Kempen: Keine Furcht vor Aschermittwoch

Kempen: Keine Furcht vor Aschermittwoch

Das Kempener Prinzenpaar steht zum letzten Mal vor den berühmten tollen Tagen. Kurz vor der heißen Phase ihrer letzten Session haben Rainer und Angelika Pasch den Fragebogen der WZ beantwortet.

Kempen. Am 11.11.2015 begann für Rainer und Angelika Pasch eine neue Zeitrechnung. An diesem Tag wurde verkündet, dass die beiden St. Huberter drei Jahre lang das Kempener Prinzenpaar werden. Kinder, wie die Zeit vergeht: In ein paar Tagen endet die Amtszeit von Rainer I. und Angelika I., die mit ihren Kindern Christoph und Simone eine tolle Prinzenfamilie gebildet haben. Kurz vor den letzten tollen Tagen als Prinzenpaar gibt es heute den WZ-Fragebogen mit Rainer und Angelika Pasch. Die WZ hat elf Fragen zusammengestellt — und die Antworten haben es zum Teil in sich. Helau und viel Spaß beim Lesen — und Rätseln. . .

11 Fragen an. . .

Was war das schönste Erlebnis in Eurer bisherigen Amtszeit?

Rainer und Angelika Pasch: Es fällt schwer, da eine Auswahl zu treffen. Wenn du jeden Moment lebst und genießt, dann ist jeder der schönste. Aber zweifelsohne sind die Proklamation und der Rosenmontagszug die Veranstaltungen, die besonders sind und auch entsprechende Eindrücke hinterlassen.

Was war die größte Enttäuschung für Euch?

Rainer und Angelika: Das war die Absage des Rosenmontagszugs. Die Situation, nicht zu wissen, ob der Zug nachgeholt wird oder nicht, war schon sehr schmerzhaft und spontan eine Riesenenttäuschung.

Nach der Zugabsage 2016 hat sich der Rhythmus im Prinzenpaar-Dasein etwas verändert. Proklamation und Rosenmontagszug werden nicht mehr in einer Session sein. Ist das Eurer Meinung nach eine gute Lösung?

Rainer und Angelika: In jedem Problem steckt auch eine Chance. Bei der neuen Variante wird durch die Verlegung ein Highlight im zweiten Jahr der Regentschaft geschaffen. Auch der Bau vom Prinzenwagen und die damit verbundenen organisatorischen Themen sind einfacher zu handhaben. Das muss dann nicht inkognito durch einen Mittelsmann erfolgen. Wir halten das für eine gute Lösung.

Fürchtet Ihr Euch vor Aschermittwoch oder wird dann auch Erleichterung eintreten?

Rainer und Angelika: Nein, wir fürchten uns nicht, denn nur das, was zeitlich begrenzt ist, ist und bleibt auch was Besonderes. Wenn etwas keine Last ist, braucht es auch keine Erleichterung.

Was passiert nach der Session mit dem Prinzenornat und dem Prinzessinnenkleid? Bekommen die guten Stücke einen Ehrenplatz?

Rainer und Angelika: Da gibt es einen ganz pragmatischen Ansatz. Wir werden das Ornat auf dem Speicher einlagern. Gemeinsam mit Krippe, Weihnachtsschmuck, Koffern und Kinderspielzeug ist das auch ein Ort, an dem sich viele Erinnerungen befinden.

Wie hat Euren Kindern Christoph und Simone, die die Prinzenfamilie komplett gemacht haben, das närrische Treiben gefallen?

Christoph: Mir haben die drei Sessionen sehr viel Spaß gemacht. Würde ich noch einmal vor die Entscheidung gestellt werden, meine Eltern als Page zu begleiten, meine Entscheidung wäre die gleiche. Ich kann auf viele tolle Erinnerungen zurückblicken, die ich nicht mehr missen möchte.

Simone: Es waren wirklich drei tolle Jahre als Pagin. Es gab auch mal Momente, in denen die Laune nicht ganz so jeck war, wie beim Ausfall des Rosenmontagszugs. Ich werde aber immer gerne an die Zeit als Teil der Prinzenfamilie zurückdenken.

Bei wem möchtet Ihr Euch für diese vielen Eindrücke und Erlebnisse bedanken?

Rainer und Angelika: Bei allen, die mit uns gemeinsam Karneval gefeiert haben. Alle, die dazu beigetragen haben, dass das ein unvergessliches Erlebnis wurde. Besonders auch bei den karnevalstreibenden Vereinen, dem KKV und ganz besonders bei unserem Adjutanten Heinz Kox.

Hat man als Prinzenpaar auch hin und wieder keine Lust auf Karneval? Seid Ihr vielleicht auch mal froh, auf der Couch zu sitzen statt im Saal auf der Bühne zu stehen?

Rainer und Angelika: Es gibt nichts Besseres als ein Karnevalslied, das dies beschreibt. „Denn wenn et Trömmelche jeht, dann stonn mer all parat.“ Die Müdigkeit ist dann vergessen. Egal wie anstrengend die Tage und Abende waren, das ist uns niemals in den Sinn gekommen.

Wie viele Orden habt Ihr bislang in Eurer Amtszeit verliehen?

Rainer und Angelika: Insgesamt haben wir zirka 600 Orden verliehen. Dazu gehören auch Orden, die auf Prinzentreffen mit anderen Prinzenpaaren getauscht wurden.

Würdet Ihr noch einmal für drei Jahre in die Rollen von Prinz und Prinzessin schlüpfen?

Rainer und Angelika: Diese Frage ist unglücklich formuliert. Wir brauchen nicht darüber nachzudenken, wenn wir noch einmal vor der gleichen Situation stehen würden. Wir haben die Entscheidung nie bereut und würden sie immer wieder so treffen. Ein zweites Mal würde allerdings Erwartungen wecken, die eventuell dann so nicht eintreten würden. Es gibt Sachen im Leben, die sollte oder darf jeder nur einmal machen.

Wer wird das nächste Kempener Prinzenpaar?

Rainer und Angelika: Da haben wir uns eine durchaus ernstzunehmende Antwort in Form eines Rätsels ausgedacht. Es ist nicht besonders schwer zu lösen. Wir haben eben Karneval. (Die Antwort in Form von ägyptischen Hieroglyphen sehen Sie auf dem Foto unten.)