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Statt Weisommer: Virtuelle Weinprobe in Mettmann

Essen und Genuss : Weinsommer findet im Netz statt

Der Weinsommer kann nicht in der Oberstadt gefeiert werden. Also verlegt Jens-Christian Holtgreve das Event ins Netz. Winzer erklären ihre Weine, die es ab sofort zu bestellen gibt, Bands musizieren und die Veranstaltung ist interaktiv.

Im ganzen Land gibt es in diesem Sommer keine Großveranstaltungen. Im ganzen Land? Nein! Ein organisationsfreudiger Mann hört nicht auf, Events zu konzipieren. Weil der Weinsommer nicht wie sonst auf dem Marktplatz gefeiert werden kann, entwickelt Jens-Christian Holtgreve Mettmanns erste virtuelle Weinprobe. „Wir wären nicht wir, hätten wir nicht einen Plan B“, sagt Jens-Christian Holtgreve über sich und seine Mitstreiter aus dem Vorstand von Mettmann Impulse.

Als klar wurde, der Weinsommer kann bedingt durch die Auflagen der Corona-Pandemie nicht wie geplant über die Bühne gehen, „waren wir traurig“. Bereits gedruckte Werbeplakate fürs Event wurden in die Tonne geworfen. „Weil wir aber mit den Winzern, die nach Mettmann gekommen wären, die ganze Zeit in Kontakt waren, und viele von ihnen individuelle Weinproben anbieten, kamen wir auf die Idee des virtuellen Weinkellers.“ Jeder für sich und doch alle zusammen gehen dafür ins Netz.

„Das kennt man ja jetzt aus Video-Konferenzen“, beschreibt „Mr. Weinsommer“, wie per Mouse-Klick dann via www.mettmann.live Zugang zu einem virtuellen Raum geschaffen wird – diesmal zu einem Weingarten. „Jeder lädt seine Freunde, die Familie oder Bekannte ein. So entsteht auf jeden Fall eine gemütliche Runde.“

Dann reichen Mobilfunktelefon oder Rechner, der Klick auf eine der zwei für den Abend freigeschalteten Web-Adressen, „und Sie schalten sich per Web-Cam in unseren virtuellen Weingarten. Das soll natürlich eine abwechslungsreiche Geschichte werden“, beschreibt er gewollte Interaktivität.

Die Winzer werden nicht, „wie ich es aus so manchem Gähn-Video kenne“, bloß von sich und ihrem Weingut erzählen. Die Weine, die dann am 3. Juli von den Winzern geschlürft, gegurgelt und fachmännisch beschrieben und konsumiert werden, können die Weingartengäste ebenfalls genießen – wenn sie rechtzeitig bestellen.

„Keiner der Winzer hat sich lumpen lassen“, beschreibt Holtgreve das Angebot neun verschiedener Sorten vom Gewürztraminer über Merlot, Grauburgunder bis zum klassischen Riesling. Zu dem Weinpakat gehört außerdem „ein kleiner Snack“, wie Jens-Christian Holtgreve Leckereien in Form von Schinken und Käse beschreibt. „Ja, das hat seinen Preis“, nämlich knapp 90 Euro. „Aber neun Flaschen trinkt keiner allein“. Rrechne man die Summe durch vier Personen ,„und das ist ja realistisch, passt es gut“.

Nicht nur kulinarische Gnüsse stehen bevor, auch ein bisschen Kultur soll angeboten werden – so wie es bei den vergangenen Weinsommern immer der Fall gewesen ist. Einige Überraschungen sind geplant, dem Vernehmen nach gehören musikalische Einsprengsel von Ben Waters und Bernd Schönefeld dazu.

„Das wird eine interaktive Sache“, beschreibt Holtgreve das Drumherum. Zwar werden die Mikrophone der virtuellen Gäste für die Dauer der Zeit, in der die Winzer Wissenswertes über die von ihnen angebotenen und verköstigten Kreszenzen reden, abgestellt. „Aber wir Moderatoren betreuen parallel einen Chat“, und in diesem Chat können Weinliebhaber permanent ihre Kommentare und Fragen notieren. Mit Musik und mancher Live-Schaltung „entsteht eine bunte Veranstaltung“.

„Von der Idee sind einige angetan“, beschreibt der Organisator erste Resonanzen. „Allerdings ist die Zeitschiene supereng“, nur wer bis zum 25. des Monats bestellt und am 1. Juli sein Päckchen bei Mettmann Impulse abgeholt hat, ist im Weingarten mit den passenden Getränken zur virtuellen Probe dabei.