Neues Verkehrskonzept in Krefeld soll Grundschüler schützen

Schule : Neues Verkehrskonzept in Krefeld soll Grundschüler schützen

116.000 Euro will die Stadt Krefeld für mehr Sicherheit rund um die Geschwister-Scholl-Schule investieren. Die größte Gefahr geht laut Verwaltung von Eltern-Taxis aus.

Platzknappheit soll an der Geschwister-Scholl-Grundschule am Fungendonk bald kein Thema mehr sein. Für 6,5 Millionen Euro wird dort ein modernes Schulgebäude entstehen – Baubeginn: noch in diesem Frühjahr. Dabei wird die Schule auch um einen Neubau erweitert, der auf der anderen Straßenseite liegt. Um den Kindern eine sichere Überquerung des Bökendonks zu ermöglichen, hat die Verwaltung in den vergangenen Monaten ein Verkehrskonzept erarbeitet, das den Mitgliedern der Bezirksvertretung Oppum-Linn in ihrer Sitzung am Dienstag vorgestellt wird.

Zur aktuellen verkehrlichen Situation: Die Anliegerstraße Bökendonk mit einer derzeitigen Tempo-30-Regelung verbindet den Fungendonk mit dem Bromeldonk in Nord-Süd-Richtung und erschließt Grundschule, Turnhalle und Sportplatz sowie die im Südwesten des Bökendonks angrenzende Solarsiedlung. Eine sichere Überquerung der Straße will die Stadt durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen und Warneinrichtungen erreichen: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung von zehn Kilometern die Stunde, begrenzt auf 100 Meter, soll im Bereich der Überquerung eingerichtet werden. Darüber hinaus sollen beidseitig in beide Fahrtrichtungen installierte „Krefelder Kissen“ Autofahrer dazu zwingen, den Fuß vom Gas zu nehmen. Entlang der Straßenseiten werden so genannte Drängelgitter als Barrieren aufgebaut, damit die Grundschüler nicht ungebremst auf die Straße stürmen können.

Bodenpiktogramme mit dem Zeichen „Achtung Kinder“ sollen Autofahrer auch visuell für mehr Aufmerksamkeit im Bereich der Grundschule sensibilisieren, eine Ampelanlage mit Fußgängersymbol zu Schulzeiten gelb aufleuchten und für die Gefahrensituation wachsam machen – mit 40 000 Euro bildet sie den teuersten Einzelposten des Verkehrskonzeptes, das die Stadt mit insgesamt rund 116 000 Euro veranschlagt. Die erforderlichen Haushaltsmittel für die Gesamtmaßnahmen sollen dann im Haushalt 2020 etatisiert werden.

Elterntaxi-Verkehr ist laut Stadt die größte Gefahr

Das beste Konzept nütze nichts, wenn sich nicht alle Verkehrsteilnehmer daran hielten. Hauptgefahrenquelle für Schulkinder sei „der alltägliche Elterntaxi-Verkehr vor der Schule, insbesondere vor Schulbeginn“, heißt es im Bericht der Verwaltung. Dieses Problem existiere inzwischen an fast allen Krefelder Grundschulen. „Da sich die Eltern nicht an die Verkehrs- und Halteverbotsregelungen halten, gefährden sie alle anderen Schulkinder.“ Daher empfiehlt die Verwaltung der Schule zusätzlich Elternhaltestellen im Bereich von Parkplatz und Tennisanlage auf dem Fungendonk einzurichten.

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