Krefeld-Linn: Winkmannshof steht für 950 000 Euro zum Verkauf

Gaststätte : Winkmannshof in Krefeld-Linn steht für 950 000 Euro zum Verkauf

1783 wurde das Gebäude als kurkölnische Kellnerei der Burg Linn erbaut. Jetzt steht das Gebäude zum Verkauf.

Hochzeitspaare, die sich im Jagdschloss das „Ja-Wort“ gaben, Gäste, die im Sommer die Terrasse  genossen oder im Winter die Abende am Kamin: Die Besucher fühlten sich in der Gastronomie des Winkmannshofes wohl. Seit dem Jahreswechsel hat das Traditionshaus am Andreasmarkt in Linn seine Türen geschlossen.

Das Haus wird in einem Internetportal für Immobilien für einen Kaufpreis von 950 000 Euro angeboten. Es besitzt demnach 1000 Quadratmeter Gesamtfläche und rund 620 Quadratmeter Gastraumfläche. Was dort künftig passiert, ist unklar.

Die Linner würden sich freuen, wenn an dieser prominenten Stelle am Burgpark wieder Gastronomie einziehen würde. Denn das Haus sei Tradition und ein Name, der bleibt, während Eigentümer, Pächter und selbst die Art der Nutzung in der Vergangenheit wechselten, heißt es.

Unmittelbar im Schatten der imposanten Linner Burg und ihrer Mauern am Burgeingangstor gelegen, scheint es förmlich dazuzugehören. „Doch im Vergleich zur Burg, die auf eine Entstehungszeit im 12. Jahrhundert zurückblickt, sind die denkmalgeschützten Gemäuer des Winkmannshofes vergleichsweise jung“, heißt es auf der Homepage des Hauses.

Museumsbesucher haben die Gastronomie viel genutzt

‑1783 wurde der Winkmannshof als kurkölnische ,Kellnerei` (Wirtschaftshof) der Burg Linn erbaut und über Generationen durch die Familie Winkmann bewirtschaftet. Der erste Teil dieses Satzes deutet an, dass Linn damals noch nicht zu Krefeld gehörte und als Ackerstädtchen zu den Besitztümern des Kurfürsten und Erzbischofs von Köln gehörte. Die Kurkölner Straße erinnert noch heute daran.Wenn die Kirche Bauherr für einen ,Hof` war, der gleichermaßen für die Bewirtschaftung der Güter rund um die Burg und die Bewirtung von Gästen gedacht war, dann hatte das seine Gründe. Die einen sind offensichtlich, die landwirtschaftlichen Flächen sollten bewirtschaftet und gepflegt werden. Zum anderen zogen kirchliche Wallfahrten und Prozessionen immer wieder größere Besucherströme nach Linn, die auch verpflegt werden mussten.“

Jennifer Morscheiser, die Leiterin des Museums Burg Linn, erklärt zum geschlossenen Winkmannshof: „Es ist schade, dass die Traditionsgaststätte geschlossen hat. Sie liegt ja geradezu auf unserem Gelände. Besonders im Hinblick auf die Sommermonate. Unsere Besucher habe die Außengastronomie wirklich immer gerne besucht. Wir hoffen natürlich, dass sich schnell neue Inhaber aus dem Gastro-Gewerbe finden.“

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