Monheim: 120 Interessierte besichtigen Mack-Pyramide

Monheim : 120 Interessierte besichtigen Mack-Pyramide

Beim Tag des offenen Denkmals war das Interesse der Besucher groß an dem ungewöhnlichen Gewerbebau, der in den Jahren immer weiter verfiel. Nun soll die Mack-Pyramide ein Kunsthaus werden.

Wenn sich in Monheim Türen für die Bürger öffnen, die lange verschlossen waren, darf man gespannt sein. Dahinter verbergen sich nicht nur ungeahnte Schätze, sondern auch neue Ideen. So beim gestrigen Tag des Offenen Denkmals, als Kulturmanager Martin Witkowski in die Mack-Pyramide an der Opladener Straße eingeladen hatte. „Die Karten waren nach drei, vier Stunden schon weg“, sagte der Geschäftsführer der Monheimer Kulturwerke. Gut 120 Besucher lockte der architektonisch ungewöhnliche Gewerbebau an, der einst optisches Kleinod war und dann immer mehr verfiel, nachdem der Auftraggeber 2008 Insolvenz angemeldet hatte. „Als Nachbarin muss ich doch wissen, was hier los ist“, sagte Lilo Ehringer, kunstinteressierte Geschäftsführerin der Firma Menk. Und als Kunstfreundin begrüßte sie, dass die Stadt das einzigartige Bauwerk kaufte und nun als Kunsthaus umfunktionieren will.

Kleinteilige Kultur soll das
alte Gebäude neu beleben

Als Vorschuss brachte Ehringer zum neuen Kultur-Domizil schon mal Brot und Salz für den Hausherrn mit. Witkowski arbeitet schon an Ideen für das begehbare Kunstobjekt des Zero-Künstlers Heinz Mack. Wiederbelebt werden soll es durch eher kleinteilige Kultur mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und anderen überschaubaren Veranstaltungen. „Toll, was hier alles so Schönes passiert in Monheim“, sagte die ehemalige Lehrerin Beate Schambil. Nachbarin Monika Kuhnhenn pflichtete bei: „Sehr interessant. Ich wollte hier schon immer mal reinschauen. Endlich!“ Sogar ein paar Langenfelder kamen angeradelt: „Wir fahren immer an diesem Gebäude vorbei und wissen nun endlich, wie es drinnen aussieht“, erklären sie.

Allerdings bleibt noch einiges zu tun, die Blessuren, die Unwissende dem Kunstbau des Mönchengladbacher Architekten Horst Schmitges zufügten, zu heilen. 1,5 Millionen Euro wolle man investieren, sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann später. Selbst der Wasserlauf um und durch das Haus soll in den alten Zustand zurück versetzt werden. Unter Denkmalschutz steht das Bauwerk, das 1990 bezogen wurde, derzeit noch nicht. So ganz einfach sei der ungewöhnliche Bau mit Sicherheit nicht umzunutzen. „Es ist ohne Zweifel ganz toll hier“, schwärmte der Architekt Michael Nagy mit Blick auf die Prismen-Konstruktionen im Atrium. „Aber als Gebrauchshaus eignet es sich nicht. Es wird nicht ganz leicht, den Bau zu betreiben.“

Das nächste kleine Kunsthaus konnte man sich im Rahmen des Offenen Denkmals in der Monheimer Altstadt an der Turmstraße 20 anschauen. Wo einst ein thailändisches Restaurant war, sollen in zweieinhalb Jahren Kreative arbeiten und ausstellen können. Auch ein Kultur-Café ist geplant.

Untere Denkmalschutzbehörde informierte die Besucher

Zuvor wird jedoch der Anbau mit seinem Fake-Fachwerk weichen. Ein Fachmann führte gleich vor Ort vor, wie man altes Fachwerk freilegt und restauriert – mit Lehmputz und neuer Dämmung beispielsweise. „Wer sich entscheidet, die alte Fassade seines Hauses wieder herzustellen, kann mit Zuschüssen von bis zu 15 000 Euro rechnen“, sagte Anett Mesletzky von der Unteren Denkmalschutzbehörde Monheim, die an einem Stand informierte.

Von den vier Städten im Kreis Mettmann, die sich am Tag des Offenen Denkmals beteiligten, stand Monheim mit seinen insgesamt 15 Stationen unangefochten an einsamer Spitze. Natürlich waren auch wieder Haus Bürgel, Marienburg und zum letzten Mal vor dem Umbau das Sojus 7 für interessierte Besucher geöffnet. In Langenfeld hieß die idyllisch gelegene Wasserburg Haus Graven ihre Gäste willkommen.

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