Tiernahrung: Fabrik schließt

Tiernahrung: Fabrik schließt

Der Leuther Standort mit 54 Mitarbeitern wird aufgegeben. Grund sind laut Geschäftsführung hohe Rohstoffpreise.

Leuth. Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) berichtete noch im Frühjahr, dass der Umsatz in der Branche 2010, wie in den beiden Vorjahren, ein Plus verbuchte: „Mit insgesamt 3,7 Millionen Euro lag der Gesamtumsatz 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.“

Umso mehr wurden Mitarbeiter und Betriebsrat der Leuther Firma „Bosch Saturn Tiernahrung GmbH + Co. KG“ jetzt von einer bevorstehenden Betriebsschließung überrascht. „Die Bosch Saturn Tiernahrung GmbH + Co. KG schließt den im letzten Jahr aus der Insolvenz übernommenen Produktionsstandort für Heimtiertrockenfutter in Nettetal (früher Rodi Petfood, Anm. der Redaktion).

Der Grund dafür sind die in den letzten Monaten stark gestiegenen Rohstoffkosten, die nicht durch Preiserhöhungen am Markt weitergegeben werden können“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genussmittel, Gaststätten (NGG) kann das nicht nachvollziehen: „Richtig ist, dass die Rohstoffpreise stark gestiegen sind, aber das gilt auch für die Lebensmittelbranche. Wir wissen, dass der Markt für Futtermittel für Großtiere sehr hart ist, aber in Nettetal wird Trockenfutter für Heimtiere produziert. Deshalb sind wir überrascht“, sagt NGG-Sekretärin Manja Wiesner. Ebenso plötzlich kommt die Schließung für die Stadt Nettetal. Noch im Juni gab es aus dem Rathaus grünes Licht für Erweiterungspläne.

Von der Schließung sind 54 Mitarbeiter betroffen. Für sie soll in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern in den nächsten Wochen eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden. Die Produktion wird künftig am Standort der Bosch Tiernahrung in Blaufelden (Baden-Württemberg) konzentriert.

Betriebsratsvorsitzender Dirk Held: „Priorität hat für uns jetzt der Interessenausgleich für die Kollegen.“ Viele Mitarbeiter seien bereits seit mehr als 15 Jahren im Leuther Futtermittelwerk beschäftigt. Die Kündigungsfristen reichen bis April 2012. Gemeinsames Ziel: ein einvernehmlicher Sozialplan.

Zum Datum der Schließung machen weder Geschäftsführung noch Betriebsrat Angaben. Vermutet wird Ende 2011. Gerüchten, wonach schon Maschinen demontiert wurden, widerspricht der Betriebsrat Held: „Die Produktion geht normal weiter.“

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