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Hygienekonzept: Fahrausweis-Prüfer werden in Krefeld auch zu Hygiene-Teams

Hygienekonzept der SWK Mobil : Fahrausweis-Prüfer werden in Krefeld auch zu Hygiene-Teams

Mit kontaktlosen Ticket-Verkauf, Handdesinfektion an Bord, Hygiene-Teams in Bus und Bahn und Luftaustausch an jeder Haltestelle soll die ÖPNV-Nutzung noch sicherer werden.

Ab Samstag können Fahrgäste der Krefelder Buslinien direkt beim Busfahrer wieder Einzeltickets der Preisstufe A und B kaufen. Zum Schutz ihrer Mitarbeiter und um zum gewohnten Service in Corona-Zeiten schrittweise zurückzukehren, haben die SWK Mobil die Fahrerkabinen mit Hygienescheiben eingehaust. 50 Busse sind bereits umgerüstet, die restlichen 30 werden in den nächsten zwei bis drei Wochen ebenfalls damit ausgestattet sein. Damit können Fahrgäste direkt beim Fahrer wieder einsteigen.

Dieser Schritt gehört zu einem umfangreichen neuen Hygienemanagement, das das Fahren mit Bus und Straßenbahn angesichts der Corona-Pandemie noch sauberer und sicherer machen möchte. Ohne die anderenorts geltenden Abstandsregeln und begrenzten Personenzahlen sei die Verunsicherung bei Nutzern des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) immer noch hoch.

Die ab Mitte März zum Höhepunkt der Pandemie ergriffenen Maßnahmen zum Schutz der 220 eigenen Fahrer und der 80 Fahrer von Fremdfirmen hätten gegriffen. „Wir hatten in all der Zeit bis heute keine einzige Infektion bei den Fahrern“, sagt Guido Stilling, Geschäftsführer der SWK Mobil. Wenn ein Teil der Fahrer ausgefallen wäre, hätten Busse und Bahnen zwangsläufig stillstehen müssen. Die Daseinsvorsorge war wichtiger, um Altenpfleger, Krankenschwestern, Kräfte im Einzelhandel zu ihrer Arbeitsstelle zu bringen.

Einzelticketkauf beim Fahrer
ist jetzt wieder möglich

Über drei Monate war der Kontakt zum Fahrer deshalb stark eingeschränkt. Der Verkauf der Einzeltickets ging allein im April um 95 Prozent zurück. Auch die Zahl der Fahrgäste sank auf 50 bis 60 Prozent. Seit Mitte Juni ist mit Tragen des Nasen- und Mundschutzes zunächst der Ticketkauf beim Straßenbahn-Fahrer wieder möglich, ab 1. August geht das nun auch wieder im Bus. „Im gesamten ersten Halbjahr haben wir ungefähr zehn Prozent der Einnahmen verloren; wir hoffen, dass es bis zum Jahresende nur zehn bis 15 Prozent bleiben“, sagt Stillings.

„Wir waren der Hoffnungsträger der Verkehrswende“, sagt Stillings. SWK-Vorstandssprecher Carsten Liedtke ergänzt: „Der ÖPNV ist für ältere Menschen, für kleinere Transport-Touren, für Kinder und Jugendliche auch künftig unverzichtbar.“ Und die SWK leiste einen erheblichen Beitrag für die Umwelt durch Ökostrom und das Einhalten neuester EU-Abgasnormen. Nun wollen die SWK-Mobil auch im Personentransport Standards setzen. „Unsere Busse und Bahnen – insgesamt rund 120 Fahrzeuge – sind jetzt alle mit Desinfektionsmittel-Spendern ausgestattet“, erklärt Liedtke. Sie seien Vandalismus-sicher und würden nur Desinfektionsmittel ausgeben, wenn man die Hände direkt darunter halte.

Neben der täglichen Reinigung der Fahrzeuge sind neu nun auch jeden Tag Hygiene-Teams in Bussen und Bahnen unterwegs. Das sind die 15 Fahrausweisprüfer, die an einem Tag gültige Fahrscheine kontrollieren, an einem anderen Tag während der Fahrt Griffe und Haltestangen desinfizieren. Außerdem werden an den Haltestellen alle Türen geöffnet, damit Frischluft reinkommt.

Hochleistungsklimaanlagen
in Straßenbahnen

„Unsere Straßenbahnen sind mit Hochleistungsklimaanlagen ausgerüstet, hier sind Sie sicherer als im Flugzeug“, erklärt Liedtke. Die Fahrgäste werden ausschließlich mit gekühlter Luft von Außen (keine Umluft) versorgt. Stündlich finde somit ein Luftdurchsatz von bis zu 2,2 Millionen Liter in jeder Straßenbahn statt. Das neue SWK-Hygienesiegel von außen an der Bahn ebenso wie im Innenraum angebracht, weist auf die neuen Hygienemaßnahmen hin und signalisiere laut Liedtke: „Hier bin ich sauber unterwegs.“

Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung in Corona-Zeiten bieten die SWK Mobil verstärkt den kontaktlosen Kauf von Fahrausweisen an. Das sei im Hinblick auf eine mögliche zweite Welle auch hygienischer. Über die App „SWK unterwegs“ gibt es das gesamte Sortiment an Tickets. Mit nextTicket 2.0 ist die nächste Ticket-Generation derzeit gemeinsam mit dem VRR in der Erprobungsphase. Der Fahrpreis für Bus und Bahn berechne sich nach den gefahrenen Luftlinien-Kilometern, die die App auf dem Smartphone nachhalte. „Der Kunde soll bei dem e-Tarif aber nie mehr als den höchsten Preis von 2,80 Euro zahlen“, so Stilling.