Wülfrath : Stadtkirche feierlich wiedereröffnet

Bei einem besonderen Gottesdienst präsentierte die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde das sanierte Gotteshaus.

„Wir können am Reformationstag einen wunderschönen Kirchenraum präsentieren, hell und warm – und hoffentlich ist dies ein Grund für die Gläubigen, auch die künftigen Gottesdienste in großer Zahl zu besuchen.“ Kirchbaumeister Manfred Hoffmann zeigte sich am Abend der Wiedereröffnung der Stadtkirche hochzufrieden mit dem Ergebnis der monatelangen Bau- und Sanierungsarbeiten. Das Gotteshaus wiederum platzte buchstäblich aus allen Nähten. Rund 300 Gläubige waren gekommen, um einen besonderen Gottesdienst mitzuerleben.

Die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde hat es verstanden, einen würdigen Rahmen für den Anlass zu präsentieren, ohne den Spaß zu kurz kommen zu lassen. Für den sorgte Kantor Thomas Gerhold, der vor allem beim Lied „Jesus is my salvation“ seine Entertainer-Qualitäten zeigte. Er brachte die Gläubigen auf humorvolle Art dazu, dieses Lied als vierstimmigen Kanon zu singen. Als es anfangs etwas zögerlich zuging, ermutigte er charmant die Gläubigen, mitzumachen. Am Ende sangen fast alle mit. Zuvor hatte Thomas Gerhold Keyboard gespielt. Die Flötistin Sonja Ortmanns bezauberte die Gläubigen mit ihrem Spiel. Die Geistlichen Ingolf Kriegsmann, Thomas Rehrmann und Henriette Sauppe feierten den Gottesdienst gemeinsam, unterstützt von Architekt Rainer Gebauer und Manfred Hoffmann. Sie trugen Psalme vor.

Die Stadtkirche gewinnt durch den neu geschaffenen Mittelgang

Pfarrer Thomas Rehrmann beschrieb seine Gefühle so: „Man merkt glücklich, es ist soweit, die Zeit ist da.“ Der Endspurt, die letzten Arbeiten, war für den Geistlichen eine spannende Zeit. „Es hat aber alles rechtzeitig geklappt“, sagte Thomas Rehrmann. Auch er ist vom Ergebnis beeindruckt. Die Stadtkirche sei aufgeräumter, wirke offener und die Achse, der frei gebaute Mittelgang, sorge für eine Luftigkeit. Pfarrer Ingolf Kriegsmann sagte, dass noch 50 Stühle für das Seitenschiff angeschafft werden sollen. Die momentan 250 Sitzplätze zwangen so manchen Gläubigen, den Gottesdienst im Stehen zu verfolgen. Die Stühle müssen allerdings noch ausgesucht werden und auch für sie sollen Spender gefunden werden, die ihr Namensschild verewigen lassen können. Die Kosten taxiert der Pfarrer auf 200 bis 300 Euro pro Systemstuhl.

Die Lacher auf seiner Seite hatte der Landtagsabgeordnete Martin Sträßer (CDU). Er war eigentlich pünktlich gekommen, musste aber schon im Eingangsraum der Stadtkirche warten, weil sich vor ihm eine lange Warteschlange gebildet hatte. „Wir brauchen einen Anbau“, so sein Kommentar. Als Vertreter der Verwaltung war der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Preuß (SPD) zur Wiedereröffnung der Stadtkirche gekommen. Auch er zeigte sich beeindruckt. „Die Sanierung ist sehr gut gelungen“, so sein Fazit.

Manfred Hoffmann blickte als Kirchbaumeister auf die Sanierungszeit zurück. Er sprach von 107 Arbeitstagen, davon waren 100 Sonnentage. Die Hitzephase im Sommer hatte dazu geführt, dass die Schieferplatten 78 Grad heiß wurden. 15 002 Schieferplatten wurden mit bis zu 40­ 000 Nägeln verbaut, sagte der Kirchbaumeister, hatte diese aber nicht einzeln gezählt, wie er mit einem Schmunzeln im Gespräch mit der WZ erklärte. Die ursprünglich kalkulierten Kosten in Höhe von 600­ 000 Euro werde man unterschreiten.