Grevenbroich: Politik gegen Gebühren für das Parkhaus am Bahnhof

Weiterhin kostenfrei für Pendler : Pendler sollen weiter gratis parken

Die Politik ist gegen eine Bewirtschaftung des Parkhauses am Bahnhof.

Im Spar-Plan der Stadt ist das Parkhaus am Grevenbroicher Bahnhof fest verankert. Die Verwaltung will 15 000 Euro in eine Schranke und einen Automaten investieren, um künftig Gebühren von Autofahrern zu kassieren. Sie verspricht sich davon jährliche Einnahmen von rund 90 000 Euro, die dem maroden Haushalt zugute kommen sollen. Doch dieses für 2019 geplante Vorhaben soll erst einmal aus dem Konsolidierungs-Konzept herausgenommen werden. Dafür votierte jetzt der Haupt-, Finanz- und Demografieausschuss. Er folgte damit einem Antrag der Grünen.

Das Parkhaus bietet 240 Stellplätze und ist hauptsächlich für die Autofahrer unter den Bahnpendlern bestimmt: 1989 wurde das Gebäude an der von-Goldammer-Straße seiner Bestimmung übergeben, es hat rund 750 000 Euro gekostet. 2007 investierte die Stadt weitere 400 000 Euro in das Konstrukt, da Feuchtigkeit eingedrungen war, die Standsicherheit wäre mittelfristig gefährdet gewesen.

Liberale unterstützen
den Antrag der Grünen

Sollte das Deck künftig bewirtschaftet werden, würde dessen Akzeptanz „auf fast Null reduziert“, befürchtet Grünen-Chef Dirk Gawlinski. „Damit würde ein zusätzlicher Parkdruck und ein höherer Suchverkehr im Bahnhofsviertel entstehen“. Das würde Autofahrer und Bewohner des Quartiers gleichermaßen missfallen.

Schützenhilfe bekamen die Grünen von der FDP: „Eine Bewirtschaftung des Parkhauses wäre auch kontraproduktiv für die Pendler-Stadt Grevenbroich“, ergänzte Fraktionsvorsitzender Markus Schumacher. Und auch Martina Suermann von Mein Grevenbroich mahnte: „Wenn wir mehr Menschen auf die Schiene bringen wollen, müssen wir dafür auch Möglichkeiten schaffen.“ Die Ratsfrau erinnerte zudem daran, dass durch die geplanten Umgestaltungen schon bald mehrere Parkplätze im Bahnhofsviertel wegfallen werden. Das werde für noch mehr Druck sorgen.

Der Ausschuss war sich einig, dass das Parkhaus weiterhin kostenfrei angeboten werden soll. Zunächst einmal 2019. Die im Haushaltssicherungs-Plan vorgesehenen 90 000 Euro sollen nach dem Willen des Haupt-, Finanz- und Demografieausschusses dennoch über Gebühren generiert werden.„Wir bitten die Verwaltung darum, ein entsprechendes Parkraum-Bewirtschaftungskonzept für die gesamte Stadt zu entwickeln“, sagte SPD-Fraktionschef Horst Gerbrand. Zwar wurde im Rathaus schon vor gut anderthalb Jahren ein solcher Plan aufgestellt – doch: „Das war ein Flickenteppich, wir wollen etwas Ganzheitliches“, betonte Gerbrand. „Ich gehe davon aus, dass dieses Konzept 2019 vorliegen wird“, sagt Holger Holzgräber. Kämmerin Monika Stirken-Hohmann änderte den entsprechenden Passus im Konsolidierungs-Plan: Das Spar-Ziel von 90 000 Euro soll nicht konkret im Parkhaus, sondern durch mehrere Einzelmaßnahmen in der Stadt erreicht werden.