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Krefelder arbeiten, wo andere Urlaub machen

Wir Krefelder : Eine Familie arbeitet, wo andere Urlaub machen

Familie Velmans hat einen Campingplatz in Roermond übernommen.

Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Familie Velmans aus Krefeld hat diesen Schritt gewagt, und einen Campingplatz in Roermond in den Niederlanden gekauft. „Bis 2011 war ich selbstständig und habe als Dachdecker gearbeitet“, erzählt Markus Velmans. Nach einem Arbeitsunfall konnte er diesen Beruf nicht mehr ausüben und musste sich auf die Suche nach einer neuen Tätigkeit machen. „Ich wollte weiterhin in einem Beruf arbeiten, bei dem man viel draußen und an der frischen Luft ist.“ Nach mehreren Jahren der Suche war die neue Herausforderung gefunden: Die Velmans möchten einen Campingplatz übernehmen. „Meine Frau und ich hatten uns zunächst ein paar Plätze angeschaut“, erzählt der 52-Jährige. „Uns war wichtig, dass er in der Nähe von Krefeld ist, wo meine Eltern und Geschwister und auch die Familie meiner Frau leben.“

Nach den Besichtigungen fiel die Entscheidung für den etwa 50 Kilometer weit entfernten Campingplatz in Roermond. Und Markus und Imke Velmans zogen mit ihren beiden Söhnen in die Niederlande. „Unser Campingplatz ist traumhaft gelegen an den Maasplassen, dem größten Binnengewässer der Niederlande“, erzählt der Campingplatzbetreiber. „Man ist hier in einer anderen Welt, das ist vielen nicht bewusst. Man muss garnicht immer so weit wegfahren, um an schöne Fleckchen Erde zu kommen.“

Markus und Imke Velmans aus Krefeld haben einen Campinplatz in Roermond gekauft. Foto: Familie Velmans

 Der 150 Parzellen umfassende Campingplatz ist umgeben von grünen Bäumen und liegt direkt am Wasser. „Wir haben auch einen eigenen Sandstrand mit Wasserzugang“, so Velmans. „Außerdem ist das hier ein traumhaftes Gebiet, um mit dem Fahrrad zu fahren.“ Die Altstadt von Roermond und das Outletcenter sind 1,6 Kilometer entfernt. Kleine handgeführte Boote können über eine hauseigene Slip-Anlage ins Wasser gelassen werden. Ganz in der Nähe gibt es eine Wasserski- und Wakeboardanlage, sowie zahlreiche Bars und Restaurants. 80 der 150 Stellplätze sind von Stammgästen für die komplette Saison von April bis Oktober dauervermietet. „In der Vor- und Nebensaison stammen unsere Gäste zu 90 Prozent aus Nordrhein-Westfalen“, sagt Markus Velmans. „In der Hauptsaison kommen etwa 70 Prozent der Camper aus ganz Deutschland.“

Ein eigener Sandstand mit Wasserzugang sorgt dafür, dass es die Camper nicht weit zum kühlen Nass haben. Foto: Familie Velmans

Während der Corona-Zeit mussten auch die Velmans ihren Campingplatz schließen. Seit etwa fünf Wochen ist der Platz aber wieder gut gefüllt. „Pro Parzelle dürfen momentan nur drei zusätzliche Tagesbesucher auf den Platz kommen“, so Markus Velmans. Außerdem müssen auch in den Niederlanden die Abstandsregeln eingehalten werden. „Das ist schon komisch, man ist Gastgeber, aber muss gleichzeitig auch die Grenzen durchsetzen“, so Velmans. Der Campingplatz ist ein Saison-Platz, der von April bis Oktober geöffnet hat. In den restlichen Monaten kann es zu Überschwemmungen kommen, deshalb wird der Platz geschlossen. „In den fünf Monaten renovieren und sanieren wir unsere Anlage und erholen uns“, so Velmans, der in der Hauptsaison 14 bis 16 Stunden täglich arbeitet.

Die Familie hat sich nach eigenen Angaben gut in Roermond eingelebt. Die beiden Söhne gehen dort zur Schule und sprechen mittlerweile sehr gut Niederländisch. Die Vier haben in einem Haus von 1670 ein neues Zuhause gefunden und sind sich einig: „Wir haben den Umzug nicht bereut.“