an die Öffentlichkeit gewandt, um die erschreckenden Details des Falls bekannt zu machen. Was war passiert? Es ist der frühe Abend des 8.Februar, als plötzlich mehrere Personen vor dem Haus eines Neusser Unternehmers an der Grünewaldstraße in Selikum auftauchen. Langsam schleichen sie übers Grundstück, tragen Mundschutz und Kapuze. Gut eine halbe Stunde später, nachdem sie Haus und Grundstück ausgekundschaftet haben, gelingt es ihnen, durch das Schlafzimmerfenster der Tochter des Hausbesitzers ins Gebäude einzudringen.

Die Täter hinterlassen ein Bild der Verwüstung. Zunächst durchwühlen sie die vier Schlafzimmer in der oberen Etage, reißen Schubladen raus, sämtliche Kleider liegen auf dem Boden verteilt. Als sie wenig später den großen Tresor im Keller des Hauses entdecken, versuchen sie erst gar nicht, ihn aufzubrechen – sie nehmen ihn komplett mit! Weil der Tresor jedoch gut 200 Kilogramm wiegt, müssen die Täter ihn über den Boden schleifen, wodurch das Parkett stark beschädigt wird. Auf den Aufzeichnungen der Überwachungskamera, die der Unternehmer unserer Redaktion zur Verfügung gestellt hat, sind zusätzliche Komplizen zu sehen: Ein Mann winkt einen Kombi in die Einfahrt des Hauses, der offensichtlich von einer Frau gefahren wird. Sekunden später kommen zwei Männer mit dem Tresor ins Bild. Gemeinsam hieven sie ihn in den Kofferraum des Wagens – und verschwinden in der Dunkelheit. Der Schaden ist immens: Nach Angaben des Hausbesitzers befanden sich unter anderem Schmuck und Geld im Wert von 100 000 Euro in dem Safe. Hinzu kommen die psychischen Nachwirkungen. „Zum Glück war zu dem Zeitpunkt niemand zuhause“, sagt der dreifache Familienvater.

Polizei verpasst die
Täter nur um Sekunden

Besonders bitter: Nur Sekunden, bevor die Täter mit dem Safe aus dem Gebäude kommen, fährt ein Streifenwagen der Polizei an dem Haus vorbei, wie auf den Aufnahmen deutlich zu erkennen ist. In einer Videoeinstellung ist zu sehen, wie das spätere Fluchtauto extra an die Seite fährt, damit der Streifenwagen passieren kann. Nach Angaben des Neusser Unternehmers hatte eine Nachbarin nämlich zuvor den Polizeinotruf gewählt, weil sie verdächtigte Personen an der Grünewaldstraße beobachtet hat. Entdeckt wurde der Einbruch von der Ehefrau des Hausbesitzers, als sie zusammen mit dem gemeinsamen Sohn von der Arbeit kam. „Sie hat mich sofort angerufen, alles war dreckig und verwüstet“, sagt er. Die Aufnahmen der Überwachungskamera habe er der Polizei ebenfalls zukommen lassen. Nach Angabe von Polizeisprecherin Daniela Dässel dauern die Ermittlungen derzeit noch an. Eine Anzeige wurde erstattet. Tatverdächtige konnten bislang jedoch nicht ausfindig gemacht werden.