Willich und Tönisvorst: Neues vom Stadtflüsterer

Stadtgeflüster aus Willich und Tönisvorst : Wenn die Richtung in Willich und Tönisvorst grob stimmt

Im Stadtgeflüster aus Willich und Tönisvorst geht es unter anderem um den Schluff und kreative Parkplatz-Ideen am Freibad „De Bütt“.

Wurde eigentlich in diesem Jahr schon über den Schluff gesprochen? Dabei fährt und schnauft er doch schon fahrplanmäßíg seit Saison-Beginn am 1. Mai alle Sonntage bis zum 22. September Richtung Krefeld und Hülser Berg. Beim Schlendern durch die St. Töniser Innenstadt ist dem Flüsterer der Schluff neulich begegnet. Natürlich nicht in voller Größe und Schönheit und Lautstärke samt Lok und Waggons, sondern als stummes Hinweisschild an der Laterne vor dem alten Rathaus. Die grobe Richtung Bahnhof ist damit aber gegeben. Mal sehen, wann der (Hülser) Berg mal wieder ruft. Vielleicht dann, wenn die Sommerhitze den Flüsterer selbst nicht mehr so schnaufen lässt.

Schwimmen statt schnaufen – aber wo ist der Parkplatz?

„Pack die Badehose ein“ und nimm dann am besten das Fahrrad zur „Bütt“. In der vergangenen heißen Woche hatte das Sport- und Freizeitbad in Alt-Willich nicht nur eine volle Liege-, sondern auch eine vollgestellte Parkwiese, die dafür gar nicht vorgesehen ist. Um es spöttisch zu umschreiben: Die Parkmöglichkeiten für die Schwimmbadbesucher waren so erschöpft, wie ein Schwimmer nach 400 Meter Schmetterling. Es parkten viele Besucher auf der Wiese vor der Zweifachturnhalle und – man glaubt es kaum – als „Kurzzeitparker“ sogar auf der Skateranlage. Ob die Ordnungshüter mit dem Knöllchenverteilen überhaupt noch nachgekommen sind? Da musste wohl so mancher in der heißen Zeit einen kühlen Kopf bewahren.

Sport beim Sommerfest des
Neersener Turnerbundes

Bleiben wir bei Sommerhitze und blicken nach Neersen. Bekanntlich begeht der dort beheimatete Turnerbund ein besonderes Vereinsjahr: das 125-jährige Bestehen. Und auch in diesem besonderen Jahr lädt der NTB 1894 zu seinem Sommerfest. Der Termin steht: Samstag, 13. Juli, ab 11 Uhr. Der Ort ist auch bestens bekannt: Vereinsgelände, Pappelallee 67. Neben dem geselligen Beisammensein kann man sich dort zum Fest auch sportlich betätigen. Die Tennisplätze, das Beachvolleyballfeld und der Bouleplatz können genutzt werden. Wer weiß, vielleicht wird das sportliche Interesse so manchen Besuchers an dem Tag ja geweckt. Für Kinder stehen an dem Tag die Spielgeräte zur Verfügung. Zusätzlich wird für Kinder noch ein Programm mit verschiedenen mobilen Geräten und kleinen Preisen angeboten. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. In Neersen freut man sich auf ein vergnügliches, geselliges Miteinander von vielen Mitgliedern und Nichtmitgliedern.

Der schönste Malermeister von Neersen?

Bleiben wir kurz in Neersen, genauer gesagt am Ortsausgang. Dort, wo zurzeit die ehemalige Fernfahrergaststätte „Zum Schwarzen Pfuhl“ renoviert wird. Zugange ist dort auch Ludwig Küppers, Malermeister und einer „der schönsten Männer des Ortes“. So jedenfalls flachste er, während er mit seinem Mitarbeiter Tapetenbahnen an der Decke anbrachte. Wie einst vor 30 Jahren. Als er sein Handwerk bereits beherrschte und schon einmal Tapeten im Gastraum angebracht hat. Eine tatkräftige Ortsgeschichte. Von denen Küppers bestimmt viele auf Lager hat. Aber die konnte er ja nicht alle erzählen. Er hatte zu tun. Die Mieter stehen in Neersen ja quasi vor der Tür.

