Eishockey: Sieg und Niederlage: Die Aliens zeigen zwei Gesichter

Eishockey : Sieg und Niederlage: Die Aliens zeigen zwei Gesichter

Der Eishockey-Regionalligist gewinnt gegen Dinslaken, aber gegen Neuss reicht nur ein gutes Drittel nicht aus.

Als Kapitän Dennis Fischbuch vier Minuten vor dem Ende wegen Beinstellen auf die Strafbank geschickt wurde, begann das große Zittern auf der Spielerbank und bei den mitgereisten Gästefans der Ice Aliens. Die Dinslaken Kobras konnten die numerische Überzahl jedoch nicht nutzen, selbst als der Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis genommen wurde, und verloren auch das zweite Heimspiel in dieser Saison gegen die Außerirdischen mit 2:3.

Die Mannschaft von Trainer Krystian Sikorski begang schwungvoll — den ersten Treffer erzielten jedoch die Kobras. Dreyer traf in der dritten Minute für die Hausherren. Als Marvin Cohut wegen Haken für zwei Minuten auf der Strafbank saß, glichen die Ice Aliens in Unterzahl aus: Bleyer bewies bei einem Konter ganz viel Übersicht und bediente den freistehenden Fischbuch, der keine Mühe hatte die Scheibe im Tor unterzubringen (18.). Der 1:1-Zwischenstand hatte nach dem ersten Drittel Bestand. Im zweiten Drittel konnten beide Torhüter nicht bezwungen werden, auf der Seite der Ice Aliens hütete Oster das Tor, weswegen es auch nach dem zweiten Abschnitt mit dem 1:1 in die zweite Drittelpause ging. Im letzten Drittel gingen die Gäste früh in Führung: Brinkmann fälschte einen Schuss von Gießen zum 2:1 für Ratingen ab (41.).

Sechs Minuten später glichen die Kobras aus – Robin Dambacher traf für die Hausherren (47.). Als sich die anwesenden 328 Zuschauer schon auf eine Verlängerung einstellten, trafen die Ratinger zum wichtigen 3:2 (56.). Bleyer erzielte nach starker Vorarbeit von Fischbuch die wichtige Führung, die bis zum Ende der Partie Bestand hatte. Trainer Sikorski zeigte sich nach Spielende zufrieden: „Das war spielerisch sehr gut von den Jungs“.

Das erste Sechs-Punkte-Wochenende lässt auf sich warten

Doch das Lob hielt nicht lange vor: Beim zweiten Spiel am Wochenende waren noch 100 Sekunden zu spielen, als Krystian Sikorski alles auf eine Karte setzten musste: Zu Gunsten eines sechsten Feldspielers nahm der Ice Aliens-Trainer Torhüter Christoph Oster vom Eis, um den 3:3-Ausgleichstreffer zu erzielen. Wenige Sekunden vor dem Ende scheiterte Verteidiger Dominik Scharfenort am bärenstarken Neusser Torhüter Ken Passmann – und vergab damit endgültig die letzte Ausgleichschance. Die Aliens verloren ihr Heimspiel gegen den Neusser EV tatsächlich 2:3 (0:1, 0:2, 2:0).

Die Gastgeber begannen vor 365 Zuschauern am Sandbach schwungvoll. Marvin Cohut (2.), Tobias Brazda (4.) und Max Bleyer (5.) hätten Ratingen früh in Führung bringen können, vergaben jedoch in aussichtsreicher Position. Auch im Anschluss drückte die Mannschaft von Trainer Sikorski auf die Führung, Bleyer scheiterte nach einem stark vorgetragenen Konter an Passmann (8.). Kurz danach kam es zu einer längeren Spielunterbrechung, als die Gästefans aus Neuss anlässlich der beginnenden Karnevalssession Konfetti auf das Eis warfen.

Die ungeplante Spielpause schien die Ice Aliens etwas aus dem Konzept geworfen zu haben: Mit dem erstem nennenswerten Angriff ging Neuss durch Schahab Aminikia in Führung (10.).

Die Pausenansprache von Sikorski fiel ausgiebig aus – erst kurz vor Ende der Drittelpause, die Neusser Spieler warteten schon auf dem Eis, betraten die Außerirdischen das Eis. Doch die Worte verpufften schon sechs Minuten nach Drittelbeginn: In Überzahl erhöhte Thorben Beeg für Neuss auf 2:0 (26.). Während bei den Gastgebern offensiv wenig zusammen lief, legte der NEV noch vor der Pause nach. Aminikia traf per Strafschuss zum 3:0, zuvor wurde der Stürmer von Gießen gefoult (36.).

Nach vier Minuten im letzten Drittel verkürzte Brinkmann für Ratingen. Doch obwohl die Ice Aliens die Neusser im eigenen Drittel regelrecht einschnürten und sich viele Chancen herausspielten, fiel kein Tor mehr.

Damit verpasste die Mannschaft das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison. Krystian Sikorski wirkte nach Spielende leicht angesäuert: „Im ersten und im zweiten Drittel waren wir viel zu passiv.“