Velbert: Barrierefreies Zuhause finden oder herrichten

Velbert : Barrierefreies Zuhause finden oder herrichten

Verbraucherzentrale gibt Tipps zum mobilitätsgerechten Gestalten der eigenen vier Wände.

Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, brauchen eine Wohnung ohne Hindernisse, um sich dort uneingeschränkt bewegen zu können. Besonders betrifft dies Menschen, die auch mit Rollator oder Rollstuhl so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben möchten. Wohnungen sind für Mobilitätseingeschränkte jedoch nicht immer leicht zugänglich, Türen und Duschen sind häufig mit Schwellen versehen.

„Bislang gibt es für barrierefreies Wohnen keine eindeutigen und ausreichenden Standards“, bedauert Andreas Adelberger von der Verbraucherzentrale NRW in Velbert. Deshalb sei es wichtig, die Wohnung, in der Menschen mit Mobilitätsproblemen leben oder in die sie einziehen möchten, beizeiten genau unter die Lupe zu nehmen. „Nur ein individueller Check zeigt deutlich, ob die Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehört, dass man sich uneingeschränkt von der Straße bis zur Wohnungstür und in allen Räumen bewegen kann ohne anzuecken“, erklärt Andreas Adelberger. Der Leiter der Beratungsstelle an der Friedrichstraße 107 zählt auf, welche Beratungs- und Finanzhilfen in Anspruch genommen werden können.

Prüfen und Planen

Im Vorfeld gilt es zu klären, ob sich die bisherige Wohnung umbauen und mobilitätsgerecht gestalten lässt oder ob der Umzug in ein neues Zuhause sinnvoller ist. Rat finden Betroffene bei den Wohnberatungsstellen. Wenn ein Umzug sinnvoll erscheint, ist zu klären, ob eine Rampe vorhanden ist, um ungehindert ins Haus zu kommen. Befindet sich die als „barrierefrei“ angepriesene Wohnung nicht im Erdgeschoss, muss auch ein Aufzug zur Beförderung vorhanden sein. Zur Prüfung ist es im Vorfeld sinnvoll, eine Checkliste mit individuellen Kriterien zu erstellen, die vorhanden sein sollten.

Wohnungssuche

Wer sich im Internet auf die Suche nach einem neuen Domizil begibt, der sollte vorgeblichen Versprechen wie „stufenlos und glücklich“ mit Skepsis begegnen. Die Existenz eines Lifts oder eines schwellenlosen Bodens reicht meist nicht aus, um eine Wohnung als „barrierefrei“ zu bezeichnen. Breite von Durchgängen und Türen, das Vorhandensein von Handläufen, ein ausreichender Bewegungsradius in den Räumen, besonders im Bad, und ein mit Rollator und Rollstuhl unterfahrbares Waschbecken gehören beim Check der Bewegungsfreiheit in den eigenen vier Wänden ebenfalls hinzu. Vor einem Besichtigungstermin empfiehlt es sich bereits nach den eigenen Anforderungen zu fragen, um sich einen überflüssigen Besuch zu sparen. Eine Checkliste zur barrierefreien Wohnungssuche finden Interessenten online.

Wohnraumanpassung

Pflegebedürftige, die gerne weiter zu Hause leben möchten, können auf Antrag bei ihrer Pflegekasse bis zu 4000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen erhalten. Mit dem Umbau sollte jedoch erst begonnen werden, nachdem der Antrag bewilligt wurde. Sonst besteht die Gefahr, dass man auf den Kosten sitzen bleibt.

Weitere Finanzhilfen

Für Mieter als auch für Eigenheimbesitzer bietet die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen Zuschuss oder einen günstigen Kredit für den Abbau von Barrieren in den eigenen vier Wänden an. Menschen mit Schwerbehinderung stehen darüber hinaus besondere Baudarlehen zur Verfügung. Wichtig auch hier: Man sollte die Bewilligung der Finanzspritze durch die KfW abwarten, bevor mit einem Bau oder einer Anpassung begonnen wird. Auch eine Förderungsnachfrage bei der NRW Bank kann sich lohnen: Sie übernimmt in besonderen Fällen sämtliche anerkannten förderfähigen Bau- und Baunebenkosten in selbst genutztem Wohneigentum, maximal jedoch 100 000 Euro, pro Wohnung oder Eigenheim als Darlehen. Ein Antrag muss von der Stadt- oder Kreisverwaltung vor Ort bewilligt werden.

Beratung beim Umbau

Wie man einen Umbau plant und welche Fördertöpfe dazu zur Verfügung stehen, dazu informieren die Wohnberatungsstellen in NRW, online erreichbar. Bautechnische Hinweise zum Umbau und zur Anpassung des eigenen Wohnraums gibt es im Netz auch von den Energieberatern der Verbraucher­zentrale. HBA

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