Der SV Vorst schreibt mit Leo Pixken Geschichte im Stadtgeflüster

Stadtgeflüster aus Willich und Tönisvorst : SV Vorst hat Geschichte geschrieben

Im Stadtgeflüster geht es um einen Gänsehautmoment auf dem Platz, den Sprung ins Freibadbecken und – zum Happy End – um ein Ja-Wort.

Der Fußball schreibt die schönsten Geschichten. Und damit leitet der Stadtflüsterer nicht etwa zum ersten Champions-League-Titel für Jürgen Klopp am Samstagabend über, sondern zum Aufstieg (der stand an dem Tag schon fest) und zur Meisterschaft der 1. Fußball-Mannschaft des SV Vorst. Punktlandung! Denn die Erfolge gelangen im 100. Jahr der Vereinsgeschichte. Blauer Himmel und Glückseligkeit also am Wochenende in Vorst. Zum letzten Saisonspiel, dem Heimspiel gegen Meerbusch, hatte der SV seine Fans mobilisiert, zwei Stunden vor Anpfiff schon den Biergarten geöffnet. Und dann setzte die Erste am Anfang der 90 Minuten noch ein besonders i-Tüpfelchen, ach, was flüstern wir, einen Gänsehaut-Moment. Sie erwies Leo Pixken eine besondere Ehre. Dem Mann, der alle Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt hat.

Leo Pixken begleitet die Mannschaften wohin er kann

Friederike Winkens hatte nicht übertrieben, als sie in der Ankündigung einer Überraschung des SV Vorst meinte: „Wir schreiben Geschichte!“ Leo Pixken begleitet mit seinen 89 Jahren die erste Mannschaft jedes Wochenende zu den Spielen. „Vereinsmitglied ist er schon länger als 70 Jahre und auch als Spieler vom SV Vorst war Leo bekannt. Egal ob erste Mannschaft, zweite Mannschaft, Regen, Sonne, ob zuhause oder auswärts: Leo ist immer dabei“. Er sei, betont Winkens im Namen des SV, „eine der vielen guten Seelen des Vereins. Wir sind stolz, einen so treuen Begleiter des SV Vorst zu haben.“ Nun gehe „eine unglaubliche Saison zu Ende“ und deshalb wollte die Mannschaft sich bei Leo ganz besonders für seine Treue bedanken. Der 89-Jährige wurde am Samstag Teil der Ersten Mannschaft. Wie das? Nun: Leo besitzt noch einen gültigen Spielerpass des SV Vorst. Und so lief die Erste zusammen mit ihm gegen den OSV Meerbusch auf und Leo Pixken übernahm den Anstoß. Winkens: „Somit wird er womöglich der älteste Spieler sein, der je in der Kreisliga A in der Startelf bei einem Spiel stand.“ Für den Flüsterer ist es die schönste Geschichte, die am Wochenende im Amateurfußball geschrieben wurde. Und auch das darf er flüstern: Gefeiert wurde bis tief in die Nacht hinein.

Die Knappen aus
Schalke kommen

Den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt gemacht. Meister in der Kreisliga A geworden. Traum in Erfüllung gegangen in diesem besonderen Jahr 2019. Und was feiert der SV Vorst, 100 Jahre jung, jetzt? Nun, der Club verliert den Nachwuchs nicht aus den Augen. Und so erwarten die Vorster jetzt die Profis von Schalke 04, genauer gesagt die Knappen-Fußballschule für Kinder von sechs bis 16 Jahren. Sie gastiert mit S04-Profis in Vorst, vom 8. bis zum 10. Juni. Wer kurz vor Anpfiff des Fußball-Camps dabei sein möchte, kann sich noch anmelden. Es sind noch Plätze frei!

Perfekter Start in die Freibadsaison in Willich

Auch das war eine Punktlandung am Wochenende. Die Freibaderöffnung in Willich. Perfektes Schwimmbadsamstagswetter: leicht bewölkt, sehr angenehme Temperaturen, Sonne satt. Da rief doch die Liegewiese geradezu. Gut gefülltes „Haus“ in De Bütt. Und der Sonntag sattelte an Temperatur sogar noch drauf. Was für ein herrliches erstes Juni-Wochenende. Mal im Ernst: Dem Mai 2019, so ein meteorologischer Gemischtwarenladen, hat auch niemand eine Träne nachgeweint, oder?

