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Justiz in Mettmann: Prozess gegen Bankräuber mit Taschentrick

NRW : Vor Gericht: Bankräuber und Brandstifter

Mit Daumen und Zeigefinger imitierte er eine Waffe, und an Tankstellen spielte er mit dem Feuer.

Es war der 10. Februar um 11.20 Uhr, als ein mit Mund-Nasen-Schutz und Kapuze maskierter Mann plötzlich in einer Bankfiliale in der Breite Straße stand. Mit der rechten Hand in der Jackentasche eine Schusswaffe imitierend, soll der 38-Jährige auf eine Bankmitarbeiterin zugegangen sein mit den Worten: „Geld her. Schnell. Keine Polizei“. Die geschockte Mitarbeiterin hatte dem Mann über den „Ausgabeschlitz“ 5000 Euro ausgehändigt, die der Bankräuber in eine rote Plastiktüte steckte und verschwand.

Nur eine Stunde später
überfiel er eine Bank in Velbert

Mit dem gleichen Auftritt soll er nur eine Stunde später in einer Filiale der gleichen Bank in Velbert aufgetaucht sein, um dort zu rufen: „Das ist ein Überfall, Geld her!“ Auch hier soll er die Hand so in der Jackentasche gehalten haben, dass die Bankmitarbeiterin sich bedroht gefühlt und gefürchtet haben soll, der Täter werde gleich auf sie schießen. Zwei Zeugen war es gelungen, den Mann zu überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Die Voraussetzung für den jetzt beginnenden Prozess.

Später stellte sich heraus: Der Bankräuber war für die Beamten kein Unbekannter. Bereits vor zwei Jahren waren zwei Tankstellen in Mettmann nur knapp einer Katastrophe entgangen, nachdem der Heiligenhauser versucht haben soll, dort Benzin in Brand zu setzen. Am 31. August 2019 soll er in den frühen Morgenstunden bei einer der Tankstellen zwei Zapfpistolen in die Hand genommen und versucht haben, Kraftstoff auf dem Boden zu verteilen und mit einem Feuerzeug anzuzünden.

Nachdem das nicht gelang, soll er einen Feuerlöscher betätigen haben. Noch in der gleichen Nacht soll der Angeklagte bei einer weiteren Tankstelle zum Zapfpistole gegriffen haben, um damit Benzin auf dem Boden zu verteilen. Als er eine glühende Zigarette in die Benzinpfütze warf, sollen Mitarbeiter geistesgegenwärtig die Kraftstoffzufuhr der Zapfsäule unterbrochen und den Brand gelöscht haben.

Derweil soll der Brandstifter sein Fahrzeug geradewegs auf den Parkplatz der Polizeibehörde zugesteuert haben, dort auf einen Streifenwagen zugefahren und kurz vor dem Zusammenprall ausgewichen sein. Auch zwei auf dem Hof befindliche Polizeibeamte sollen durch schnelles Weglaufen einen Unfall gerade noch verhindert haben, bevor der Angeklagte bei seiner Flucht erst mit der Grundstücksbegrenzung kollidiert und dann – auf der Gegenfahrbahn fahrend – über eine rote Ampel gefahren sein soll. Nach seiner Festnahme soll eine Blutprobe 1,3 Promille ergeben haben. Der Prozess beginnt am 10. August. Es sind mehrere Tage   angesetzt