Schwimmverein Bayer Uerdingen nimmt Millionen in die Hand

Schwimmverein Bayer Uerdingen nimmt Millionen in die Hand

Der Schwimmverein vom Waldsee steht vor der Erneuerung — nicht nur in Bezug auf die Traglufthalle.

Krefeld. 2012 wird ein Jahr der Erneuerung für den Schwimmverein Bayer Uerdingen. Der Waldsee-Club wählt bei der Mitgliederversammlung am 22. März einen neuen Vorsitzenden. Zusätzlich soll auf der Versammlung die geänderte Satzung des Vereins verabschiedet werden. Das größte Projekt für den SV Bayer ist jedoch die Sanierung der Traglufthalle an der Duisburger Straße. Die Zusagen der NRW Bank und der Sparkasse Krefeld für den Erhalt des Förderkredites in Höhe von einer Million Euro sind bereits erfolgt. Insgesamt soll die Neugestaltung des Vereinsgeländes rund vier Millionen Euro kosten.

Gut angelegtes Geld, denn durch effizientere Aggregate will der Schwimmverein nach der Sanierung 30 bis 40 Prozent an Energie einsparen. Davon profitieren sollen alle Bereiche des Vereins. „Die Sanierung der Halle wäre ohne den Leistungssport nicht möglich“, sagt Dr. Harald Pielartzik, Vorsitzender des SV Bayer. Die richtige Balance zu finden zwischen Leistungsschwimmern, Wasserballern und dem Breitensport, das wird auch die schwierige Aufgabe des neuen Vorsitzenden. Nachdem der ursprüngliche Wunschkandidat Dr. Heinz Pudleiner aus beruflichen Gründen nicht zur Wahl steht, empfiehlt der Vorstand mit Holger Heerdmann (46) einen der bisherigen 2. Vorsitzenden. Pielartzik baut schon mal vor: „Ich hoffe, dass wir entspannt und mit Ruhe in die nächste Phase gehen.“ Die Führung hat dazugelernt. „Nicht wie am 8. April“, soll die diesjährige Versammlung ablaufen. Vor einem Jahr wählten die Mitglieder in einer von gegenseitigen Anfeindungen geprägten Zusammenkunft überraschend Rainer Vorderwülbecke zum Vorsitzenden. Das missfiel dem Bayer-Konzern, Vorderwülbecke trat bereits im Juli wieder zurück. Harald Pielartzik übernahm das Ruder, er hatte den Verein schon von 1996 bis 2010 geführt.

Strittige Fragen sollen diesmal im Vorfeld geklärt werden. „Wir haben die Befindlichkeiten geklärt und werden auf Anregungen reagieren“, erklärt Pielartzik. Bei zwei Infoabenden zur geänderten Satzung konnten sich die Mitglieder äußern. Zum einen muss der SV Bayer die Satzung dem geänderten Vereinsrecht anpassen, zum anderen ließ der Bayer-Konzern als Hauptsponsor des Clubs seine Muskeln spielen: Künftig soll es einen hauptamtlichen Geschäftsführer geben, der in Absprache mit der Bayer AG gestellt wird. Zudem sollen auf Wunsch der Konzernzentrale die Kandidaten für den Vorsitz sieben Tage vor der Versammlung nominiert werden.

Denkbar sind für die SV-Mitglieder Umlagen. Diese sollen aber auf höchstens das Dreifache eines Jahresbeitrags begrenzt werden. Nach der Wahl des neuen Vorstandes wird Harald Pielartzik einen Schritt nach hinten machen. Auch wenn es ihm ein wenig schwer fällt. „Wenn der Übergang so erfolgt, wie wir uns das vorstellen, dann wird es mehr lachende als weinende Augen geben“, sagt der Vorsitzende. Als Ratgeber will er dem Verein jedoch erhalten bleiben.

Mehr von Westdeutsche Zeitung