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Zweite Gesamtschule für Grevenbroich

Zweite Gesamtschule für Grevenbroich

Die Realschule Bergheimer Straße und die Katholische Hauptschule werden aufgelöst.

Grevenbroich. Der Schulausschuss sprach sich am Mittwochabend für eine zweite Gesamtschule in der Stadt aus. Zum Schuljahr 2013/2014 werden die Realschule Bergheimer Straße und die Katholische Hauptschule aufgelöst und zur Gesamtschule fusioniert. Neben den beiden Gesamtschulen wird Grevenbroich dann über zwei Gymnasien und eine Realschule verfügen.

Mit ihrer Entscheidung folgen die Politiker dem Ergebnis einer groß angelegten Elternbefragung. Die Stadt hatte dazu knapp 1500 Fragebögen an die Eltern der Zweit- und Drittklässler in Grevenbroich und Rommerskirchen verschickt. Nun liegt die Auswertung des Planungsbüros Dr. Garbe & Lexis vor: Die 1050 zurückgeschickten Fragebögen ergaben ein klares Bild: Während 24 der Befragten ihr Kind auf eine Hauptschule schicken wollen und auch die Realschule auf geringe Nachfrage stößt, wünscht der überwiegende Teil (624 Personen) als neue Schule in Grevenbroich eine neue Einrichtung. Dazu standen zwei Schulformen zur Auswahl: die Gesamt- und die Sekundarschule. Während die Gesamtschule bis zum Abitur läuft, endet die Sekundarschule mit Jahrgangsstufe 10. Wer anschließend Abitur machen will, muss auf eine andere Schule wechseln. Das schreckt offenbar viele Eltern ab. Die große Mehrheit entschied sich für die Gesamtschule.

Auf dem Papier würde die enorme Nachfrage sogar die Einrichtung einer Gesamt- und einer Sekundarschule erlauben. Dagegen spreche jedoch die demografische Entwicklung, erläuterte Heinz Gniostko von der Bezirksregierung Düsseldorf. Planer rechnen in sechs bis acht Jahren mit drastisch sinkenden Schülerzahlen.

In dem einstimmigen Beschluss sieht Berater Detlef Garbe ein wichtiges Signal für die betroffenen Eltern. Auch Bürgermeisterin Kwasny und Vertreter aller Fraktionen zeigten sich zufrieden, obwohl FDP und CDU zuvor das Modell Sekundarschule favorisiert hatten. Bestätigt sehen sich die Linke/FBG, UWG und SPD, die sich bereits seit langem für eine zweite Gesamtschule in der Stadt stark gemacht haben. SPD-Vertreter Daniel Rinkert resümierte: „Die Befragung spiegelt wider, was die Anmeldezahlen für die Gesamtschule schon seit Jahren zeigen.“