Fotocollage zum Abschied von Pfarrer Bernd  Pätzold

Durch die Tür – entschuldigen Sie diese flapsige Überleitung – ist Pfarrer Bernd Pätzold.  Im Rahmen eines Festgottesdienstes wurde der evangelische Pfarrer offiziell durch den  Superintendenten Burkhard Kamphausen von seinem Amt entpflichtet. Noch einige Monate bleibt Pätzold aber noch in Vorst. Dann zieht er mit seiner Frau Renate in seine Heimatstadt Mülheim. Pätzold war 34 Jahre Jahre Pfarrer in Anrath und Vorst. Im Anschluss an den Gottesdienst war die Gemeinde in das Paul-Schneider-Haus eingeladen. Pätzold hatte auf Abschiedsgeschenke verzichtet, bekam aber eine Fotocollage überreicht.

Preisgekrönter Autor hat  Gymnasium besucht

Bereits seit einigen Jahren besucht der vielfach preisgekrönte Autor und Gründer des Aidskinderhauses HOKISA (Homes for Kids in South Africa) in Kapstadt, Dr. Lutz van Dijk, zusammen mit Norbert Vloet von action medeor das  Michael-Ende-Gymnasium, um über seine Arbeit im Township Masiphumelele bei Kapstadt und den betroffenen Kindern und Jugendlichen zu berichten und das Wissen zu dieser Thematik bei den Schülern zu vertiefen. Diesmal traf er den 9. Jahrgang im Forum Corneliusfeld. Lutz van Dijk berichtete lebhaft von den jungen Leuten des Townships, mit denen er häufig zusammen Bücher verfasst oder ihre Erlebnisse in Buchform produziert, um mit dem Erlös die Arbeit vor Ort zu unterstützen. Sie thematisieren das Schicksal der Betroffenen und die schwierige Situation der Aidswaisen, selbst an Aids erkrankten Kindern und die Entwicklungsarbeit im Township allgemein. Es ging auch um positiven Erlebnisse, die  Freuden, die sich immer wieder im alltäglichen Umgang mit den jungen Leuten ergeben. So zum Beispiel berichtete er von einer jungen Frau, die als ausgebildete Sozialarbeiterin ins Kinderheim zurückkehrte oder von cleveren jungen Leuten, die durch die Unterstützung im Heim eine Schulausbildung erhalten. Unterhaltungswert hatte die gemeinsame Einübung der Besonderheiten der Xhosa-Sprache, die „Klicklaute“ verwendet. Die Tontechnik AG der Schule war schon früh am Morgen angerückt, um die Technik aufzubauen. Die St. Töniser Schüler zeigten sich nach der Veranstaltung tief beeindruckt von van Dijks Ausführungen und von seinem Optimismus, den er trotz der schwierigen Arbeit ausstrahlt.

Kopfschütteln über das Aus der Sparkasse in Neersen

Dieses Unverständnis wird nicht geflüstert. Wenn man in Neersen das Thema Sparkasse anspricht, erntet man Kopfschütteln. Die Entscheidung dort die Filiale zu schließen, können  Bürger nicht nachvollziehen. Da kommt vielleicht der Hinweis auf die folgende Sitzung in Viersen gerade recht. Denn der Kreistag des Kreises Viersen kommt am Donnerstag, 4. Juli, zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen. Um 18 Uhr geht es im Sitzungssaal des Forums am Kreishaus, Rathausmarkt 3, los. Auf der Tagesordnung steht der „Bericht zur Strukturveränderung der Sparkasse Krefeld“. Landrat Andreas Coenen, der auch Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse ist, lädt ein. Zuhörer sind willkommen. Und wer sich nicht nur ums Geschäftsklima in Neersen kümmert, der ist thematisch auch an der richtigne Adresse. Es geht in der Sitzung auch um einen möglichen Klimanotstand.

Schönes Sommerfest bei den „Alter-nativen“ in St. Tönis

Zum Abschluss geht es um die „Alter-nativen“. Wie schon berichtet, feiert das Seniorenbüro in diesem Jahr sein 25-Jähriges. Das wurde am vergangenen Freitag mit einem Sommerfest am Pastorswall 11 gefeiert. Seit kurzem betreibt der Verein dort – im Mertenshof – nämlich ein kleines, aber feines Café. Bei bestem Wetter wurde auf der Terrasse nicht nur gefeiert. Die „Alter-nativen“ informierten die Besucher auch über sämtliche Angebote der Initiative.

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