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Neue Nutzung für Tönisberger Zeche: Stadt macht den nächsten Schritt

Tönisberger Zeche : Der Weg zum „Zechen-Campus“

Die Stadt will zügig einen Bebauungsplan aufstellen, um in Tönisberg ein Gewerbegebiet zu ermöglichen.

Auf dem Weg zu einer neuen Nutzung des Tönisberger Zechengeländes will die Stadt Kempen jetzt den nächsten Schritt gehen. In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Klimaschutz (UPK) sollen die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans auf den Weg gebracht werden. Hintergrund ist das Projekt „Zechen-Campus“, das Investor Wolf-Reinhard Leendertz realisieren möchte. Nach langwierigen Verhandlungen hatte der Krefelder das stillgelegte Zechengelände von der Ruhrkohle AG gekauft. In der letzten UPK-Sitzung präsentierte Leendertz der Politik seine Pläne, um technologische, innovative und kreative Unternehmen anzusiedeln.

Wie berichtet, hat Leendertz nach eigenen Angaben auch schon einen ersten Mieter an der Hand. Ein Team von Aachener Forschern möchte mit seinem „Start-Up“ nach Tönisberg wechseln. Die Entscheidung hänge aber davon ab, wie schnell die behördlichen Verfahren in Gang gesetzt werden, hieß es in der jüngsten UPK-Sitzung. Da die Konzeptvorstellung bei den Politikern auf große Begeisterung gestoßen ist, folgte die Bitte der Fraktionen an die Verwaltung, schnellstmöglich die von der Stadt Kempen zu beeinflussenden Prozesse auf den Weg zu bringen.

Und das soll nun bereits am 8. Juli in der nächsten UPK-Sitzung geschehen. Im neuen Flächennutzungsplan ist der Erhalt aller Zechen-Gebäude vorgesehen. Nur der Bau des Folienherstellers Naue, der das Gelände schon verlassen hat, soll abgerissen werden. Auf diesem Teil des Areals sind mehr als 300 Parkplätze geplant.

Die denkmalgeschützten Gebäude (unter anderem der Förderturm) sollen eine herausragende Stellung im Konzept haben. So ist in diesem Bereich die Schaffung von Grünflächen und Plätzen vorgesehen. Ferner wollen Stadt und Investor großzügige Grün- und Freiflächen vorsehen. Arbeitswelt und Freizeitgestaltung sollen „eng miteinander verknüpft“ werden, heißt es in der Verwaltungsvorlage für die Sitzung.

Das Areal soll zu einem Gewerbegebiet werden. Es sei aber keineswegs im Sinne der Stadt Kempen, alle gewerblichen Nutzungen uneingeschränkt zuzulassen. Sogenannte Vergnügungsstätten will die Stadt in Tönisberg nicht haben. Zu dieser behördlichen Eingruppierung gehören unter anderem Diskotheken, Spielhallen sowie Tanz- und Nachtclubs. Herkömmliche gastronomische Betriebe und Anlagen für kulturelle Zwecke (Theater oder Kino) oder auch ein Fitness-Studio könnten aber möglich sein. Bei den jeweiligen Zulassungen für Einzelhandelsbetriebe und Gastronomie will die Stadt aber auch gegebenenfalls einschränkende Festsetzungen treffen.

Welche Mieter sich aber in ferner Zukunft im neuen Gewerbegebiet ansiedeln werden, bleibt Investor Leendertz überlassen. Wie im Krefelder Mies-van-der-Rohe-Park plant er auch in Tönisberg eine architektonisch und kulturell anspruchsvolle Nutzung. So könnte es in Kooperation mit Heimat- und Förderverein ein Museum geben. Das hatte das Unternehmen bereits in Aussicht gestellt. Kommerzielle Massenbetriebe – wie ein Fitness-Studio – sind wohl nicht wahrscheinlich.

Nun geht es aber in Kempen zunächst darum, die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Sollten Flächennutzungsplan und Bebauungsplan am 8. Juli verabschiedet werden, erfolgt eine öffentliche Auslegung von vier Wochen. In dieser Zeit werden Fragen, Anregungen und Einwände gegen die Pläne gesammelt. Wann die Pläne tatsächlich verabschiedet werden können, hängt von diesen Einwänden und auch von der Abstimmung mit der Bezirksregierung ab.

kempen.de