Schüler checken wieder Ausbildungsberufe

Einstieg in den Beruf: Schüler checken Ausbildungsberufe

Zwei Wochen vor den Sommerferien öffnen Unternehmen am Niederrhein bei der Check-in-Berufswelt wieder ihre Türen. Dann können Jugendliche in 200 Jobs hineinschnuppern.

4250 Jugendliche haben im vergangenen Jahr die Gelegenheit genutzt, mit Auszubildenden und Ausbildern von 233 Unternehmen bei der Check-in-Berufswelt ins Gespräch zu kommen. Schirmherr und IHK-Chef Jürgen Steinmetz kündigte an, dass sich das diesjährige Angebot zum zehnjährigen Jubiläum der Initiative wieder zwei Wochen vor den Schulferien im Sommer an die Schüler aller weiterbildenden Schulen am Niederrhein richtet. Die Ausbildungsbetriebe in Krefeld laden am 3. Juli von 13 bis 17 Uhr ein. Die Schüler erhalten Einblicke in die betriebliche Praxis bei Rundgängen und Mitmach-Aktionen im laufenden Betrieb.

Frühzeitige Orientierung in verschiedene Zweige sei wichtig

„Die Berufsorientierung ist derzeit das drängendste Thema für Unternehmen“, sagt Steinmetz im Vorblick auf die Bekanntgabe der jüngsten Konjunkturumfrage. Daraus gehe hervor, dass der Fachkräftebedarf das größte Konjunkturrisiko sei. Für die Jugendlichen sei es wichtig, in möglichst viele Ausbildungsberufe reinzuschnuppern, um die richtige Wahl treffen zu können.

Bei 200 verschiedenen Ausbildungsberufen und vielen dualen Studiengängen ist die Auswahl riesig. Schließlich beeinflusse die Entscheidung das weitere Leben. „Wir hoffen, dass erneut mehr als 4000 Schüler von dem Angebot Gebrauch machen“, fügt Steinmetz an. Nicht zuletzt ergeben sich daraus häufig Praktika und Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz.

Für Edgar Lapp, Koordinator für den Übergang Schule zum Beruf bei der Arbeitsagentur, ist das Event ein unverzichtbares Element. „Die Erfahrung mit der Berufswirklichkeit hilft, Hemmschwellen abzubauen und Berufe kennenzulernen, die unterschätzt oder nicht jedem bekannt sind“, findet er.

Beliebter denn je seien Berufe im öffentlichen Dienst. Dem pflichtet Petra Pigerl-Radtke, verantwortlich für „Berufliche Bildung“ bei der IHK, bei. „Es bleibt eine Herausforderung, Schüler hemmungsfrei zu informieren. Es ist schon hilfreich, einmal die Arbeit an einer richtigen Metallbank zu verfolgen“, sagt sie.

Astrid Holzhausen von der Unternehmerschaft Niederrhein ist stellvertretend für die 16 Initiatoren dabei, zu denen unter anderem die Wirtschaftsförderungen, Hochschulen und das Handwerk der Region gehören. „Das Geheimrezept für den Erfolg von Check-in ist, dass alle Organisationen Hand in Hand arbeiten und das Projekt so auf vielen Säulen steht“, erklärt Holzhausen. Nur auf dieser Basis sei es möglich, eine Beteiligung auf solch hohem Niveau beizubehalten.

Erstmals in der Geschichte von Check-in-Berufswelt ist zum Auftakt eine Schule direkt beteiligt. Im Anschluss an die Information der Presse stellen die Initiatoren das Projekt vor Schülern und Lehrern vor, die an Ständen im pädagogischen Zentrum der Gesamtschule Uerdingen auf begleitende schulische Aktionen hinweisen und in die Vorbereitungen zum Veranstaltungstag am 3. Juli eingebunden sind.

Rund 80 Schüler aus den neunten Klassen tummeln sich dort. „Wir binden auch die Eltern frühzeitig in das Projekt ein und die Schüler sind unsere Botschafter“, berichtet Schulleiterin Brigitte Munsch. Die Schule geht als Vorbild voran: Ein Lehrer fungiert als Berufskoordinator, Eltern bringen Flyer der Betriebe mit, in denen sie selbst arbeiten, und Wirtschaftslehre ist Pflichtfach.

Als Vorbild für die jüngeren Mitschüler dienen an diesem Tag zwei Schülerinnen aus der Stufe 10. Die 16-jährige Sophie Hofer hat bereits im vergangenen Jahr an Check-in teilgenommen und berichtet, ein Krankenhaus, einen Media-Markt und den Hafen besucht zu haben. Praktika in mehreren Krankenhäusern hätten ihr den nötigen Einblick in die dortige Arbeit verschafft.

Ihr berufliches Ziel ist der Fachbereich Medizin, am liebsten ein Medizinstudium. Chiara Wolfhagen (15) hat unter anderem Praktika bei der Bundeswehr, Polizei und Arbeitsagentur absolviert. Danach war für sie klar, dass sie eine Ausbildung in der Berufsberatung anstreben möchte.

Mehr von Westdeutsche Zeitung