Monheim : Sie begleiten Kinder in ihrer Entwicklung

Drei angehende Erzieher aus Monheim sind sicher: Sie erlernen ihren Traumberuf.

Joshua Wiesner arbeitet in der SKFM-Kindertagesstätte St. Johannes an der Friedenauer Straße. Der 19-Jährige ist Jahrespraktikant im Anerkennungsjahr und hat die klassische Erzieherausbildung absolviert. Er besucht das Berufskolleg Opladen, wo er neben der Erzieherausbildung auch Abitur gemacht hat. Jetzt, im vierten und letzten Ausbildungsjahr, verdient Wiesner endlich Geld und lernt die Praxis kennen. In seinen ersten Ausbildungsjahren hat er nur jeweils sechs Wochen Praktika in verschiedenen Kitas absolviert.

Was reizt einen jungen Mann daran, Erzieher werden zu wollen? „Die Arbeit mit Kindern macht mir Spaß“ sagt er. „Ich habe mich immer gerne um meinen kleinen Bruder gekümmert, habe dann in der neunten Klasse ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht“ und dann war ihm klar, dass er Erzieher werden wollte. Inzwischen weiß er sogar: „Ich will nach der Ausbildung nicht studieren, sondern in der Kita bleiben. Ich arbeite gerne mit Vorschulkindern, will sie in ihrer Entwicklung fördern und spiele gerne mit ihnen.“

In der Kita St. Johannes schätzt er die Vielfalt der Spielmöglichkeiten drinnen und draußen. „Besonders gerne gehe ich mit den Jungen und Mädchen auf das Außengelände zum Schaukeln, Rutschen und Klettern. Aber auch drinnen gibt es viele Angebote: Rollenspiele und Bewegung, Malen oder in der Puppenecke sitzen.“ Wiesner findet: „Wer Spaß an Kindern hat, sollte es ausprobieren. Ich bin froh, diesen Weg gegangen zu sein.“

Chantal Theile und Guiseppa Tuttolomondo (v.l.) machen eine Ausbildung zur Erzieherin. Foto: Ilka Platzek

In der Awo-Kita Villa Regenbogen an der Linzer Straße werden zwei junge Frauen ausgebildet: Chantal Theile und Guiseppa Tuttolomondo, beide sind 23 Jahre alt. Chantal Theile ist Jahrespraktikantin, stammt aus Monheim und fühlt sich bei der Awo wohl: „Wir sind ein gutes Team, haben eine engagierte Leitung und der Träger unterstützt Fortbildungen indem er etwas dazuzahlt und jetzt, im letzten Jahr, werden wir schon fast wie Vollzeitkräfte eingesetzt“, freut sie sich. Außerdem habe man ihr gesagt, dass sie übernommen werde: „Man wird intern weiter vermittelt.“ Gewöhnungsbedürftig war für sie das offene Erziehungskonzept der Awo: „Es gibt keine Gruppen, sondern Funktionsbereiche, etwa das Atelier für kreative Kinder.“

Theile ist auf Umwegen zum Erzieherberuf gekommen: „In meinem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) war ich Integrationshelferin. Das hat mir so gut gefallen, dass ich beschlossen habe, mit Kindern zu arbeiten. Mit Jugendlichen geht noch nicht, da bin ich vom Alter her noch zu dicht dran“, findet sie. Ihr gefällt es, „Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten. Die geben so viel zurück: Liebe, Dankbarkeit, die nehmen einen in den Arm…“

Azubis schätzen die Bezahlung
ab dem ersten Lehrjahr

Giuseppa Tuttolomondo macht die Praxisintegrierte Ausbildung (Pia), die es erst seit 2012 gibt. Sie wurde eingeführt, um den dringend benötigten Erziehernachwuchs schneller auszubilden und gleichzeitig die Attraktivität des Berufs zu steigern. Gerade ältere Azubis schätzen es, bereits im ersten Ausbildungsjahr je nach Träger 800 bis 1000 Euro zu verdienen.

Das gilt auch für die 23-jährige Giuseppa Tuttolomondo. Sie hatte bereits mit dem Sonderpädagogikstudium angefangen, das ihr zu theoretisch war, als sie von Pia hörte. „Ich wollte eigentlich nachmittags Kinder nach der Schule betreuen, habe dann aber ein FSJ in einer Kita gemacht.“ Außerdem hat sie im Altersheim und im Kindergarten gearbeitet. Damit erfüllte die junge Frau die Zugangsvoraussetzungen für diesen Ausbildungsgang: Abitur plus 900 Stunden Arbeit in diesem Bereich oder Fachabitur oder eine abgeschlossene Ausbildung zur Kinderpflegerin.

„Ich habe mich dann beim Berufskolleg in Mettmann angemeldet und bin jetzt im zweiten Ausbildungsjahr. Montags und dienstags gehe ich zur Schule, den Rest der Zeit bin ich in der Einrichtung.“ Für die junge Frau ist das der richtige Weg: „Mir gefällt, dass man direkt mit Kindern zusammen ist und die Theorie gleich ausprobieren kann. Auch in den Klausuren kennt man die Beispiele und schließlich ist es schön, Geld zu verdienen.“ Angehende Pia-Erzieher haben Anspruch auf Urlaub und Weihnachtsgeld.