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Neviges: Mit gelben Stimmkarten das neue Nevigeser Presbyterium gewählt

Neviges : Mit gelben Stimmkarten das neue Nevigeser Presbyterium gewählt

Die evangelisch-reformierte Gemeinde passt sich den Veränderungen an. Auch auf Tönisheide wurde en bloc abgestimmt.

Gabriele Salmon vom Wahlvorstand kam nach vorne zum Altar und verkündete das Ergebnis der Preybyteriumswahl „Es wurden 66 Wahlkarten ausgegeben. Davon stimmten 63 mit Ja, drei Enthaltungen und keine Neinstimmen.“ Damit war das neue Leitungsgremium der evangelisch-reformierten Gemeinde Neviges gewählt. Applaus brandete auf, Pfarrer Detlef Gruber freute sich und fragte: „Ist der Sekt schon kalt gestellt?“

Das neue Verfahren zur Wahl des Presbyteriums sollte ein bisschen gefeiert werden, denn mit der Teilnahme an der Erprobung des Wahlverfahrens en bloc folgt die Gemeinde den veränderten Rahmenbedingungen: „Rückgang an Gemeindegliedern, an Finanzmitteln und Wahlbeteiligung“, zählte der Geistliche auf. „Um Kosten, Zeit und Verwaltungsaufwand zu sparen sind wir unter dem Stichwort ,Kirche mit leichtem Gepäck’ unterwegs.“

Die Gemeindeversammlung fand erst am Sonntagnachmittag statt

Um die Besonderheit der Wahl zu verdeutlichen, wurde die Gemeindeversammlung auf den Sonntagnachmittag verlegt. Alle Wahlberechtigten erhielten nach dem Abgleich mit dem Wählerverzeichnis eine gelbe Stimmkarte. Das neue Leitungsgremium, das von 1,86 Prozent der Nevigeser Wahlberechtigten legitimiert wurde, setzt sich aus folgenden zehn Mitgliedern zusammen: Meike Biewald, René Görtz, Ingeborg Grosche, Christiane Helmes, Sebastian Hennlich, Uwe Mendorf, Gabriele Nettelbeck, Dietgard Reith, Jörg Sindt und Tobias Wegschaider. Am 29. März werden sie offiziell in ihr Amt eingeführt.

Auf Tönisheide fand der Wahlgang nach dem regulären Sonntagsgottesdienst am Morgen statt. Das neue Presbyterium besteht nach 55 Ja-Stimmen aus folgenden Gemeindegliedern: Hans-Georg Berenwinkel, Hartmut Haustein, Gudrun Joest, Bettina Kretzer, Martina Müller, Marcel Petersen, Katja Schwätzler, Frank Seiler und Dorothea Seiler.

„Wir hätten regulär acht Stellen im Presbyterium zu besetzen, es gab einen Bewerber mehr, um den wir das Gremium erweitert haben. Bei einer herkömmlichen Wahl an der Wahlurne hätten wir einen vergrätzt“, ist sich der Tönisheider Pfarrer Wolfhard Günther sicher, der als Stellvertreter des Superintendenten dem neuen Verfahren besondere Aufmerksamkeit schenkte. „Es gab Leute, die sagten, dass sei wie bei den Blockwahlen seinerzeit in der DDR. Wir möchten Erfahrungen sammeln, dann sehen wir, was in vier Jahren ist und wie dann vorgegangen wird.“ In den nächsten Wochen konstituieren sich die Presbyterien, verteilen die Aufgaben. uba