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Volles Haus bei "Swinging Christmas" des Lions Clubs Kempen

Benefizkonzert des Lions Clubs Kempen : Volles Haus bei „Swinging Christmas“

Beim Benefizkonzert begeisterten die Kempen Big Band und Konstantin Reinfeld.

(jka) Das musikalische Highlight des traditionellen Weihnachtsjazzkonzerts „Swinging Christmas“ mit der Kempen Big Band vor ausverkauften Rängen im Kolpinghaus war das äußerst kreative Zusammenspiel der beiden „Special Guests“ Konstantin Reinfeld (Mundharmonika) und Benyamin Nuss (Piano) mit Bandleader Markus Türk (Trompete) in dem Stück „Blues in the Closet“. Das furiose Trio riss das Publikum von den Sitzen.

Der satte Sound der 26-köpfigen Kempen Big Band ist ein Hörgenuss. Nach zwei ausgefallenen Konzerten hatten die Musiker wieder so richtig Lust, dem Publikum einzuheizen. Und das gelang mit bekannten Weihnachtsliedern wie „Let it snow“, „Santa Claus is coming to town“ und „Santa Baby“, erstmals gefällig intoniert von dem erst 18-jährigen Ilyas Adjana, einem jungen, in Kempen geborenen Jazzsänger, dessen Eltern aus Togo stammen.

Martin Kamps vom veranstaltenden Lions Club Kempen wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass mit dem Erlös aus dem Benefizkonzert unter anderem die Kempener Tafel und Kinderprojekte unterstützt werden. Er versprach dem Publikum, das Konzert der Kempen Big Band werde „70 Prozent Eskalation und 30 Prozent Emotion“ bringen. Und er hatte nicht zu viel versprochen.

Der 25-jährige Kempener Reinfeld, ein großartiger Mundharmonikaspieler sowohl in der Klassik wie im Jazz, hat inzwischen weltweite Engagements. Was er aus einem kleinen Instrument herausholt, ist schier unglaublich. Er kam mit seinem kongenialen Partner an den Tasten, Benyamin Nuss, gerade aus Leipzig, wo er am Vortag im berühmten Gewandhaus aufgetreten war. Er begeisterte bei seinem Heimspiel vor allem auch in seinem Solo mit dem Jazzstandard „All of me“. Nach einem Mix populärer Weihnachtsongs interpretierte die Kempen Big Band mit den Solokünstlern zwei Eigenkompositionen von Türk: „Back from the sun“ und das temperamentvolle „How can you close your eyes“.

Viel Freude bereitete der Lions Club seinen Gästen mit einer Ehrung: Die beiden Hülser „Taxi Toni“ und „Taxi Willi“ sind zwei Originale, die man in der Thomasstadt bestens kennt. Die beiden wurden für ihr Lebenswerk geehrt, die Ehrung nahm Bürgermeister Christoph Dellmans (parteilos) vor. Er erinnerte in seiner Rede an die beste Zeit der Zwillinge, die musikalisch im Rock‘n‘Roll unterwegs waren und seit den 1960er Jahren als „Kelty Brothers“ Erfolge feierten: der eine als Gitarrist, der andere als Schlagzeuger. Für den erkrankten Bruder Willi nahm Toni die Ehrung entgegen und bedankte sich mit Liedvorträgen: Armstrongs „What a wonderful world“ und einem Lied auf Platt.