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Gerichtsprozess gegen Mann aus Willich: Täter bietet Opfer Entschädigung an

Angeklagter aus Willich : Willicher gesteht Beteiligung an Raub

(sts) Vor der Zweiten Großen Strafkammer am Krefelder Landgericht hat jetzt der Prozess gegen zwei junge Männer (22 und 26 Jahre) aus Willich und Aachen begonnen. Den beiden Angeklagten wird bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie versuchter, besonders schwerer Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung vorgeworfen.

So soll der 26-jährige Beschuldigte zwischen November und Dezember 2020 rund 2,6 Kilogramm Marihuana in der Meerbuscher Wohnung eines Bekannten gelagert haben. Die Drogen seien zum gewinnbringenden Verkauf bestimmt gewesen, wird ihm vorgeworfen. Zugleich habe der Angeklagte in jener Wohnung auch Waffen – darunter eine Machete, ein Nahkampfmesser sowie einen Gummischlagstock – verwahrt.

Etwa 100 Gramm Marihuana sollen die Beschuldigten einem Dritten übergeben haben, der es weiter veräußern sollte. Es sei diesem aber nicht gelungen, die Drogen für eine ausreichende Summe zu verkaufen. Daraufhin fuhren die beiden jungen Männer laut Anklageschrift in Begleitung weiterer Personen zu dem Geschädigten, lockten ihn nach draußen und setzten ihn in ein Auto. Mit diesem fuhren sie in die Wohnung des 26-Jährigen. Dort sei der Mann – mit Billigung des 22-jährigen Willicher Beschuldigten – von dem 26-Jährigen Angeklagten bedroht, geschlagen und getreten worden. Zudem habe er dem Geschädigten eine geladene Schreckschusspistole in den Mund gehalten und ihn aufgefordert, in den nächsten Tagen 2000 Euro zu beschaffen.

Beide Angeklagte zeigten sich geständig. Der 26-Jährige ergänzte, dass er die Tat bedauere und sein Opfer gern zumindest materiell entschädigen wolle. Auch der 22-Jährige bereue „die ganze Sache“, sagte er, betonte aber, nicht an den Drogengeschäften beteiligt gewesen zu sein.

Bei der Tat selbst sei er zwar dabei gewesen, habe dem Mann aber nichts getan. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum er dem Geschädigten nicht geholfen habe, entgegnete der Willicher: „Hätte ich das mal gemacht!“

Die Verhandlung wird am Donnerstag, 17. Juni, fortgesetzt.