Figurentheater: Von wegen Kinderkram

Figurentheater: Von wegen Kinderkram

Zum zweiten Mal bietet das Kulturbüro eine kleine Figurentheater-Reihe für Erwachsene.

Krefeld. Puppentheater ist nicht nur was für Kinder: Das Kulturbüro bietet auch Erwachsenen einen „Budenzauber“ an. Im Oktober starten die 2. Krefelder Figurentheatertage mit Stücken für Jugendliche und Erwachsene.

Krefelds Kulturdezernent Roland Schiffer bezeichnet die Reihe als „besondere Perle im Angebot des Kulturbüros“. Damit biete man in der Region etwas Einzigartiges an. „Es braucht trotzdem noch etwas Entwicklungshilfe für das erwachsene Figurentheater“, gibt Jürgen Sauerland-Freer, Leiter des Kulturbüros zu.

Mit dem Erfolg der ersten Reihe im Jahr 2009 ist er zwar zufrieden. Doch er plant, die Figurentheatertage für Erwachsene langfristig zu etablieren.

In diesem Jahr profitiert das Kulturbüro von der Kooperation mit dem Theater Blaues Haus in Hüls. Dessen Betreiber Stella Jabben und Volker Schrills, kennen sich in der Szene und unter den Kollegen gut aus, so dass sie viele interessante Produktionen empfehlen konnten.

Fünf Aufführungen wird es zwischen dem 7. und 21. Oktober im Theater Blaues Haus und in der Fabrik Heeder zu sehen geben. Lebensgroße Figuren und nicht die Handpuppen eines Kasperletheaters stehen mit den Schauspielern auf der Bühne.

Den Anfang macht — in leicht verständlichem Englisch — das Stück „Schicklgruber, alias Adolf Hitler“, eine kohlrabenschwarze Revue über die letzten Tage im Führerbunker. Diesen heiklen Stoff hat der Australier Neville Tranter in Szene gesetzt, der zu den Stars des internationalen Puppentheaters gehört.

Eine Zeitreise in das 19. Jahrhundert unternimmt das Stück „Heute: Genoveva — von der Lust am Marionettentheater“. Die Reise führt nach Sachsen, wo es einst 300 Marionettentheater gab und Wandermarionettenspieler ein weit verbreiteter Beruf war.

Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ bietet die Vorlage für „Die furchtlosen Vampirkiller oder: Sorry, aber Ihre Zähne stecken in meinem Hals!“. Mit einem anderen Klassiker, Dürrenmatts Tragikomödie „Besuch der alten Dame“, wird der bürgerlichen Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten. Viel zum Schmunzeln und Lachen gibt es bei „Harold & Maude“. Die Umsetzung des Kultfilms aus den 70er Jahren hat das Theater Blaues Haus schon länger im Repertoire.

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