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Die Stadt Kempen hat endlich neue Sirenen montiert

Warnung der Bevölkerung : Neue Sirenen: In Kempen wird wieder geheult

Das lange Warten hat ein Ende. Die Stadt Kempen hat in den vergangenen Wochen zehn neue Sirenen installiert.

Am Dienstagnachmittag hielten die Menschen in der Altstadt kurz inne. Denn mitten im Kirmes-Getöse gab es ein weiteres Geräusch, das etwas irritierte. Gleich zweimal heulte so etwas wie eine Sirene. Und die gehörte in der Tat nicht zur Sommerkirmes, wie die Pressestelle der Stadt auf Anfrage der WZ bestätigte. „Auf dem Dach des Rathauses wurde eine neue Sirenenanlage installiert“, so Kirsten Pfennings vom Presseamt. Bei diesem Vorgang sei die Sirene dann zweimal versehentlich ausgelöst worden. Kein Grund zur Unruhe also.

Im Gegenteil: Die Rathaus-Sirene ist eine von zehn Anlagen, die in den vergangenen Wochen im Stadtgebiet installiert worden sind, um in möglichen Schadenslagen besser gewappnet zu sein. Am Donnerstag sei die Installation komplett abgeschlossen worden, so die Stadt Kempen. Die Maßnahme hat laut Verwaltung 100 000 Euro gekostet.

Damit ist der Kreis Viersen nun in Sachen Sirenen-Alarm wieder vollständig ausgerüstet. Während alle anderen Kommunen schon seit mehreren Monaten wieder über funktionierende Anlagen verfügen, war in Kempen bei Probe-Alarmen in den vergangenen Monaten nahezu nichts zu hören. Lediglich auf der Feuerwache an der Heinrich-Horten-Straße war Geheule zu vernehmen. Dort ist die Anlage – ein Prototyp – schon seit dem vergangenen Jahr funktionstüchtig. Die anderen zehn Sirenen, die mit Fördermitteln angeschafft worden waren, lagerten derweil auf dem Gelände des Baubetriebshofes. Der Grund: Die Stadt Kempen hatte weder Personal noch Zeit, um die technischen Voraussetzungen zu schaffen (die WZ berichtete).

Sirenen sollten schon
vor einem Jahr in Betrieb sein

Eigentlich sollten die Sirenen schon Mitte 2018 wieder aufheulen. Doch daraus wurde wegen des teils komplexen Aufbaus nichts. Im März 2019 gab der Technische Dezernent Marcus Beyer dann das Ziel aus, die Anlagen Mitte des Jahres in Betrieb nehmen zu können. Dies hat nun geklappt.

Vor allem mit Blick auf sogenannte Großschadenslagen  der vergangenen Jahre setzte sich unter Experten die Meinung durch, dass die Bevölkerung auch wieder per Sirene gewarnt werden sollte.  Das war in den 1990er Jahren noch anders: Damals herrschte die Philosophie vor, dass die sogenannten stillen Alarme für die Einsatzkräfte bei jedweden Schadenslagen ausreichend seien. Daher wurden die Sirenen in den meisten Kommunen weitgehend abgebaut – auch in Kempen.

Bereits Anfang der 2000er Jahre hätte in der Region wieder ein Umdenken hin zur Sirenen-Warnung eingesetzt, wie Ordnungsdezernent Hans Ferber vor einigen Monaten in einem Gespräch mit der WZ verdeutlichte. Damals habe es im Uerdinger Rheinhafen einen Unfall mit einem mit Giftstoffenen beladenen Schiff gegeben. „Damals sind Giftstoffe ausgetreten, die für die Bevölkerung in Uerdingen und Krefeld eine Gefahr darstellten“, so Ferber. Unter anderem seitens der Krefelder Feuerwehr habe es dann den Vorschlag zum Sirenen-Comeback gegeben. „Zum Beispiel deshalb: Wenn Sie mit einem Lautsprecherwagen durch ein Wohngebiet fahren, öffnen die Menschen vielleicht zunächst das Fenster. Eigentlich soll aber per Lautsprecher verkündet werden, dass die Fenster geschlossen bleiben sollen“, sagt Hans Ferber. In solchen Fällen mache die zusätzliche Sensibilisierung per Sirene Sinn. Daher hätten sich die zuständigen Behörden, in den vergangenen Jahren darauf verständigt, wieder Sirenenanlagen zu installieren.

Nun ist man also auch in Kempen wieder auf entsprechende Problemlagen eingestellt. Nicht zuletzt wegen vermehrt auftauchender Extrem-Wetterlagen (Sturm etc.) sei dies auch sinnvoll, wie Dezernet Beyer in der Ratssitzung im März betont hat. Neben den Anlagen auf dem Rathaus und auf der Feuerwache sind die Sirenen an folgenden Standorten zu finden bzw. zu hören: Firmenstandort (Am Selder 33), Pumpstation (Kerkener Straße), Pumpstation (Magdeburger Straße), Villa Basels (St. Peter-Allee 32), Schulzentrum St. Hubert (Hohenzollernplatz 19), Feuerwache St. Hubert (Bendenstraße), Feuerwehr Unterweiden (Krefelder Weg), Feuerwehr Schmalbroich (Ziegelheider Straße), Feuerwehr Tönisberg (Rheinstraße).

Beim nächsten Probealarm am Samstag, 6. Juli, um 12 Uhr sollen die neuen Sirenen erstmals zu hören sein. Dann gibt es wieder den kreisweiten Test, der monatlich durchgeführt wird.

kempen.de