Pfairrgemeinde: Besuch im Welt-Laden von Heilige Dreikönige

Weltladen der Gemeinde Heilige Dreikönige : Eine-Welt-Laden ist eine Institution

Das Geschäft für fairen Handel der Gemeinde Heilige Dreikönige gibt es seit 30 Jahren.

. Den Eine-Welt-Laden der Kirchengemeinde Heilige Dreikönige gibt es bereits seit – ja, wie lange eigentlich schon? Hermann Olzem, der den Eine-Welt-Laden zwei Jahrzehnte lang geleitet hat, musste etwas stöbern, um die Antwort zu finden. In einem Pfarrbrief von 1985 fand er seine Antwort: „Seit dem Weltmissionssonntag am 27. Oktober betreibt die Gruppe ,Charka’ im Pfarrzentrum einen Eine-Welt-Laden. Das war vor mehr als 30 Jahren.“ Den Weltladen zu erhalten, das sei nicht immer leicht gewesen, erinnert sich Hermann Olzem. Es habe Zeiten gegeben, da habe es kaum Ehrenamtler gegeben, die sich für den kleinen Laden engagieren wollten.

In der Gemeinde wurde
die Werbetrommel gerührt

Doch Heilige Dreikönige ohne Weltladen – das gehe nicht, sagt auch Bernhard Wehres, der mittlerweile ein Stück weit die Koordination der Aufgaben von Olzem übernommen hat. „Ich bin mit dem Weltladen aufgewachsen“, sagt Wehres. „Sonntags ging meine Familie meistens nach der Messe in den Weltladen, Honig kaufen.“ Deswegen stand es für den Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates auch außer Frage, dass der kleine Laden unbedingt bestehen bleiben muss. Denn als Hermann Olzem im vergangenen Jahr die Leitung abgeben wollte, hätte das beinahe das Aus bedeutet, weil sich kein Nachfolger fand. Er und Wehres rührten in der Gemeinde die Werbetrommel: „Meistens hilft es ja, wenn man Leute persönlich anspricht“, sagt Wehres. Mittlerweile sind zehn Ehrenamtler im Team.

Derzeit sind die Regale des Weltladens an der Jülicher Straße noch recht luftig. Weil man lange nicht wusste, wie es weitergeht, wurde nichts nachbestellt. Jetzt soll das Sortiment rund um die Bestseller Kaffee, Kakao und Honig wieder aufgestockt werden. „In den nächsten Wochen kommen die Ostersachen“, kündigt Wehres an. Geplant sei außerdem, in Zukunft faire Geschenkkörbe und Gutscheine für den Laden anzubieten. Mit den verkauften Produkten unterstützt die Gemeinde nicht nur die Hersteller und Produzenten, rund 20 Prozent der Einnahmen fließen noch in Projekte in Uganda und Indien, die die Gemeinde seit Jahrzehnten unterstützt. In Uganda etwa an eine Berufsschule. Hermann Olzem war bereits mehrmals vor Ort, um sich anzuschauen, wo und wie die Spenden eingesetzt werden.

„Das ist eine Grundhaltung, die uns in der Gemeinde sehr beschäftigt“, sagt Wehres. „Wir verkaufen die Sachen nicht nur, das ist auch in unserem christlichen Glauben verankert, unsere Einstellung zum Leben.“ So wird bei Veranstaltungen ausschließlich fairer Kaffee ausgeschenkt, werden T-Shirts gebraucht, stets welche aus fair gehandelter Baumwolle. Auch wenn Fairtrade mehr koste – finanzierbar sei es allemal. Für ihr Engagement hat die Kirchengemeinde nun die Auszeichnung als „Pfairrgemeinde“ des Erzbistums Köln erhalten. Dass auch normale Supermärkte und Discounter vermehrt Produkte mit Fairtrade-Siegel verkaufen, sieht Wehres nicht als Konkurrenz an, er findet es gut: „Das zeigt doch, dass das Bewusstsein gestiegen ist und fair gehandelte Produkte längst kein Nischenprodukt mehr sind.