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Krefeld: Bahnen fahren über Rasengleis

Verkehr : Bahnen fahren bald über Rasengleis

Politiker der Bezirksvertretung West nahmen SWK-Pläne für die St. Töniser Straße zur Kenntnis.

Die Gleise in der St. Töniser Straße zwischen den Haltestellen Obergplatz und Gutenbergstraße sind brüchig, abgefahren und in einem so schlechten Zustand, dass sie zurzeit nur mit verringerter Geschwindigkeit befahren werden können. Nun wollen die SWK die Schienen auswechseln und sogenannte Rasengleise anlegen. Das ist nicht nur förderwürdig, sondern sieht auch schön aus; bringt aber kleine Umwege für Auto- und Radfahrer mit sich. Die Bezirksvertreter in West nahmen die Planung – nach anfänglicher kontroverser Diskussion – zur Kenntnis.

Auf diesen Rasengleisen können die Straßenbahnen unabhängig vom motorisierten Individualverkehr fahren. „Zudem gibt es dafür Zuwendungen vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr mit einer Förderquote von 90 Prozent von einem Gesamtpreis von rund 2,1 Millionen Euro“, berichtet Marcel Krins von SWK-Mobil. „Diese Zusage gilt jedoch nur für das Jahr 2020.“

Das grüne Band des Rasengleises hat neben dem positiven optischen auch einen akustischen Effekt. Die Schallabstrahlung der Fahrzeuge wird deutlich reduziert. Da es jedoch nicht überfahren werden kann, gilt hier die Regel: „Rechts rein, rechts raus“, erklärt Stadtplaner Klaus Hillmar den Politikern. „Für Fahrzeuge vom Rad bis zum Kfz aus Osten kommend, heißt es dann am Weeserweg wenden.“

Von Westen her sind Wenden rechts über die Gutenbergstraße, den Kreisverkehr Am Westbahnhof zurück in die Gutenbergstraße und als Linksabbieger in die Töniser Straße ratsam. Es ist auch möglich, nach links über in die Peter-Lauten-Straße, wieder links in die Gutenberg- und dann rechts in die St. Töniser-Straße stadtauswärts zu gelangen.

Die Stadtwerke planen, den eigenen Parkplatz für Mitarbeitende nur noch über den Weeserweg zu erschließen. Hier gibt es bereits eine Ausfahrt. Für den Individualverkehr soll es, so erklären die Fachleute, kein großes Problem beim Wenden geben. „Bei rund 1900 gezählten Kfz sind 40 Fahrten pro Spitzenstunde betroffen.“ Außerdem würden die Ampeln angeglichen. Die Kreuzung Obergplatz bleibt.

Regenwasser soll womöglich über das Rasengleis versickern

Weitere Details wie die Versickerung des Regenwassers über das Rasengleis oder über den Kanal und die Lage der Schächte und Schachtdeckel werden noch geklärt. Hier hatte Axel Heimendahl (Grüne) nachgefragt.

Zu Beginn der Sitzung plädierte Hans-Josef Ruhland (CDU) dafür, den Tagesordnungspunkt zu verschieben. Er forderte wissenschaftliche Erkenntnisse und wollte vor der Entscheidung zuerst das Gespräch mit Anliegern und Bürgerverein suchen. Gab Schock (SPD) argumentierte dagegen, die Meinung der Bezirksvertreter mit Fragen und Anregungen in den kommenden Planungsausschuss einbringen zu wollen. Dirk Bangel, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, erklärte: „Sie nehmen hier zur Kenntnis. Sie können über ihre Fraktionen auf die Mitglieder des Planungsausschusses einwirken.“ Mit Mehrheit wurde der Antrag, das Thema zu schieben, gegen die Stimmen der CDU abgelehnt.