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Karnevalszug der letzten Hänger: Gelacht, gebützt und getanzt

Karnevalszug der letzten Hänger: Gelacht, gebützt und getanzt

Jung und Alt feierten am Samstag ausgelassen beim Umzug der Letzten Hänger durch Erkrath.

Erkrath. Noch bevor die Möhnen zu Altweiber das Regiment übernehmen und es die Jecken allerorten auf die Straßen treibt, hat der Straßenkarneval in Erkrath am Samstag seinen traditionell frühzeitigen närrischen Auftakt genommen. Angeheizt vom neuen Sessionslied zum diesjährigen Motto „Dies Johr lotte mer de Pupe danze“ feierten Jung und Alt ausgelassen entlang des Zugweges vom Gerberplatz bis zur Bahnstraße. Belohnt wurden die niederbergischen Frühaufsteher in diesem Jahr mit strahlendem Sonnenschein.

Bereits zum 23. Mal lag die Organisation und Durchführung des Biwaks und Umzugs in den Händen der Letzten Hänger. „Et hät alles jeklappt“, freut sich Gabi Bunk, zweite Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft, als es nach gelungenem Biwak in Richtung Gerberplatz zur Zugaufstellung geht. „Jetzt geht’s los! Wir sind nicht mehr aufzuhalten“, dröhnt es schon kurz darauf aus den Lautsprechern der Wagen, die sich pünktlich um 14.11 Uhr in Bewegung setzen.

Mehr als 30 Gruppen mit rund 500 Teilnehmern und 14 Mottowagen haben in diesem Jahr am Karnevalszug unter der Leitung von Artur Bienia teilgenommen. Angeführt wird der närrische Lindwurm vom „Bürgermeister mit Keule“, nicht zu verwechseln mit dem Ehrensenator der Hänger: „Karl Keule“, die Statue des Neandertalers im hiesigen Museum. Der Förderverein der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) revanchiert sich mit dieser Spitze bei Erkraths Bürgermeister Arno Werner (CDU) für die Schulschließung.

Zum ersten Mal in Erkrath mit dabei ist das Sound Orchester Essen. Die bunte Clowns-Kapelle aus dem Ruhrgebiet sorgt mit ihren Trommeln gleich zu Anfang für gute Stimmung. Die Interessengemeinschaft (IG) Erkrath hat sich den Einfluss des Bayer-Vorstands auf die Politik in Sachen CO-Pipeline zum Motto des Wagens gemacht. Ihr folgten auf den Fersen die Düsselpiraten im kanonenbewehrten Schiff, mit wehender Totenkopfflagge.

Kurz darauf hat die Große Erkrather KG — die zweite große Alt-Erkrather Karnevalsgesellschaft — ihren Auftritt. Sie trägt auf ihrem Anhänger symbolisch das Erkrather Stadtmarketing zu Grabe, während die Jugendabteilung des SSV Erkrath sich für Fair Play im Fußball engagiert. Winterlich geht es im Iglu der St. Seb. Bruderschaft zu, während das Fanfarencorps Grün-Weiß Essen Burgaltendorf mit einer tollen Parade beeindruckt.

Mit Blaulicht und heulenden Sirenen hat der Löschzug der Feuerwehr Erkrath das prestigeträchtige Quartier „Pose Marré“ lautstark auf die Schippe genommen. „Die Planung fand man einfach toll, vielleicht nahm man den Mund zu voll“, prangt groß auf ihrem roten Wagen. Auf dem Areal der alten Gießerei und des Hallenbadgrundstücks wird nach ihrer Meinung so bald keine „Neue-Mitte“ aus Alt-Erkrath werden.

Die bunt verkleideten Jecken haben sich bei anhaltender Kälte an den zahlreichen sonnigen Flecken entlang des Straßenrandes versammelt. Eifrige Kinderhände sammeln die süßen Kamellen vom Boden auf. Richtig voll ist es in der Bahnstraße, wo die Schaulustigen schon vor der Durchfahrt des Zuges dicht an dicht stehen — einige Narren sogar auf Vordächern und in den Schaufenstern. Feucht-fröhlich geht die Party hier zu. Es wird gelacht, jebützt und getanzt.

Unterstützt werden die Erkrather auch in diesem Jahr von den Unterbachern mit ihrem Prinzenpaar Stephan I. und Claudia I. Zusammen mit ihrem Kinderprinzenpaar lassen die Tollitäten von ihrem prächtigen Wagen reichlich Kamelle regnen. Mit einer kleinen Showeinlage begeistern auch die feschen Mädels ihrer Tanzgarde. Den Abschluss des bunten Umzugs schließlich bildet nach gut einer Stunde der große Wagen der altehrwürdigen St. Sebastianus Bruderschaft.