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Meerbusch: Bei Elektro Knedel schnuppern Schüler in den Beruf

Berufsorientierung in Meerbusch : Elektrotechnik: Schüler schnuppern in Beruf

Fünf Schüler haben in den Ferien bei Elektro Knedel mit angepackt. Sie erprobten dabei ihre Eignung für einen technischen Beruf und bauten einen Schalter um, so dass nun das Licht mit dem Smartphone gedimmt werden kann.

Die Diskussion ist dyamisch. Schließlich geht es um die Zukunft, genauer gesagt um Smart Home und um die Fachkräfte von morgen. Den Begriff Zukunft trägt deshalb auch das „zdi-Netzwerk Rhein-Kreis Neuss“ (Zukunft durch Innovation) als Initiator der Maßnahme „meisterlich# - Elektrotechniker: Elektrotechnik live erleben: Programmieren - Steuern – Smart-Home“ im Namen.

Aber nicht nur Fabian, Laurin, Kilian, Moritz und Wilhelm als Schüler aus neunten und zehnten Klassen weiterführender Schulen und Kursteilnehmer dieser Maßnahme diskutieren – auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Bürgermeister Christian Bommers sowie zdi-Netzwerk-Mitarbeiterinnen Anna Bauer und Jessica Schillings tragen mit eigenen Erfahrungen bei.

Die Herbstferien am Niederrhein beim Bruder verbracht

„Für diesen Beruf müsst ihr ein komplett neues Vokabular lernen“, wendet sich Hans-Jürgen Petrauschke an die Jugendlichen. Er beweist anhand fachmännisch-unterhaltsamer Informationen, dass er zumindest als Hobby-Elektriker mithalten kann. Gemeinsam mit den Schülern steht er um eine große Werkbank im Fachbetrieb Elektro Knedel im Strümper Gewerbegebiet Bundenrott, wo es um „Handwerk goes digital“ geht.

„Die Vernetzung von Haustechnik und Haushaltsgeräten wird immer beliebter. Deshalb ist der Nachwuchs enorm wichtig. Hier können sich die Schüler orientieren und entscheiden, welchen Weg sie einschlagen möchten“, erklärt Oliver Knedel, Meister der Elektrotechnik. Er sucht intensiv nach Auszubildenden, hat in diesem Jahr vier neue Azubis eingestellt und auch für 2022 schon einen Platz gesichert. Für die praktische Ausbildung in seinem Betrieb ist Bastian Heßke zuständig. Er betreut auch die Jugendlichen des sechsstündigen Kurses, hat anschaulich in die Material- und Werkzeugkunde eingeführt und lobt zum Schluss: „Sie hatten keine Vorkenntnisse und haben trotzdem wenig Fehler gemacht.“

Interesse an diesem Beruf bringt Moritz, Realschule Osterath, mit: „Das interessiert mich einfach und deshalb habe ich mich auch für ein Praktikum bei Elektro Knedel angemeldet. Das beginnt im Januar.“ Gemeinsam erklären die Schüler, wie sie in einen manuellen Schalter die digitale Komponente eingebaut haben: „Mit einer App kann der Schalter jetzt mit dem Smartphone gesteuert und auch die Lichtquelle gedimmt werden.“ Was sie sonst noch gelernt haben, wird vom Landrat abgefragt, der kurzerhand eine Kabeldose öffnet, sich erklären lässt, welche Faser für was zuständig ist und betont: „Die Arbeit muss Spaß machen.“ Das findet auch Christian Bommers. Er erinnert, wie wichtig es ist, die Jugend live an das Handwerk heranzuführen: „Auch wenn in einem solchen Kursus die Neigung zu der jeweiligen Branche nicht bestätigt wird, ist das ein Gewinn.“ So geht es beispielsweise Kilian. Er geht in die Elsa-Brandström-Schule in Elmshorn, verbringt die Herbstferien bei seinem Bruder am Niederrhein und nutzt sie, um sich für die Zeit nach dem Abitur fit zu machen: „Das hier ist nichts für mich. Ich habe in dieser Woche auch andere zdi-Kurse belegt, darunter einen Schnupperkurs bei Jura-Studenten.“

Das insgesamt sechsstündige Werkeln hat gefruchtet

Natürlich fehlt den Handgriffen der angehenden Fachkräfte in der Knedel-Werkstatt noch die Professionalität. Aber dass die insgesamt sechs Stunden angeleitetes Werkeln gefruchtet haben, ist Fabian, Laurin, Kilian, Moritz und Wilhelm beim Umgang mit Kabel und Co. anzusehen. „Die Teilnahme ist freiwillig, alle haben sich selbst gemeldet“, ergänzt Anna Bauer. Die neue Kursreihe „#meisterlich – Handwerk goes digital“ steht unter dem Motto „Ärmel hochkrempeln und anpacken“ und eröffnet den Blick hinter die Kulissen moderner Handwerksbetriebe. Dort können die Teilnehmer praktische Einblicke gewinnen, unterschiedliche Gewerke kennenlernen und selbst Hand anlegen. Der Kurs im Meerbuscher Unternehmen Elektro Knedel war der Startschuss für die Reihe, die auch im kommenden Schulhalbjahr und darüber hinaus vom zdi-Netzwerk Rhein-Kreis Neuss im Rahmen der Förderung des naturwissenschaftlichen-mathematisch-technischen (MINT-)Nachwuchses weitergeführt wird. Zum Abschluss der zdi-Maßnahme bekommen Fabian, Laurin, Kilian, Moritz und Wilhelm von Oliver Knedel jeweils eine Teilnahmebescheinigung überreicht. „Bei uns konnten sich die Schüler live informieren, was diese Berufssparte gerade auch für die Zukunft bietet.“