BKA-Fahndung: Viersener soll Kinder missbraucht haben - Festnahme in Krefeld

BKA-Fahndung: Viersener soll Kinder missbraucht haben - Festnahme in Krefeld

Tausende Fotos und Videos soll ein Mann aus Viersen vom Missbrauch zweier Jungs (7 und 10) ins Internet gestellt haben. Nur Stunden nach der Veröffentlichung von Fahndungsfotos wird er in Krefeld gefasst.

Viersen. Nach der Veröffentlichung von Fahndungsfotos eines mutmaßlichen Sexualstraftäters ist in der Nacht zum Dienstag ein Mann festgenommen worden. Es handele sich bei ihm um den Tatverdächtigen, meldete das Bundeskriminalamt (BKA) am frühen Dienstagmorgen auf Twitter. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde der 45-jährige Mann aus Viersen am Dienstagmorgen gegen 2:45 Uhr in einem Hotel in Krefeld gefasst. Der Beschuldigte soll keinen Widerstand geleistet haben.

Sehr schnell seien beim Bundeskriminalamt zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Kollegen des 45-jährigen Mannes sollen ihn erkannt haben. Dadurch habe man den Deutschen identifizieren können. Noch am Montag sei seine Wohnung in Viersen durchsucht worden. Laut Oberstaatsanwalt Alexander Badle stellte die Polizei jedoch elektronische Datenträger sicher. Von dem Verdächtigen fehlte allerdings jede Spur.

Noch am Dienstag soll der Mann einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Vorwurf: Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern sowie die Herstellung von kinderpornografischen Schriften. Der mutmaßliche Kinderschänder sei nicht vorbestraft, so Badle. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft handelte der Mann allein.

Das BKA und die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt hatten am Montag die Fotos des Mannes veröffentlicht, der zwischen Oktober 2014 und Ende 2017 mehrfach zwei Kinder missbraucht haben soll. Am Montag wurde bekannt, dass eine heiße Spur zu dem Mann nach Viersen führe. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Gerolf Ungefuk gegenüber unserer Zeitung. Informationen der „Bild“-Zeitung zufolge soll der Mann von Beruf Taxifahrer sein.

Auf der Suche nach dem Mann hatten sich das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Montag an die Öffentlichkeit gewandt.Insgesamt liegen den Behörden nach eigenen Angaben mehr als 3800 Bild- und Videodateien vor. Sie zeigen den schweren sexuellen Missbrauch von zwei etwa 7 und 10 Jahre alten Jungen. Mindestens 12 Fälle von Kindesmissbrauch in einer Dachgeschosswohnung seien auf den Aufnahmen zu sehen, teilten die Ermittler mit. Die Bild- und Videoaufnahmen waren vermutlich seit Oktober 2014 gefertigt worden und wurden im Dezember 2017 auf einer kinderpornografischen Plattform im sogenannten Darknet veröffentlicht. red/er/dw/dpa