Monheim: Ökumenischer Kreis begrüßt Moschee-Steuer

Monheim : Ökumenischer Kreis begrüßt Moschee-Steuer

Monheimer Religionsvertreter wünschen sich eine Imam-Ausbildung in Deutschland.

. Als der Rat der Stadt im Sommer 2016 über den städtischen Vorschlag diskutierte, den beiden islamischen Gemeinden Zuschüsse von insgesamt 845 000 Euro für den Kauf von Moschee-Grundstücken zukommen zu lassen, ging es auch um das Thema „Abhängigkeit“. Schließlich sollte diese Verträge mit der Ditib, dem von Ankara kontrollierten Dachverbands türkischer Moscheevereine in Deutschland, geschlossen werden. In eben diesem Sommer, in dem Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Tausende von Regierungskritikern aus ihren Ämtern fegte und ins Gefängnis steckte.

Jetzt hat sich der KKV-Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ mit dem Thema „Moscheesteuer“ befasst. Er begrüße grundsätzlich den Vorschlag, in Deutschland eine „Moschee-Steuer“ für Muslime einzuführen, heißt es in einer Presseerklärung. „Eine solche Regelung hätte den Vorteil, dass die muslimischen Gemeinden finanziell unabhängiger wären. Gleichzeitig wäre damit auch eine größere Transparenz gegeben“, betonte Bernd Wehner, Sprecher des Gesprächskreises. Von daher könne eine Moscheesteuer – ähnlich der Kirchensteuer – eine Lösung sein.

Der Gesprächskreis unterstütze deshalb den Islamwissenschaftler Bülent Ucar, Mitglied der Deutschen Islamkonferenz, wenn er alternativ die Einrichtung von Stiftungen für denkbar hält. Auch die staatliche Förderung der Integrationsarbeit in den muslimischen Gemeinden sei für ihn eine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung. Auch seiner Forderung, in Deutschland die Imam-Ausbildung zu ermöglichen, damit die Gemeinden nicht mehr auf ausländische Geistliche angewiesen seien, stimmt der Gesprächskreis zu. „Diesen Vorschlag haben wir schon vor einiger Zeit gemacht“, erinnern Erdogan Akpolat und Mohamed Adib, Dialogbeauftragte der DITIB Moscheegemeinde Monheim. „Wir benötigen Imame, die entweder in Deutschland aufgewachsen sind oder noch besser hier ausgebildet werden.“ Deshalb plädiere man auch für einen „deutschen Islam“: Muslime müssten sich in Deutschland unabhängig von ihrer Nationalität zusammenschließen, um sich so als einheitliche Glaubensgemeinschaft zu präsentieren. Die DITIB müsse sich als deutsche Organisation entwickeln. elm

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