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Krefelder Begräbnisbund hat jetzt eine Gemeinschaftsgrabstätte

Beerdigungen : Gegen das Vergessen: Ein Grab in der Gemeinschaft

Der Krefelder Begräbnisbund bietet neben der anonymen Beisetzung jetzt auch die Beerdigung in einer Gemeinschaftsgrabstätte auf dem Hauptfriedhof an.

Seit einigen Jahren begleitet der Krefelder Begräbnisbund Menschen ohne Trauergemeinde auf ihrem letzten Weg und sorgt für eine würdevolle Bestattung (siehe Kasten). Statt einer anonymen Bestattung bietet der Verein nun auch die Beerdigung in einer Gemeinschaftsgrabstätte mit Begleitung und Grabstein an. Ein entsprechendes Feld auf dem Hauptfriedhof wurde dem Verein zur Verfügung gestellt.

Wer Mitglied des Begräbnisbundes ist, kann dort auf Wunsch nach Abschluss einer Nutzungsvereinbarung bestattet werden. Vorsitzender Erhard Beckers und seine Stellvertreterin Eva Renard haben das Angebot am Dienstag in der Caritas-Geschäftsstelle im Hansa-Haus am Hauptbahnhof vorgestellt.

„Der Grundgedanke für die Gemeinschaftsgrabstätte geht mit den Zielen des Begräbnisbundes einher. Es geht dabei um die Gemeinschaft, die Erinnerung und das Nicht-Vergessen – auch über den Tod hinaus“, erläutert Eva Reinard. Vielen alleinstehenden Menschen, die sich mit der Frage des Todes auseinandersetzen, sei es wichtig, bei ihrem letzten Weg nicht unbegleitet zu sein und ein Andenken bewahrt zu bekommen. Dies kristallisiere sich häufig bei Gesprächen der Verantwortlichen mit Mitgliedern des Begräbnisbundes heraus. Auch Bekannte der Verstorbenen würden häufig erst mit der Todesanzeige erfahren, dass Menschen verstorben seien. „Oft heißt es dann, das war ja mal meine Nachbarin, die habe ich 20 Jahre nicht gesehen“, ergänzt Vorsitzender Erhard Beckers. „Nun ist es diesen Menschen möglich, Abschied von den Menschen auf dem Friedhof zu nehmen.“

Aber es gehe auch um Menschen, deren Angehörige nicht mehr in der Nähe wohnen, womöglich ins Ausland gezogen sind. Die Sorge, dass das Grab vernachlässigt wird, sei groß.

Gemeinschaftsgrab ist nur für Mitglieder und Ehrenamtler

Erste Voraussetzung für Interessenten an dieser Bestattungsform ist, dass sie für 20 Euro Jahresgebühr Mitglied werden beim Begräbnisbund. Auch Ehrenamtler, die nicht Mitglied sind, können dort beigesetzt werden. Mit dem Verein muss dann auch eine Vereinbarung abgeschlossen werden. Davor allerdings muss zwingend der Weg zu einem Bestatter der persönlichen Wahl erfolgen. „Nur mit einem solchen Vertrag kann die Vereinbarung mit uns geschlossen werden“, sagt Erhard Beckers.

In diesem Vertrag mit dem Bestatter werden die Art und die Kosten der Bestattung (Erde/Urne) festgelegt sowie die Vereinbarung über die Friedhofsgebühr getroffen. Diese haben nichts mit dem Begräbnisbund zu tun. Der kümmert sich dann aber um den weiteren Weg der Beerdigung. Kostenfrei sind jene Leistungen, die auch mit den Zielen des Vereins identisch sind: die Gestaltung und Begleitung der Beisetzung, ein Eintrag in das Buch der Erinnerung und die Nennung des Namens im „Gottesdienst der Erinnerung.“ Beckers sagt aber: „Wir sind ein ökumenischer Verein.“ Kontakte gebe es zu der katholischen als auch evangelischen Kirche. Und auch eine Begleitung ohne einen Geistlichen sei möglich. Unentbehrlich sei, dass alles im Vorfeld besprochen werde. „Es ist wichtig, dass die Wünsche und Vorstellungen genau dokumentiert werden“, sagt Eva Renard.

Verbindlich und kostenpflichtig sind aber diese Bestandteile des Vertrags: Grabpflege mit einer Laufzeit von 30 Jahren für 750 Euro, Bankgebühren für das Treuhandkonto in Höhe von 590 Euro und eine Steinplatte im Wert von 400 Euro. Über die Gravur entscheidet dann jeder selbst. Ein Zeichen (Buchstabe eines Namens) kostet zwölf Euro.

Nicht geklärt werden konnte bei der Präsentation am Dienstag, was aus den Grabsteinen nach Ende der Laufzeit wird. Zermahlen werden sollen sie auf jeden Fall nicht. Auch dafür gilt laut Eva Renard: „Wir wollen die Erinnerung wach halten.“

Kontakt: Krefelder Begräbnisbund, Am Hauptbahnhof 2,

www.krefelder-begraebnisbund.de