Der Botanische Garten lädt ein zu einem Frühlingsspaziergang

Ausflugstipp : Frühling im Botanischen Garten

Blüten in Blau, Gelb und Rosa begrüßen derzeit die Besucher der Anlage an der Johansenaue. 

. Gelbe Narzissen und Forsythien, rote Tulpen, blaue Hyazinthen und rosa Magnolien. Jetzt leuchten die ersten Blüten des Jahres im Botanischen Garten besonders schön. Nach dem Vorfrühling im Februar mit 18 Grad Celsius und dem März mit schaurigem Aprilwetter, entfalten die Frühblüher nun ihre ganze Pracht. Die Menschen zieht es bei Sonnenschein ins Grüne. Alle merken: Es ist wieder wärmer geworden. Und die Vögel zwitschern, was der Schnabel hält.

Birgit Loy, die Leiterin des Botanischen Gartens, schiebt die ganze bunte Palette auf der Schubkarre an die Eingänge ihres Bereichs. „Mit diesen Frühlingsblumen wollen wir die Besucher begrüßen“, erklärt sie. „Ranunkeln, Primelchen und Stiefmütterchen werden in Pflanzschalen und in den Boden gesetzt. Wir haben alle so ein richtiges Frühlingsgefühl“, erklärt sie lächelnd und bezieht die Mitarbeiter in das „wir“ mit ein. Kollege Richard Frücht ist dabei, Tröge mit den frischen Pflanzen zu füllen.

Bereits im Herbst kamen die Blumenzwiebeln in den Boden

Natürlich haben sie bereits im Herbst Blumenzwiebeln in den Boden gelegt. „Die Zwiebeln sind das Speicherorgan“, sagt die Biologin. Hier wurde das Augenmerk auf rosa-weiße Tulpen gelegt, die mit gelb-blauen Hornveilchen und blauen und weißen Myosotis, das sind Vergissmeinnicht, eine schöne Farbkombination eingehen. „Wer keine Blumenzwiebeln gesetzt hat, kann jetzt natürlich mit vorgezogenen Pflanzen nachlegen.“

Neben den rosa Spitzen der Magnolien blühen auch schon Zierpflaume und -kirsche in der gleichen Farbe im Botanischen Garten. Die Kamelie blüht pinkfarbend an geschützter Stelle. „Die Forsythien geben den Startschuss: Wenn diese Sträucher blühen, müssen wir die Rosen schneiden“, erklärt Loy. „Bei Strauchrosen werden drei bis vier Augen stehen gelassen. Kletterrosen kürzt der Gärtner um ein Drittel. Alte Triebe müssen bis auf den Boden geschnitten werden, damit der Wind durch die neu austreibende Pflanze gehen kann. Das ist gut gegen Krankheiten.“

Bäume, Sträucher und Stauden können jetzt auch gesetzt werden. Dabei ist es wichtig, vor dem Pflanzen den Boden zu lockern und das Unkraut zu jäten, das jetzt auch aus dem Boden schießt. „Stets sollte versucht werden, so wenig wie möglich auf die Erde zu treten, damit sie nicht verdichtet wird. Also: Vom Rand aus arbeiten, wenn es geht.“ Roden darf der Hobbygärtner die Sträucher jetzt wegen des Nestbaus nicht mehr. Zwischen dem 1. März und 30. September ist Stopp.

„Die Frühlingsfarbe ist Gelb“, findet Loy. Im Botanischen Garten hat die Scheinhasel den Winterblüher, die Zaubernuss, abgelöst. Auch die Kornelkirsche setzt die gleichen farbigen Akzente. Darunter bilden die Blausternchen dichte Teppiche. Nebenan leuchten die gelben Elfenblumen neben lila Veilchen. Im schattigen Bereich sind Buschwindröschen und Lerchensporn zu Hause.

Die Leiterin findet, dass der Vorfrühling im Februar die Natur vorangetrieben hat. „18 Grad waren sehr ungewöhnlich. Die Regenmengen hingegen haben den Pflanzen geholfen, gut auszutreiben, besonders nach dem trockenen vergangenen Jahr.“

Jacqueline Besgens ist an diesem Morgen mit ihrem 15 Monate alten Sohn Elias zwischen den Beeten unterwegs. „Wir gehen gerne hier spazieren“, sagt die Mutter. „Es ist spannend, immer gibt es etwas zu entdecken, der Garten ist schön gemacht, ruhig und gut für Kinder, so ganz ohne Verkehr.“ Sie findet es auch gut, keinen Eintritt zahlen zu müssen.

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