CDU Dormagen wählt am Montag René Schneider als Bürgermeister-Kandidaten

Parteiversammlung in Dormagen : Schneider ist der BM-Kandidat für die CDU

René Schneider ist der einzige Bewerber, wenn die CDU am Montag wählt.

Die CDU wählt am Montagabend Renè Schneider zu ihrem Bürgermeister-Kandidaten und damit zum Herausforderer von Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD), wenn dieser wieder antritt. Was der Stadtverband gerne in der Kulturhalle inszenieren möchte, ist längst keine Überraschung mehr. Schon im Januar galt Schneider als wahrscheinlicher CDU-Kandidat. Jetzt ist es offiziell: „Ja, ich trete an“, bestätigte der 53-Jährige, der am 18. Oktober Geburtstag hat. Obwohl die Karten auf dem Tisch liegen, übt sich die Parteispitze in Geheimniskrämerei. Mehr noch: Die offizielle Aufstellungsversammlung für die Wahlkreiskandidaten sowie für den Bürgermeister-Kandidaten sollte nicht öffentlich sein. Erst ein Machtwort des Kreisvorsitzenden und NRW-Finanzministers Lutz Lienenkämper am Freitagnachmittag sorgte dafür, dass die Mitgliederversammlung öffentlich sein wird.

Versammlung sollte ursprünglich
nicht öffentlich sein

Die ablehnende Haltung begründete Stadtverbands-Vorsitzender Hans-Ludwig Dickers mit einem entsprechenden Beschluss des Parteivorstandes im Frühjahr. Man wolle keine Medienvertreter vor Ort haben, so hieß es, weil es um den Kassenbericht gehe, der in der vorherigen Versammlung noch nicht vorgelegen habe. Zudem handele es sich angesichts von elf Wahlgängen um eine eher „langweilige“ Veranstaltung. Ihre geplante Inszenierung sah so aus: Die CDU wollte in einigen Wochen – Ende November, Anfang Dezember – ihren Bürgermeister-Kandidaten sowie ausgewählte Wahlkreiskandidaten öffentlich präsentieren. Daraus wird in dieser Form nichts. Auf Anfrage erklärte Kreisvorsitzender Lienenkämper kurz und bündig: „Der Grundsatz der Öffentlichkeit von Aufstellungsversammlung ist wichtig. Die Presse wird zur Versammlung am Montag eingeladen werden.“ Kein Problem hat der Koalitionspartner der CDU mit der Öffentlichkeit. SPD-Parteivorsitzender Carsten Müller sagt: „Warum sollte unsere Aufstellungsversammlung geheim sein? Da könnte man ja Probleme vermuten. Wir machen das nicht zum Selbstgefallen, sondern um den Leuten zu zeigen, welches Personal wir haben, dass für sie da ist.“

Ab 18.30 Uhr werden die Christdemokraten am Montag in der Kulturhalle die Mannschaft präsentieren, mit der sie in den Wahlkampf für die Kommunalwahl ziehen und sich dem Votum der Dormagener stellen. Das neue Team wird ein deutlich anderes sein als bei der Wahl 2014. Mit Karl Kress, Hermann Harig und Hans Sturm treten drei langjährige, erfahrene und verdiente Politiker altersbedingt nicht mehr an. Antreten werden zum Beispiel Ex-Schützenkönig und TSV-Handballabteilungsleiter Jocky Krapp und der aktuelle Schützenkönig Willi Beivers. Mit dabei sein werden auch die CDU-Hoffnungsträgerin Annissa Saysay, die in Dormagen antritt, der Ortsverbands-Vize in Mitte, Michael Conrad, oder Memis Sari in Horrem.

Im Mittelpunkt wird aber die Wahl des Bürgermeister-Kandidaten sein. Seit mehr als einem dreiviertel Jahr steht parteiintern fest, dass René Schneider der Vorschlag des Stadtverbandsvorstandes sein wird. Er hatte schon Anfang des Jahres aufhorchen lassen: „Es gibt keine größere Ehre in Dormagen, als Bürgermeister zu sein“, sagte er im Januar. Schneider wird der einzige Kandidat sein, so war jedenfalls der Stand am Freitag. Als die Kandidatensuche begann, wurden neben Schneider mit Carola Westerheide, Thomas Sollik, Tanja Engwicht oder Johannes Deußen weitere Kandidaten gehandelt, in denen Potenzial für einen politischen Karrieresprung gesehen wurde.

Nun wird es René Schneider werden. Das Votum wird ein Fingerzeig dafür sein, wie positiv er in der Partei verankert ist. Partei und Fraktion wollen, wie üblich, mit einem starken Votum auch ein Signal an die politischen Gegner senden. Beim Hauptkontrahenten, der SPD, wird der Kandidat laut Parteivorsitzendem Müller beim Herbstempfang am 20. November der Bürgermeister-Kandidat bekannt gegeben werden. Es wäre eine faustdicke Überraschung, sollte es nicht Amtsinhaber Erik Lierenfeld sein. Die offizielle Aufstellungsversammlung wird dann „Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres“ sein.

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