Stadtradeln – einige Schulen aus Tönisvorst machen mit

Wer nicht der Aufforderung „Pack die Badehose ein“ gefolgt ist, hat sich vielleicht aufs Rad geschwungen und Kilometer fürs Stadtradeln draufgesattelt? Die erste Woche des dreiwöchigen Aktionsradius ist herum. Der Stadtflüsterer hat noch einmal in die Zahlen und Fakten der Tönisvorster geschaut. Demnach sind 28 Teams mit 174 aktiv Radelnden angemeldet. Das Team „Cornelius on tour“ beispielsweise für die Gemeinschaftsgrundschule Corneliusstraße ist mit 32 aktiven Teilnehmern dabei. Die evangelische Kirchengemeinde mit elf Radlern, die Gemeinschaft unabhängiger Tönisvorster (GUT) radelt mit vier Leuten, die Rupert-Neudeck-Gesamtschule mit 28 Radlern. Daumen hoch dafür. Na, fragt der Stadtflüster, wie oft blieb Ihr Auto in der Garage, wurde der Einkauf mit dem Fahrrad erledigt? Man kann das Klimafreundliche ja auch mit dem Geselligen verknüpfen und mit „de Fiets“ einfach das nächste Ausflugslokal ansteuern. Die Auswahl ist in Tönisvorst sehr groß. Wir haben unseren Fotografen Kurt Lübke am Traumwochenende auf Tour geschickt. Und er hat schöne Bilder mitgebracht. Überzeugen Sie sich von seinem geselligen Halt unter freiem Himmel in Vorst.

Kein Stopp mehr direkt vor Grill und Kiosk in Vorst

Apropos Halt in Vorst. Oder besser gesagt: Halteverbot. Das ist nun per Schild vor „Evi’s Grill“ an der Süchtelner Straße umgesetzt. Es muss sich aber noch bei Kiosk- und Grill-Kundschaft herumsprechen. Der Blick aus der Oedter Straße kommend nach rechts ist nun wesentlich freier – wenn nicht doch ein Wagen direkt vor dem Grill steht. Allerdings wird die Maßnahme auch kontrovers diskutiert. Kurz noch einmal den Hintergrund geflüstert: Die Süchtelner Straße beschäftigt den Verkehrsausschuss immer wieder: viel Verkehr, schnelles Fahren, Einfahrten, die unübersichtlich sind. Und so wurde nun das Halteverbot vor den Häusern 46 bis 52 eingerichtet. Durch die dort häufig parkenden Fahrzeuge hatten Autofahrer, die aus der Oedter Straße auf die Süchtelner Straße abbiegen wollten, nach rechts kaum Sicht auf die Straße. Diese Gefahr sollte der Vorstoß bannen. Nicht jeder findet die Entscheidung gut. Auf der Facebookseite des Vereins „Vorst aktiv“ wird beispielsweise diskutiert. Da sprechen sich Kommentare dafür aus, in Vorst eher mehr kleine Verkehrsinseln zu bauen, um das Tempo der Verkehrsteilnehmer auf den gerade Straßen abzubremsen. Die parkenden Autos hätten genau diesen Vorteil gehabt, auch Fußgänger hätten den Bereich dann relativ gefahrlos überqueren können. Eine andere Stimme spricht sich für eine Ampel an der Kreuzung Süchtelner Straße/Oedter Straße aus. Befürchtet werden durch das Halteverbot auch Nachteile für die beiden Geschäfte, den Kiosk und den Grill. Ja? Nein? In Bezug auf das Halteverbot sind sich die Vorster nicht einig.

Ja, sie will und
wird ja sagen

Apropos ja und nein. In der vergangenen Woche gab es ja das Ja-Nein-Interview mit dem Regieteam Sven Post und Karrie Becker bei den Schlossfestspielen in Neersen. Karrie Becker nahm übrigens sofort das Ja-Schild zur Hand, als es darum ging, ein Foto auf der Festspielbühne zu machen. Pssst! Hinter der prompten Wahl steckt ein schöner Anlass: Denn die junge Regisseurin, die seit vier Jahren in Neersen die Theatersommer verbringt, wird bald privat ja sagen und heiraten. Was sagt man dazu am Niederrhein: „Nein, ist das schön!“

Mehr von Westdeutsche Zeitung