Frühlingserwachen in der City Einzelhandel in der Innenstadt putzt sich heraus

Mitte · Am 16. März gibt es ein kleines Rahmenprogramm. Werbegemeinschaft freut sich über Reaktionen auf offenen Brief.

Viele Kunden wünschen sich noch mehr Service von den Einzelhändlern in der Innenstadt.

Viele Kunden wünschen sich noch mehr Service von den Einzelhändlern in der Innenstadt.

Foto: Stadt Krefeld/A.Bischof

Die Einzelhändler in der Innenstadt geben den Startschuss für das Frühlingsgeschäft. Pünktlich zum stadtweiten Clean-up-Day am 16. März soll sich auch die Innenstadt herausputzen. Die Händler und Ladenbesitzer sind aufgerufen, ihre Schaufenster und Fassaden zu überprüfen, für frische Dekorationen zu sorgen – oder anders ausgedrückt – ihr Angebot noch einmal attraktiver zu präsentieren. „Wir hoffen natürlich, dass viele Händler unserem Aufruf folgen“, sagt Christoph Borgmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Krefeld, die Initiator der Aktion „Krefelder Frühling“ ist. Mit ihr soll der Frühling in die Innenstadt Einzug halten. Dafür werden Blumen gepflanzt und verteilt. 3000 Hyazinthen stehen übernächsten Samstag am Schwanenbrunnen kostenlos für die Besucher bereit.

Mit dem „Krefelder Frühling“ – eine vergleichsweise kleinere Veranstaltung – will die Werbegemeinschaft signalisieren, dass man bereit ist, die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Das wurde auch am Mittwochabend deutlich, als die Werbegemeinschaft in den Räumen der Sparkasse am Ostwall ihre Mitgliederversammlung abhielt und von den Reaktionen auf ihren offenen Brief berichtete. Bei dessen Vorstellung hatten Borgmann und sein Vorstandskollege Alexander Werner teilweise auch die Mitglieder der Werbegemeinschaft kritisiert. Jeder Händler müsse sich die Frage stellen lassen, ob er wirklich genug tut, um den Kunden ein attraktives Einkaufserlebnis zu bieten.

50 schriftliche Reaktionen auf offenen Brief der Einzelhändler

Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass die Einzelhändler an einem Strang ziehen, betonte Hartmut Janßen, Vorsitzender des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen Krefeld-Kempen-Viersen. Neben der Kritik am eigenen Handeln gab es aber eben auch den Aufruf an die Kunden, einmal genau zu benennen, was in der Innenstadt fehlt und was besser laufen könnte. Mehr als 50 schriftliche Reaktionen seien an den Handelsverband und die Werbegemeinschaft gegangen, berichtet Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Handelsverbands. Spannend war dabei die Bandbreite: Vom Dreizeiler bis zur vierseitigen Analyse samt konkreten Vorschlägen sei fast alles geboten gewesen. Der überwiegende Teil hätte konstruktive Kritik enthalten, die sich um die „Klassiker“ Sicherheit und Sauberkeit drehten und damit auf das Handeln der Stadtverwaltung abzielten. Punkte, über die bei der Mitgliederversammlung in einer Podiumsdiskussion gesprochen wurden. „Dabei wurde deutlich gemacht, dass sich die Situation durch das Stärkungspaket Innenstadt bereits verbessert hat“, sagt Borgmann. Andere Dinge gelte es aber noch anzupacken. Konkrete Kritik wurde als Antwort auf den offenen Brief nämlich auch den Händlern selbst geübt. „Uns Händlern wurde ein wenig der Spiegel vorgehalten“, sagt Borgmann. „Bei der Kundenorientierung und dem Service gibt es Verbesserungspotenzial“, erklärt Ottersbach. Für die Kritik sei man dankbar, denn: „Jeder Kunde, der sich kritisch äußert, ist besser als einer, der nicht mehr kommt.“

Und dann wäre da noch die Kritik am fehlenden Angebot, das es seit der Kaufhof-Schließung in Krefeld gebe. Ein Argument, dass immer wieder genannt wird, wenn es um den Einzelhandel in Krefeld geht. Die in der Werbegemeinschaft zusammengeschlossenen Einzelhändler sehen das freilich anders. „Alles, was es im Kaufhof gab, gibt es auch jetzt noch in Krefeld“, so ihre Meinung. Das müsse man vermutlich nur noch besser kommunizieren. Ohnehin habe die Stadt, wie häufig gemutmaßt, nur wenig Handlungsspielraum bei der Neuansiedlung von Geschäften, betont Ottersbach. Am Ende entscheiden die Immobilieneigentümer, wer als Mieter den Zuschlag erhält. Gleichwohl kümmere sich die Stadt um expandierende Filialisten. Im Team von Innenstadtkoordinator Thomas Brocker gebe es dafür einen sogenannten „Erdgeschoss-Flächen-Manager“, der aktiv auf diese Unternehmen zugeht.

Was die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt angeht, sei bereits einiges in der Umsetzung oder in Planung. Vielfach sei der Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten und generell mehr Ambiente genannt worden. In diesem Jahr sollen dazu bereits mehr mobile Grün-Elemente in der Stadt verteilt werden. Hier wolle man als Werbegemeinschaft mit dem Team des Innenstadtkoordinators „mehr Tempo machen“.

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