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Fahrradständer am Bahnhof sollen demontiert werden

Fahrradständer am Bahnhof sollen demontiert werden

Im Bauausschuss fiel aber keine Entscheidung über den Zeitpunkt.

Grevenbroich. Die umstrittenen Fahrradständer am Bahnhof sollen demontiert werden — und zwar schnell. Dafür hat sich der Bauausschuss jetzt ausgesprochen. Was unter „schnell“ zu verstehen ist, bleibt aber vorerst offen. Beigeordneter Florian Herpel will mit Kämmerin Monika Stirken-Hohmann erst klären, ob der aktuelle Haushalt das für den Abbau erforderliche Geld noch hergibt. Falls nicht, müsste das Projekt in den Etat 2019 aufgenommen werden. Es geht um rund 4000 Euro.

Die 53 überdachten Ständer neben der Bahnhofsgaststätte „RichArt’s“ sorgen schon seit Jahren für Ärger. Anlieger beklagen, dass sie ein Treffpunkt für Süchtige seien, dass es dort häufig zu Schlägereien und Pöbeleien komme. „Die Ständer sind ein einziges Ärgernis — sie müssen weg“, hatte CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser schon 2017 gefordert und eine Verlegung der Anlage in das Bahnhofs-Parkhaus vorgeschlagen. Doch das Thema wurde immer wieder vertagt — auch im jüngsten Bauausschuss sah es zunächst danach aus, dass es von der Tagesordnung verschwinden sollte.

Den Politikern lag neben dem Antrag der Union auch ein Vorschlag des Caritasverbandes vor, der seine Radstation am Bahnhof erweitern und um eine Werkstatt ergänzen möchte. Zu dieser 300 000-Euro-Investition habe es zuletzt weitere Gespräche mit der Verwaltung gegeben, die aber noch nicht abschließend beurteilt werden könnten, sagte Florian Herpel. Er bat um Zeit — das Gesamtpaket sollte dann in der nächsten Bauausschusssitzung aufgerufen werden. Also auch der Abbau der Fahrradständer, auf die — so der Beigeordnete — ohnehin verzichtet werden könne.

Wolfgang Kaiser drängte jedoch darauf, über die Demontage sofort abzustimmen. „Schließlich hängen die Ständer nicht mit dem Umbau der Radstation zusammen“, sagte der Fraktionschef — und er wurde deutlich: „Es kann nicht sein, dass diese ,Never ending story’ immer wieder vertagt wird.“ Bei dieser Gelegenheit bat Kaiser darum, über die von der CDU beantragten Fahrradbügel abzustimmen, die für mehr Ordnung auf dem Bahnhofsvorplatz sorgen sollen. Dieser Forderung schloss sich der Bauausschuss an — was Manfred Jendrny freute. „Endlich haben sich die Politiker zu einer Entscheidung durchgerungen“, sagte der Sprecher der Bahnhofsanlieger. Was ihn aber enttäuschte: „Es wurde kein Wort darüber gesprochen, wann die Radständer abgebaut werden sollen.“

Dazu gab es gestern auch keine Auskunft aus dem Rathaus. Wolfgang Kaiser kündigte jedoch an, in dieser Sache „hart am Ball“ bleiben zu wollen. „Wir werden darauf drängen, dass dieses Projekt zügig über die Bühne geht“, sagte der CDU-Chef. „Dafür werden wir auch Bürgermeister Klaus Krützen in die Pflicht nehmen.“ Der Verwaltungschef hatte unlängst angekündigt, mit härteren Maßnahmen gegen die Probleme im Bahnhofsviertel angehen zu wollen.