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Krefeld: "Partei" fragt: wie steht Kerstin Jensen zur "Werteunion"?

Un-Parteiisch : Wie steht Kerstin Jensen zur „Werteunion“?

Un-Parteiisch „Die Partei“ wünscht sich eine klare Position der OB-Kandidatin der CDU.

Die Anfrage Michael Heepen, Vorsitzender der Partei in Krefeld, hat eine Anfrage an die in der vergangenen Woche vorgestellte OB-Kandidatin der CDU, Kerstin Jensen, gestellt. Darin heißt es: „Wie stehen Sie als ehemalige Freie Demokratin und nun Oberbürgermeisterkandidatin der gesamten CDU Krefeld (vorbehaltlich ihrer Wahl durch die Kreisvertreterversammlung am 28. März) zu den Umtrieben der auch in Krefeld tätigen ,Werteunion‘ und wie werden Sie auf das Geschilderte reagieren?“


Der Zusammenhang Im Geschilderten bezieht sich die Partei auf den angekündigten Besuch des ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes, Hans Georg Maaßen, in Krefeld. Nach Informationen der Partei spricht er am 17. Februar auf Einladung der Werteunion im Haus Kleinlosen. Zur Erinnerung: Maaßen war 2018 von Bundesinnenminister Horst Seehofer entlassen worden, nachdem er Erkenntnisse über Hetzjagden auf ausländische Mitbürger im August 2018 in Chemnitz abgestritten hatte, in diesem Zusammenhang von frei erfundenen Berichten der Medien sprach und der deutschen Regierung eine naive, linke Ausländer- und Sicherheitspolitik vorwarf.

Auch bezeichnete er Teile der Regierungspartei SPD als linksextrem. Und es wurden Spekulationen in den Medien laut, dass er die AfD beraten habe, wie sie der Beobachtung durch den Verfassungsschutz entgehen könne. Heepen verschweigt in seiner Anfrage an Kerstin Jensen nicht, dass seine Partei die Werte der Werteunion nicht wertschätzt: „In diesem Zusammenhang baten wir um eindeutige Distanzierung der CDU Krefeld von eben dieser ,Werteunion‘“. Die Partei sieht „die Grenze des Konservativen“ dort „weit rechts überschritten“.

Die Bewertung Warum sollte sich eine OB-Kandidatin der CDU zu dem Besuch eines ehemaligen Verfassungsschützers auf Einladung der Werteunion äußern? Eine Frage, die nur auf den ersten Blick absurd erscheint. Offensichtlich will die Partei, die sich sonst häufig selbst nicht ganz ernst zu nehmen scheint, den Blick genau dorthin richten, wo zwar konservative Werte draufstehen, im Hintergrund aber rechtspopulistische Strömungen einfließen. Genau dies hatte die Partei schon 2018 angekündigt und eine klare Abgrenzung der CDU gefordert. Eine klare Position forderte die Partei deshalb nun von einer Kandidatin, die Oberbürgermeisterin werden möchte in einer Partei, in der es Sympathisanten und Gegner der Werteunion gibt. Durch ihr nachweisliches Engagement und den Einsatz als Mediatorin dürfte eine ausbleibende Abgrenzung der OB-Kandidatin allerdings überraschen.