Moscheebau in Dormagen soll beschleunigt werden

Projekt in Dormagen : Moschee soll schneller fertig werden

Der neue Vorsitzende des Moscheeverein will den ausstehenden Innenausbau der neuen Moschee an der Roseller Straße vorantreiben.

Neue Leute sollen neuen Schwung beim Bau der Moschee im Gewerbegebiet an der Roseller Straße bringen. Mit dieser Leitlinie verfährt der gut 400 Mitglieder starke Moscheeverein. Er hat eine neue Führung gewählt, die gewillt ist, den zeitweise etwas schleppenden Bauverlauf zu beschleunigen. Erste Amtshandlung von Muhammed Celik, dem neuen Vorsitzenden: Der für die Gestaltung der Malereien und Koranzeichen an den Wänden zuständige Experte wurde entlassen. „Er war einfach zu langsam“, konstatiert Celik knapp.

Am Donnerstag konnten sich die Dormagener beim Tag der offenen Tür im Rahmen der interkulturellen Woche über den aktuellen Stand informieren. Trotz widriger äußerer Bedingungen nutzten einige die Gelegenheit, sowohl in das aktuelle bestehende, als auch in das künftige Gebetshaus zu schauen. Vorsitzender Celik übernahm selbst die Führungen und erläuterten nicht nur technische Abläufe, sondern beantwortete auch inhaltlich-religiöse Fragen.

In anderthalb Jahren soll der
Neubau abgeschlossen sein

Ein zentraler Punkt war dabei immer wieder die Frage, wann die neue Moschee endlich fertig ist: „Mein Ziel ist es, dass dies während meiner Amtszeit geschieht.“ Die läuft noch anderthalb Jahre. Celik ist am 5. Mai gewählt worden, sein Stellvertreter ist Baris Kocaöz. Der 37-Jährige setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen Amtsinhaber Dursun Pekdemir durch. „Nach einer gewissen Zeit muss es einfach einen Wechsel geben, um anderen, die vielleicht andere Ideen haben und neuen Schwung mitbringen, eine Chance zu geben.“ Celik ist in Dormagen geboren, er arbeitet als Chemikant bei Covestro. Der Vorsitzende äußerte sich unzufrieden über die lange Bauzeit. Allerdings, schränkt er ein, gebe es keinen festen Bauzeitenplan, weil die Finanzierung nicht auf Bankkrediten fußt, sondern durch Spendengelder von Mitgliedern, Freunden und Förderern geleistet wird. Und die fließen unregelmäßig. Dennoch könne es zügiger gehen. Zu oft seien Handwerker unzuverlässig, kämen nicht, verspätet oder arbeiteten schleppend. Am Ende werden, so schätzt er, rund 3,5 Millionen Euro verbaut worden sein. „Die Bereitschaft, den Moscheebau zu unterstützen, ist unglaublich groß“, so Celik.

Die Kuppel ist innen schon
fast vollständig ausgemalt

Während der Rohbaau schon längst fertig ist und die Moschee von außen auch als eine solche weithin zu erkennen ist, gleicht sie innen nach wie vor einer (Dauer-)Baustelle. Mit einer schönen Ausnahme: Die Kuppel ist bis auf einen Randbereich fertig bemalt, sie empfängt die Besucher in wunderbaren blau-goldenen Farben und ist ein wahrer Blickfang. Wer genau hinschaut, sieht die lange Kette, die metertief baumelt. An ihr wird der krönende Abschluss hängen – der im Durchmesser acht Meter große Leuchter, eine Spezialanfertigung aus der Türkei. „Sie war viel zeitiger fertig als wir gedacht haben. Jetzt ist sie gut verpackt eingelagert.“ Leuchter oder Kürsü auf türkisch, dazu Mihrap und Minbert – das werden wichtige religiöse Elemente in der Moschee sein, auf die der Vorstand bei der Bestellung genau achten wird. Mihrap ist der Bereich für den Imam, Minbert die Art „Treppe“, die der Imam lediglich zu besonderen Anlässen besteigt: zum Freitag-Vortrag und zum Ramadan und Opferfest.

Ist die Moschee fertig, wird der jetzige Gebäudekomplex abgerissen und weicht einem großen Parkplatz. Noch im Raum steht die Überlegung einer Tiefgarage. „Aber die Frage angesichts der hohen Kosten ist: Brauchen wir sie überhaupt?“ so Muhammed Celik. Er tendiert zur Antwort Nein.