Diamanthochzeit Eheleute Kiwitz in St. Tönis

Diamanthochzeit zweier Krefelder : Bei einer Moped-Spritztour verliebt

Christine und Heinz Kiwitz sind seit 60 Jahren verheiratet und noch immer ein sportliches  Ehepaar.

Nach seinem ersten Besuch bei den Eltern seiner Auserwählten in Uerdingen konnte Heinz Kiwitz nicht davon ausgehen, dass seine Liebe zu der jungen Christine erhört und die Beziehung nach der Hochzeit 60 Jahre währen würde. Hatte Heinz doch 1959 auf die Frage „Was machen Sie am Sonntagvormittag“ nicht geantwortet „in die Heilige Messe gehen“, sondern „Schwimmen“. In und an einem Wasserbecken war der leidenschaftliche Sportler in seinem Element.

Zum Standesamt und zur kirchlichen Trauung führte der gelernte Malerhandwerker, damals 24 Jahre jung, seine Braut Christine, die mit 19 Jahren noch minderjährig war, am 27. Februar 1959 schließlich doch – mit dem Segen der Schwiegereltern. „Wir wollten zusammenziehen, mussten dafür aber verheiratet sein“, erzählt Christine Kiwitz, gelernte Einzelhandelskauffrau.

Eine Spritztour mit dem Moped nach Uerdingen hatte Heinz mit ihr zusammengeführt, weil ihre Freundin wiederum mit einem seiner Freunde bekannt war. Das Paar bekam zwei Kinder, einen Sohn, Jahrgang 1960, und eine Tochter, geboren 1962. „Wir haben drei Enkel und ein Urenkelkind. Das ist so etwas Schönes“, schwärmen die Kiwitz’ von ihrer Familie. Die Begeisterung fürs Schwimmen hat Heinz Kiwitz später auch beruflich ausleben können.

Als Schwimmmeister im Bad
an der Neusser Straße angestellt

Er sattelte um, macht eine zweite Ausbildung zum Schwimmmeister und war in dieser Funktion in Krefeld im Bad an der Neusser Straße, im Badezentrum in der Gartenstadt und schließlich in St. Tönis, im neu erbauten H2Oh bis zu seiner Rente nach 48 Arbeitsjahren tätig.

Das Paar war sein Leben lang sportlich und ist es bis heute. Früher führten Urlaube in die Berge, „wir sind gewandert und geklettert“. Seit 25 Jahren sind die beiden Krefelder Mitglieder im Alpenverein, Sektion Krefeld. Bis heute gehört ihr Herz Südtirol, auch wenn regelmäßig Reisen an Nord- und Ostsee anstehen, „weil man da gut Radfahren kann“. Heinz Kiwitz hat, wie er sagt, „zwei Rennräder verschlissen“. Heute fährt er, wie seine Frau E-Bike, gerne Runden um die Krickenbecker Seen. Ausgedehnte Spaziergänge rund um den Wasserturm in St. Tönis sind nicht selten. „Meine Frau geht sogar zweimal in der Woche in die Muckibude“, sagt Heinz Kiwitz stolz. In ihrer Nachbarschaft rund um den Corneliusplatz in St Tönis fühlen sich die beiden wohl. Christines Terrain ist der gepflegte Garten. Ihr Mann hegt seine Sammlung von gut 400 alten Bügeleisen. Die ersten stammten von seiner Mutter.

Die Diamanthochzeit wird dann gleich dreimal gefeiert: mit der Familie, mit dem Alpenverein und mit den Nachbarn.

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