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Energie- und Gewerbepark Elmpt: Mehrere Investoren bieten mit

Kreis Viersen : Großes Interesse am Flughafen

Für den ehemaligen Militärflughafen soll bis zum Sommer ein Investor gefunden sein.

Landrat Andreas Coenen (CDU) brachte es bei seiner Begrüßung auf den Punkt: Das Projekt sei „eine irre Chance“. In der Begegnungsstätte Niederkrüchten waren rund 220 Interessierte der Einladung der Entwicklungsgesellschaft Energie- und Gewerbepark Elmpt (EGE) gefolgt, um sich über die Entwicklung der Pläne zu informieren.

Das Gelände des ehemaligen britischen Militärflughafens ist mit 880 Hektar (8,8 Quadratkilometer) riesig, aber nur ein Teil, nämlich 150 Hektar, wird in ein Gewerbe- und Industriegebiet umgewandelt. Aber alleine mit dieser Fläche steht Elmpt einzigartig in ganz Nordrhein-Westfalen da. Weit und breit gibt es keine so große zusammenhängende Gewerbefläche. Dass von den 150 Hektar rund 20 für lokale Klein- und Mittelbetriebe reserviert sind, wurde erneut hervorgehoben. Auch der Golfplatz bleibt unangetastet. Außer dem Gewerbegebiet entlang der Autobahn 52 sollen dort noch Grünflächen, ein nationales Naturerbe und ein Energiepark mit Photovoltaik und Windkraftanlagen Platz finden.

Schnell war klar, dass es keine Wohnbebauung geben wird

Die Briten haben ihren Abzug schon früh angekündigt. Eine Perspektivenwerkstatt in der Gemeinde Niederkrüchten machte sich schon früh Gedanken, was hier passieren solle. Schnell war klar, dass es keine fliegerische Nutzung mehr und auch keine Wohnbebauung geben wird. Heute ist sich Bürgermeister Karl-Heinz Wassong (parteilos) sicher, dass der geplante Gewerbepark positive Auswirkungen auf die Gemeinde haben wird. Auch die Entwicklungsgesellschaft EGE, an der die Gemeinde Niederkrüchten, der Kreis Viersen und die Wirtschaftsförderung für den Kreis beteiligt sind, wurde bereits 2016 gegründet. Sie hat vieles vorgeplant, die politischen Entscheidungen auf Gemeinde- und Kreisebene koordiniert und das Projekt europaweit ausgeschrieben. Der Zeitplan ist ambitioniert. Die EGE strebt eine zeitnahe Vermarktung der Liegenschaft und eine zügige Ansiedlung von Unternehmen an. Bis zum zweiten Quartal 2020, sprich vor der Sommerpause, will sie die Verhandlungen mit einem Investor abschließen und einen Kaufvertrag unterzeichnen. Zurzeit sind die drei Geschäftsführer Tobias Hinsen (Gemeinde Niederkrüchten), Ingo Schabrich (Kreis Viersen) und Thomas Jablonski (Wirtschaftsförderung) dabei, das „erfreuliche Feld an Bietern“ zu prüfen.

Die Schnellbuslinie 83
soll das Gelände erschließen

Den aufmerksam zuhörenden Besuchern waren die enormen Potenziale dieses Projektes – gesprochen wurde von mehreren Tausend neuen Arbeitsplätzen – durchaus klar geworden. Das förderte auch Begehrlichkeiten. Aus dem Publikum kam die Frage auf, warum denn die EGE die Vermarktung nicht selber übernehme und den zu erwartenden Gewinn der öffentlichen Hand zuführe. Noch gehört das Gelände dem Bund. Die EGE verhandelt mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BImA). Sie ermittelt zurzeit den Wert des Geländes. Bei einem Kaufvertrag wird die EGE zeitgleich den Kaufvertrag mit dem neuen Investor abschließen. Es geht dabei um einen dreistelligen Millionenbetrag.

Für Ingo Schabrich ist der eingeschlagene Weg die 1b-Lösung, weil die BImA nicht nur das Risiko trägt, sondern bei der Investorensuche auch mitbestimmen kann. Ein Bürger äußerte so auch die Sorge, dass dort eine chemische Fabrik entstehen könne. Das würde sich nicht mit der nachhaltigen Entwicklung vertragen, die für das gesamte Gelände angestrebt wird. Bedauerlich ist, dass die vorhandene Schienenverbindung vor 15 Jahre entwidmet und zurückgebaut wurde. Dafür wird die bestehende Schnellbuslinie 83 das Gelände
erschließen. hb