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Starkregen: Willich, Tönisvorst, Kempen und Grefrath stark betroffen

Straßen überflutet : So heftig haben Unwetter mit Starkregen im Kreis Viersen gewütet

In Willich, Tönisvorst, Kempen und Grefrath gab es mehr als 100 Einsätze für die Freiwilligen Feuerwehren. Starkregen sorgte für überflutete Straßen und vollgelaufene Keller.

In der Nacht zu Samstag tobten sich am Firmament Blitz und Donner, Regen und Sturm aus, was wiederum auf der Erde, im Kreis Viersen, bei vielen Menschen für eine aufregende und schlaflose Nacht sorgte. Einmal bei den Bürgern, die vor allem durch den Starkregen mit vollgelaufenen Kellern oder überfluteten Straßen zu tun hatten und zum anderen bei denen, die kamen, um zu helfen: die Freiwilligen Feuerwehren von Kempen, Grefrath, Tönisvorst und Willich. In der Zeit zwischen 20.30 Uhr und den frühen Morgenstunden des Samstags hatten die Ehrenamtlichen alle Hände voll zu tun. So gab es in Tönisvorst mehr als 75, in Anrath 34 und in Grefrath 31 Einsätze.

Ganze Straßenzüge standen in Anrath unter Wasser

Schwerpunkt des Starkregens in Willich war Anrath. Besonders betroffen war der Bereich Süchtelner, Pastor-Schöneberg- und Kornelius-Feyen-Straße. Dort standen die Straßen komplett unter Wasser, so Bernd Ihlefeld, Sprecher der Willicher Gesamtwehr. Der erste Alarm ging gegen 20.53 Uhr ein. Der Löschzug Anrath wurde zu einer vollgelaufenen Souterrainwohnung an der Steinstraße gerufen. Ihlefeld: „Kurz danach häuften sich die Notrufe aus dem überfluteten Bereich, so dass zunächst der Stabsraum im Gerätehaus Schiefbahn zwecks Koordinierung der Einsätze besetzt wurde.“

Da war bereits der Löschzug Clörath den Anrather Kollegen zu Hilfe gekommen. Unterstützung kam auch aus Schiefbahn mit zwei weiteren Löschfahrzeugen. „Insgesamt wurden bis Mitternacht in Anrath 34 Einsatzstellen abgearbeitet. In fast allen Fällen handelte es sich um vollgelaufene Kellerräume und Tiefgaragen oder tiefergelegene Wohnräume“ so Ihlfeld. Durch die Einsatzkräfte aus Schiefbahn und Willich sei der Grundschutz im Stadtgebiet sichergestellt gewesen.

Auch der Löschzug Neersen war im Einsatz. Er wurde gegen 22.03 Uhr alarmiert und nach Tönisvorst entsandt. Dort sorgte der Regen vor allem in Vorst hauptsächlich für vollgelaufene Keller. „Starker Regen mit rund 75 Liter Wasser je Quadratmeter“, sei die Ursache für die Einsätze gewesen, teilt der Tönisvorster Wehrsprecher David Bräuning mit. Der Einsatzschwerpunkt war in Vorst und in den in nördlicher Richtung liegenden Außenbezirken. Innerhalb weniger Minuten nach Regenbeginn, so Bräuning, gingen über 75 Notrufe bei der Kreisleitstelle in Viersen ein – alle von Tönisvorstern. „Das führte gegen 20.38 Uhr zu einer Alarmierung aller Einsatzkräfte und der Bildung einer Einsatzleitung. Hier galt es nun, die Einsätze zu priorisieren und nach und nach abzuarbeiten.“ Überwiegend vollgelaufene Keller mussten mit Pumpen vom Wasser befreit werden, wie auch überflutete Straßen. Bräuning lobt die Hilfsbereitschaft in den Nachbarschaften. Und er berichtet von einem Feuer: „In einem Gebäude an der Kokenstraße drang das Regenwasser in die Stromverteilung des Hauses ein und sorgte für einen Brandeinsatz. Dieser konnte schnell gelöscht werden. Anschließend trennte der Stromversorger das Gebäude vom Netz. Für die insgesamt 68 Einsatzkräfte war der Einsatz zunächst gegen 3 Uhr beendet.“ Aber auch am Samstagvormittag hatten Bürger noch weitere Unterstützung der Wehr nötig.

In Kempen konzentrierten sich die Einsätze am Freitagabend auf den Westen. Betroffen waren vor allem die Bereiche Wall, Klixdorf und Ziegelheide. Das teilt der Sprecher der Gesamtwehr, Andreas Wingens, mit. „Die Löschzüge Kempen, Schmalbroich und St. Hubert sowie die Löschgruppe Unterweiden waren mit 90 Kräften im Einsatz und pumpten vollgelaufene Keller und Wohnungen leer.“ Zudem musste die B 509 aufgrund von Überflutung zischen den Kreuzungen Butzen- und Oedter Straße gesperrt werden. Wingens weiter: „Wegen der angespannten Wetterlage im gesamten Kreis Viersen und dem damit einhergehenden erhöhten Einsatzlage, wurde zur Entlastung der Kreisleitstelle die Einsatzzentrale in der Wache Kempen besetzt.“

In Grefrath waren vor allem Oedt und Mülhausen von den Folgen des Starkregens betroffenen. Gegen 20.37 Uhr wurden die Löschzüge der beiden Ortsteile alarmiert, so Wehrsprecher Edmund Laschet. Einsatzorte waren vollgelaufene Keller, Wohnungen oder ganze landwirtschaftliche Anwesen. Wegen der weiteren zahlreichen Hilferufe wurden auch der Löschzug Grefrath mit der Löschgruppe Vinkrath zur Unterstützung angefordert. „31 Einsatzstellen wurden abgearbeitet. An einigen Einsatzstellen waren die eingeteilten Kräfte lange gebunden, da erhebliche Wassermengen aus den Gebäuden abgepumpt werden mussten“, so Laschet. Insgesamt waren 13 Fahrzeuge mit 59 Einsatzkräften bis in die Morgenstunden im Einsatz.