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Schutz vor Flammen: Der Super-Vorhang begeistert alle

Schutz vor Flammen: Der Super-Vorhang begeistert alle

Die Firma Effertz belegt mit neuartigem Schutzvorhang gegen Flammen den ersten Platz.

Mönchengladbach. Es ist schon ein besonderes Kompliment, wenn das Produkt eines Unternehmens als „eierlegende Wollmilchsau“ gelobt wird. Genauso hat Reza Vaziri, Vorsitzender der 3 M Deutschland GmbH, in seiner Laudatio bei der Preisverleihung im Gladbacher Monforts-Quartier ein Produkt der Firma Effertz Tore GmbH bezeichnet. Das Unternehmen brachte einen neuartigen isolierenden Feuerschutz-Vorhang auf den Markt, der beim Forschungs- und Innovationspreis der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein mit dem ersten Platz belohnt wurde.

Schutz vor Flammen: Der Super-Vorhang begeistert alle
Foto: privat

Und das sind die Eigenschaften der Neuentwicklung: Der Vorhang spart Platz, ist meist unsichtbar und rettet Leben. Die Tests der Zulassungsbehörde hat er bereits bestanden, und ein europaweites Patent ist erteilt. „Die überragende Entwicklerleistung hat die Jury überzeugt“, sagte Vaziri.

Diplom-Ingenieur Dirk Becker und sein Team hatten schon 2003 mit der Entwicklung begonnen. Das Neue an dem Vorhang ist, dass er bei einem Brand nicht nur eine gewisse Zeit den Flammen standhält, sondern auch verhindert, dass die große Hitze von der einen zur anderen Seite des Vorhangs durchdringt. Anfangs hatte keiner daran geglaubt, dass ein solcher „Super-Vorhang“ einmal bis zur Serienreife entwickelt werden könnte. „Wir wussten damals, dass die gesamte Branche von einem marktreifen Produkt nur träumen konnte“, sagt der 44-jährige Ingenieur.

Inzwischen ist der Vorhang auf dem Markt. „Die Nachfrage ist grandios. Vor allem Architekten sind von den neuen Möglichkeiten begeistert“, sagt Becker. Der erste Interessent war ein Düsseldorfer Krankenhaus. Dort wurde mit dem feuerfesten Vorhang ein Schwesternzimmer von einem Flur abgeteilt, um so den Fluchtweg zu schützen.

Weitere Preise vergab die Jury zwar nicht nach Gladbach, zeigte sich aber auch von den Innovationen anderer Unternehmen beeindruckt. Aunde Achter & Ebels war mit Textilien für Autobezüge, die aus recycelten PET-Flaschen hergestellt werden, unter den Nominierten.

In die Finalrunde schafften es die Hochschule Niederrhein mit einem innovativen Filterverfahren zur Wasserreinigung. Ebenfalls in der Endrunde waren die Wilhelm Bähren GmbH & Co. KG mit einer neuartigen Packungsbeilage für die Pharmaindustrie und die Troost GmbH, die ein besonderes Reinigungsservice-Konzept entwickelte.

Für die Jury war es nicht leicht, aus den 40 Bewerbern die drei Platzierten auszuwählen. 13 hatten es in die Endauswahl geschafft und sechs wurden am Ende nominiert. „Es waren viele faszinierende Projekte dabei“, sagt IHK-Präsident Heinz Schmidt.