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Erinnerungen an die Realschule sind im Rathaus zu sehen

Erinnerungen an die Realschule sind im Rathaus zu sehen

Zu der Ausstellung gehören Fotos und eine Schulchronik.

Wülfrath. Wer das Wülfrather Rathaus betritt, wird im Foyer von etlichen Stellwänden begrüßt. Sie laden mit ihren zahlreichen Fotos ein, in Erinnerungen zu schwelgen. Die Ausstellung gewährt einen umfassenden Einblick in 163 Jahre Schulleben und informiert gleichzeitig über die Historie der Theodor-Heuss-Realschule, die 1855 als „Höhere Privatschule“ mit 14 Jungen ins Leben gerufen wurde. Sie war die älteste Schule Wülfraths.

Zehn Jahre nach ihrer Gründung wurden auch Mädchen zugelassen und die Schülerzahl erhöhte sich auf 27. Ab 1900 wurde die Schule von der Stadt verwaltet und 1921 gingen bereits 176 Schüler in die „Höhere Stadtschule“.

Frieder Winterberg, ehemaliger Schulleiter der Realschule

Den Namen „Theodor-Heuss-Realschule“ erhielt sie im März 1964. Damals wurde sie von 555 Jugendlichen besucht, 22 Lehrer unterrichten. 1996 wurde der Erweiterungsbau an der Bergstraße eingeweiht, und 1999 waren es schon 700 Schüler. Doch die Erfolgsgeschichte hat nun ein Ende. Die Realschule wurde am 7. Juli geschlossen. Aus diesem Anlass wurde die Ausstellung zusammengestellt.

„Aufgrund der Feiern zur Verabschiedung der Theodor-Heuss-Realschule hatten ehemalige und aktuelle Kollegen über drei Monate vielfältiges Material gesichtet sowohl aus dem jeweiligen eigenen Fundus, als auch aus den Ergebnissen eines Aufrufes im Winter in der Öffentlichkeit“, sagt der ehemaliger Schulleiter Frieder Winterberg. Dabei kamen eine Menge Fotos, aber auch Videoausschnitte zusammen, die thematisch sortiert wurden. Die Ausstellung war zunächst während der Aktionen zur Schulschließung zu sehen.

„Rund 1000 Besucher waren von den Exponaten sehr berührt“, sagt Winterberg. Das berichteten sie auch über die sozialen Netzwerke, so erfuhr Bürgermeisterin Claudia Panke davon, die eine Teilausstellung ins Rathaus holte. Dort werden durch die eindrücklichen Fotos nicht nur die Klassenfahrten lebendig, sondern auch Schulpartnerschaften mit Kirgistan und Togo.

Klassenfotos — begonnen mit Jahrgang 1948 bis heute — laden Ehemalige ein, sich selbst auf den Bildern zu suchen. Auch große Aktionen wie das Musical oder die Peerleader, die eine spezielle Schulung bekamen, um bei der Durchführung von abenteuer- und erlebnispädagogischen Projekten wie der „Schule bei Nacht“ zu helfen, sind bildlich festgehalten.

Peter Brunner, Besucher

Einen Blick durch die Jahrzehnte bieten die Tafeln „Schule live“ und „So ändern sich die Zeiten“ — und natürlich dürfen auch die Kollegen nicht fehlen, die mit witzigen Sprechblasen versehen wurden. „Es weckt viele Erinnerungen“, sagt Peter Brunner, der sich die Ausstellung ansieht. „Ich war selbst auf der Schule und mein Sohn auch.“ Er sehe die Bilder mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es war eine tolle Zeit, aber nun ist sie vorbei“, sagt Brunner, „nicht nur für mich. Auch für die Schule.“

Wer noch einmal ins Realschulleben eintauchen möchte, kann das noch bis zum 17. August im Rathaus tun.