Der Hilferuf per Telefon

Der Hilferuf per Telefon

In Krefeld werden dringend neue ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht.

Krefeld. Sie haben körperliche Probleme, Ängste, Aggressionen, Stress in der Familie oder sind einsam — wer bei der Telefonseelsorge anruft, hofft in der Regel auf einen Gesprächspartner, bei dem er „andocken“ kann, der ihm zuhört. 50 Ehrenamtliche sind es, die in Krefeld am Telefon Anrufe entgegennehmen. Zuständig sind sie für die Bereiche Krefeld, Mönchengladbach, Rheydt und Viersen. In der Zeit vom 1. Oktober 2013 bis zum 30. September 2014 wurden 11 200 Anrufe gezählt, woraus sich 8600 Gespräche entwickelten.

50 ehrenamtliche Mitarbeiter sind auf den ersten Blick viel, allerdings müssten es 100 sein, wenn die Telefonseelsorge ihren Rund-um-die-Uhr-Service problemlos aufrechterhalten will. Dieter Mokros, Leiter der Telefonseelsorge: „Wir sind dringend auf neue Mitarbeiter angewiesen.“ Sein Stellvertreter Erich Franken bringt es auf den Punkt: „Derzeit kann immer nur ein Mitarbeiter am Beratungstelefon sitzen. Wir würden gerne eine Doppelbesetzung anbieten, können das aber nur äußerst selten realisieren.“

Also wird die Werbetrommel gerührt. Dieter Mokros nennt für die Ehrenamtlichen ein Alter zwischen 20 und 80 Jahren. Da es sich bei der Telefonseelsorge um ein ökumenisches Angebot von katholischer und evangelischer Kirche handele, sei die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche Voraussetzung.

Erich Franken wird den nächsten Ausbildungskurs leiten, der im März beginnt und über acht bis zehn Monate (rund 120 Stunden) läuft. Zwölf Anwärter können in dieser Zeit geschult werden. Franken: „Wer mitarbeiten will, muss emotional stabil sein, kann jedoch in seinem Leben auch durch eigene Krisen gegangen sein.“

Diplom-Psychologin Annette Valentin: „Unsere Ehrenamtlichen arbeiten anonym und werden geschützt. Bei ihrem Dienst geht es oft um ,Begleitung’. Wir können nicht immer und sofort eine Lösung herbeiführen.“ Wie eine Lösung aussehen könnte, lernen die künftigen Mitarbeiter in den Schulungen. Dazu gehört, dem Anrufer, dessen Rufnummer nicht registriert wird, Ansprechpartner im näheren Umkreis zu vermitteln.